Der chinesische Technologiekonzern ByteDance, Eigentümer der Plattform TikTok, treibt seine Ambitionen im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) massiv voran. Berichten zufolge arbeitet das Unternehmen an der Entwicklung eines hauseigenen KI-Prozessors und steht in fortgeschrittenen Verhandlungen mit Samsung Electronics über dessen Produktion.
Strategische Allianz gegen den Chip-Mangel
Um die Versorgung mit leistungsstarker Hardware sicherzustellen, setzt ByteDance auf eine Partnerschaft mit dem südkoreanischen Halbleitergiganten Samsung. Laut Insidern zielt die Kooperation nicht nur auf die reine Fertigung der Prozessoren ab, sondern umfasst auch den garantierten Zugang zu hochmodernen Speicherchips (HBM – High Bandwidth Memory).
Angesichts des weltweiten KI-Booms sind diese Komponenten derzeit extrem verknappt. Eine feste Zusage von Samsung würde ByteDance einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen Marktteilnehmern verschaffen.
Eckpunkte der geplanten Produktion:
- Volumen: Start mit mindestens 100.000 Einheiten noch in diesem Jahr.
- Skalierung: Eine schrittweise Erhöhung auf bis zu 350.000 Chips ist vorgesehen.
- Zeitplan: Erste Musterexemplare des Projekts mit dem Codenamen „SeedChip“ werden bereits bis Ende März erwartet.
Reaktion auf US-Sanktionen und Marktdominanz
Der Vorstoß von ByteDance ist eine direkte Reaktion auf die verschärften Exportbeschränkungen der USA. Diese untersagen den Export der leistungsfähigsten KI-Beschleuniger von Marktführer Nvidia nach China. Zwar bietet Nvidia mit dem „H20“ eine speziell für den chinesischen Markt gedrosselte Variante an, doch deren Rechenleistung reicht für die ehrgeizigen Ziele von ByteDance oft nicht aus.
Mit dem „SeedChip“ folgt ByteDance dem Beispiel globaler Konkurrenten. Auch US-Schwergewichte wie Google, Amazon und Microsoft entwickeln bereits eigene Silizium-Lösungen, um ihre Abhängigkeit von Drittanbietern zu reduzieren und die Kosten für ihre Rechenzentren zu optimieren. Innerhalb Chinas gelten Konkurrenten wie Alibaba und Baidu in diesem Bereich bereits als Vorreiter, an die ByteDance nun mit hohem Tempo anschließen möchte.
Massive Investitionen in die KI-Zukunft
Das Chipprojekt ist nur ein Baustein einer umfassenden KI-Offensive. Ein Insider berichtet, dass der Konzern allein in diesem Jahr rund 22 Milliarden Dollar für KI-relevante Anschaffungen und Entwicklungen bereitstellt. Das Budget fließt in die gesamte Wertschöpfungskette:
- Hardware: Eigene Halbleiter und Server-Infrastruktur.
- Software: Entwicklung und Training großer Sprachmodelle (LLMs).
- Anwendung: Integration von KI-Features in TikTok und andere Plattformen des Konzerns.
Trotz der detaillierten Berichte gibt sich der Konzern nach außen hin bedeckt. Ein Sprecher von ByteDance wies die Informationen über ein internes Chipprojekt als unzutreffend zurück, lieferte jedoch keine weiteren Details zu den laufenden Forschungsaktivitäten. Samsung Electronics lehnte eine offizielle Stellungnahme zu den Verhandlungen ab. Experten werten dieses Verhalten als branchenüblich, um laufende Verhandlungsprozesse und technologische Geheimnisse zu schützen.
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Technikaffin seit den Zeiten von Amiga 500 und C64 – mittlerweile aber eher mit deutlichem Fokus auf die Bereich Mobilfunk und Telekommunikation. Die ersten Artikel im Telco Bereich habe ich bereits 2006 geschrieben, seit dem bin ich dem Thema treu geblieben und nebenbei läuft mittlerweile auch noch ein Telefon- und Smartphone Museum um die Entiwcklung zu dokumentieren.
