Persönliche Daten beim Kauf einer Nvidia RTX 5090? Schmuggelfall enthüllt die Hintergründe

Wer in den vergangenen Monaten in den USA eine High-End-Grafikkarte vom Typ Nvidia GeForce RTX 5090 erwerben wollte, sah sich mit ungewöhnlich strengen Formalitäten konfrontiert. Händler forderten Käufer dazu auf, eine umfassende Erklärung zu unterzeichnen. Darin mussten nicht nur Name, Adresse, Telefonnummer und ein Lichtbildausweis vorgelegt werden, sondern auch der genaue Installationsort der GPU sowie der vorgesehene Verwendungszweck. Ein aktueller Ermittlungserfolg der US-Behörden bringt nun Licht ins Dunkel dieser strengen Sicherheitsmaßnahmen.

Wie die US-Justiz bekannt gab, wurde Greg Lui, der CEO des Unternehmens Earthmade Computer, festgenommen. Ihm wird vorgeworfen, ein großangelegtes Schmuggelnetzwerk betrieben zu haben, das Server mit hochmodernen Nvidia-Chips im Wert von über 300 Millionen US-Dollar illegal nach China exportierte.

Das Ausmaß des Schmuggelnetzwerks

Die Ermittlungsergebnisse verdeutlichen die Dimensionen des illegalen Handels:

  • Betroffene Hardware: Neben spezialisierten KI-Beschleunigern wie den Modellen A100 und H100 umfassten die Schmuggelwaren auch leistungsstarke Consumer-Grafikkarten der Reihen GeForce RTX 4090 und RTX 5090.
  • Exportverbote: Aufgrund von US-Sanktionen ist der Export dieser fortschrittlichen Technologien nach China strengstens untersagt, um den Transfer von Hochleistungstechnologie zu unterbinden.
  • Verschleierungstaktik: Die Lieferungen wurden mithilfe gefälschter Dokumente über Zwischenstationen in Malaysia, Singapur und Hongkong umgeleitet.
  • Zielorte: Eine nachgewiesene Charge von 92 Servern gelangte direkt an ein Unternehmen im chinesischen Hangzhou.
  • Zeitraum und Umsätze: Die Schmuggelaktivitäten erstreckten sich von Oktober 2023 bis August 2026. Allein im Jahr 2024 erzielte das Unternehmen von Greg Lui dadurch einen Umsatz von über 176 Millionen US-Dollar.

Hohe Nachfrage nach ungedrosselter Hardware

Ursache für den florierenden Schwarzmarkt ist die US-Exportkontrolle: Nvidia darf auf dem chinesischen Markt legal nur technisch abgespeckte Varianten seiner Grafikchips anbieten. Da diese reduzierten Versionen für anspruchsvolle KI-Anwendungen und Rechenzentren oft nicht die gewünschte Leistung erbringen, ist die Nachfrage nach den uneingeschränkten Original-Chips in China extrem hoch.

Die Pflicht zur Unterzeichnung der Käufererklärungen beim Erwerb von Top-Modellen wie der RTX 5090 diente den Händlern und Behörden somit als Kontrollmechanismus, um Strohmann-Käufe und das Abfließen der Hardware in illegale Exportkanäle zu verhindern.

Dem festgenommenen CEO Greg Lui droht wegen der Verstöße gegen die US-Exportgesetze und der Fälschung von Handelsdokumenten nun eine Haftstrafe von bis zu 20 Jahren.


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