Kampf um den Orbit: Amazon plant Milliarden-Übernahme von Globalstar

Amazon setzt zum Sprung ins All an. Um den massiven Vorsprung von Elon Musks Starlink-Netzwerk zu verkürzen, plant der Online-Riese offenbar die Übernahme des Satellitenbetreibers Globalstar. Damit würde Amazon nicht nur seine Hardware-Basis schlagartig vergrößern, sondern sich auch wertvolle Frequenzrechte sichern.

Laut Berichten der Financial Times sind die Verhandlungen jedoch ein diplomatischer Drahtseilakt. Der Grund: Apple hält bereits eine Beteiligung von 20 % an Globalstar. Der iPhone-Konzern nutzt das Netzwerk für seine Satelliten-Notruffunktion und hat bereits Milliarden in die Infrastruktur von Globalstar investiert. Ein Einstieg Amazons könnte das sensible Machtgefüge zwischen den Tech-Giganten massiv stören.

Die Nachricht löste an der Wall Street heftige Kursbewegungen aus:

  • Globalstar [GSAT.O]: Die Aktie schoss vorbörslich um knapp 12 % nach oben. Mit einem Rekordwert von 76,50 Dollar erreicht das Unternehmen eine Bewertung von rund 9,8 Milliarden Dollar.
  • Amazon [AMZN.O]: Der Markt reagierte verhaltener; die Titel gaben um etwa 2 % nach, da Anleger die hohen Akquisitionskosten und die komplexen Verhandlungen einpreisen.

Das Duell der Giganten: Starlink vs. „Project Kuiper“

Bisher spielt Amazon im Vergleich zu SpaceX (Starlink) eher in der Kreisklasse. Das ursprünglich unter dem Namen Project Kuiper gestartete Vorhaben (oft als Teil der LEO-Strategie bezeichnet) hinkt dem Zeitplan hinterher.

AnbieterAktive Satelliten (ca.)Zielsetzung
Starlink (SpaceX)> 10.000Globale Marktführerschaft
Amazon (Kuiper/Leo)2103.200 (Endausbau)
Globalstar88Spezialisierte Datenverbindung

Starlink dominiert derzeit nicht nur den zivilen Markt, sondern erwirtschaftet schätzungsweise 50 bis 80 % des Umsatzes von SpaceX. Der bevorstehende Börsengang von Starlink erhöht den Druck auf Amazon-Chef Andy Jassy massiv, endlich eine funktionierende Alternative zu präsentieren.

Strategische Bedeutung und Geopolitik

Die Bedeutung von Satelliten-Konstellationen im niedrigen Erdorbit (LEO) reicht weit über schnelles Internet für abgelegene Berghütten hinaus.

  1. Militärische Relevanz: Wie der Einsatz von Starlink im Ukraine-Konflikt zeigt, ist die Kontrolle über Kommunikationsinfrastruktur heute ein kriegsentscheidender Faktor.
  2. Direktverbindung zum Smartphone: Kooperationen wie die der Deutschen Telekom mit Starlink zeigen den Trend: Satelliten sollen künftig direkt mit herkömmlichen Smartphones kommunizieren, um Funklöcher endgültig zu eliminieren. Globalstar verfügt hier über die passenden Lizenzen.
  3. Europas Antwort: Um nicht gänzlich von US-Milliardären abhängig zu sein, treibt die EU das Projekt „Iris²“ voran. Ziel ist ein eigenes, souveränes Netzwerk für Behörden und Bürger.

Einschätzung: Sollte die Übernahme gelingen, würde Amazon die für den Netzausbau kritischen Jahre an Entwicklungszeit überspringen. Doch solange Apple am Verhandlungstisch sitzt, bleibt Globalstar ein teures und kompliziertes Zielobjekt.


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