JPMorgan Case so teuer ist die Übernahme der Apple Card

Lange wurde spekuliert, nun ist es offiziell: Apple hat einen neuen Partner für seine Kreditkarte gefunden. JPMorgan Chase wird Goldman Sachs als Herausgeber der Apple Card ablösen. Damit endet eine Partnerschaft, die zwar innovativ startete, für Goldman Sachs jedoch zunehmend zur finanziellen Belastung wurde.

Dieser Wechsel war jedoch teuer, in den aktuellen Zahlen des Unternehmen zeigt sich, wie hoch die Belastung ist. Im aktuellen Vierteljahr verbucht JPMorgan dafür eine einmalige Sonderbelastung von 2,2 Milliarden Dollar für das Geschäft mit den Apple-Kreditkarten. Trotz dieser hohen Kosten sichert sich die Bank damit eine stärkere Machtposition im Kreditkartenmarkt. Der Zeitpunkt für diesen Mega-Deal ist jedoch riskant. Der Grund ist eine politische Initiative von US-Präsident Donald Trump: Er plant, die Zinsen für Kreditkarten auf maximal 10 Prozent zu begrenzen.

Milliarden-Transfer im Hintergrund

Der Wechsel ist kein kleines Unterfangen. Wie die Unternehmen am Mittwoch bestätigten, wandern mit dem Deal über 20 Milliarden US-Dollar an Kartenguthaben auf die Plattform von Chase. Während sich JPMorgan damit ein massives Stück vom Privatkunden-Kuchen sichert, markiert der Schritt für Goldman Sachs das Ende eines kostspieligen Ausflugs in das Geschäft mit Endverbrauchern.

Interessant für Bestandskunden: Am technischen Unterbau ändert sich erst einmal wenig. Mastercard bleibt weiterhin das Zahlungsnetzwerk der Wahl, sodass die Karte weltweit wie gewohnt akzeptiert wird.

Die Zahlen hinter dem Wechsel

Goldman-Sachs-Chef David Solomon zeigt sich erleichtert über den Abschluss: Man habe die Neuausrichtung des eigenen Geschäftsmodells damit weitgehend abgeschlossen. Finanziell ist die Trennung jedoch ein komplexes Rechenbeispiel:

  • Goldman Sachs: Erwartet für das vierte Quartal 2025 einen Gewinnanstieg von etwa 46 Cent pro Aktie – primär durch die Auflösung von Kreditrückstellungen in Milliardenhöhe.
  • JPMorgan Chase: Muss hingegen erst einmal investieren und plant für Ende 2025 Rückstellungen für Kreditverluste in Höhe von rund 2,2 Milliarden Dollar ein.

Spannend wird, wie die Karte zukünftig ausgerichtet sein wird. Es gibt Spekulationen, dass mit dem Wechsel der Weg frei sein könnte, die Karte auch international und auch in Deutschland anzubieten. Sicher ist das aber noch nicht.

Geduldsprobe für den Umzug

Wer nun auf schnelle Änderungen hofft, muss enttäuscht werden. Die Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt der Aufsichtsbehörden. Experten rechnen damit, dass der vollständige Übergang etwa zwei Jahre in Anspruch nehmen wird. Bis dahin bleibt für die Nutzer alles beim Alten.

Hintergrund: Warum das Aus für Goldman Sachs?

Die 2019 mit viel Tamtam gestartete Apple Card galt als Vorzeigeobjekt für „Digital First“-Banking: Keine Gebühren, tägliches Cashback und eine tiefe Integration in die Apple Wallet. Doch die Realität holte die Partner schnell ein. Goldman Sachs kämpfte mit hohen Verlusten im Privatkundensegment und einer strengen Prüfung durch die US-Verbraucherschutzbehörden. Bereits 2023 wurde daher das Ende der Allianz besiegelt.

Für Apple-Nutzer in den USA ist der Wechsel zu Chase eine gute Nachricht, da JPMorgan über eine deutlich breitere Infrastruktur für Privatkunden verfügt. Deutsche Fans der Apple Card müssen jedoch weiterhin warten: Auch mit dem neuen Partner gibt es derzeit keine konkreten Anzeichen für einen Marktstart in Europa.


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