Wer derzeit über den Kauf eines neuen Smartphones nachdenkt, muss sich auf ungemütliche Zeiten einstellen. Daten der Marktforscher von Omdia und TrendForce zeichnen ein düsteres Bild: Die Preise für Speicherbausteine explodieren förmlich. Das hat nicht nur Auswirkungen auf die Bilanzen von Riesen wie Samsung, sondern trifft am Ende vor allem den Geldbeutel der Kunden.
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Preisschock bei RAM und Flash: Die Zahlen hinter der Krise
Laut aktuellen Analysen von Omdia sind die Preise für mobilen Arbeitsspeicher (LPDDR-DRAM) seit Anfang des letzten Jahres um mehr als 70 Prozent gestiegen. Noch heftiger trifft es den Flash-Speicher (NAND), der für Fotos, Apps und das System zuständig ist: Hier registrieren die Experten einen Preissprung von rund 100 Prozent.
Dass dies kein reines Problem der Zulieferer ist, zeigt eine Analyse von TrendForce. Demnach machen die Speicherkosten mittlerweile über 20 Prozent der gesamten Herstellungskosten eines Smartphones aus. Zum Vergleich: In den vergangenen Jahren lag dieser Anteil stabil zwischen 10 und 15 Prozent. Für die Hersteller bedeutet das eine massive Verschiebung in der Kalkulation.
Samsung als Seismograph: Gewinne schrumpfen trotz Flaggschiff-Erfolg
Wie stark dieser Kostendruck lastet, lässt sich an der Bilanz der Samsung-Mobilfunksparte (MX Division) ablesen. Zwar konnte das Unternehmen im letzten Jahr in fast jedem Quartal solide Gewinne einfahren – mit Spitzenwerten von bis zu 4,3 Billionen Won im zweiten Quartal –, doch zum Jahresende hin wendete sich das Blatt.
Trotz stabiler Absatzzahlen sank die Profitabilität im vierten Quartal deutlich. Der Grund: Die langfristigen Lieferverträge zu alten Konditionen liefen aus, und Samsung musste die eigenen Speicherchips intern zu den massiv gestiegenen Marktpreisen verrechnen. Wenn selbst ein vertikal integrierter Riese wie Samsung unter den Kosten ächzt, ist das ein Warnsignal für die gesamte Branche.
Was bedeutet das für die Smartphone-Preise 2026?
Verbraucher müssen sich auf zwei Szenarien einstellen, um die gestiegenen Materialkosten (BOM) abzufedern:
- Direkte Preiserhöhungen: Vor allem bei Flaggschiffen könnten die UVP-Preise weiter steigen. Werden 12 GB oder 16 GB RAM verbaut, lässt sich der Aufpreis kaum noch durch Effizienzgewinne an anderer Stelle auffangen.
- „Silent Downgrades“ beim Speicher: Um psychologisch wichtige Preisgrenzen (z. B. 299 € oder 399 €) zu halten, könnten Hersteller bei der Ausstattung knausern. Statt der gewohnten 256 GB Speicher im Mittelklasse-Segment könnten wir 2026 vermehrt die Rückkehr zu 128 GB oder gar Modellen mit weniger Arbeitsspeicher sehen.
Hintergrund: Der KI-Hunger frisst die Kapazitäten
Die Ursache für die Misere ist ironischerweise der aktuelle Technik-Trend schlechthin: Künstliche Intelligenz. Die Produktion von Speicherchips wird derzeit massiv in Richtung Server-Farmen und KI-Beschleuniger umgelenkt. Dort lassen sich deutlich höhere Margen erzielen als im umkämpften Smartphone-Markt. Für die mobile Produktion bleibt weniger Kapazität, was die Preise in die Höhe treibt.
Unsere Einschätzung: Wer aktuell ein gut ausgestattetes Smartphone aus der 2025er-Generation sieht, sollte im Zweifel eher jetzt zugreifen. Es ist absehbar, dass die kommende Gerätegeneration bei gleichem Preis entweder weniger Speicher bietet oder bei gleicher Ausstattung spürbar teurer wird.
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Technikaffin seit den Zeiten von Amiga 500 und C64 – mittlerweile aber eher mit deutlichem Fokus auf die Bereich Mobilfunk und Telekommunikation. Die ersten Artikel im Telco Bereich habe ich bereits 2006 geschrieben, seit dem bin ich dem Thema treu geblieben und nebenbei läuft mittlerweile auch noch ein Telefon- und Smartphone Museum um die Entiwcklung zu dokumentieren.
