TCL ist in Deutschland vor allem aus dem Bereich TV und Monitore bekannt, aber das Unternehmen setzt mittlerweile zunehmend auch auf andere Technik und hat einige spannende neue Modelle aus dem Bereich Smartphone und Smartwatch in Deutschland auf den Markt gebracht.
Wir haben dabei das neue TCL P80 Ultra zum Testen bekommen und geprüft, wie gut sich das neue Smartphone schlägt und wo die Stärken und Schwächen liegen. Das TCL P80 Ultra stellt das Spitzenmodell der P80-Serie dar und erweitert die Ausstattung im Vergleich zum Standardmodell insbesondere bei Display, Kamera und Akku.
Beim Design setzt TCL auf abgerundete Ecken in Verbindung mit geraden Kanten. Das P80 Ultra ist dabei groß, liegt aber noch gut in der Hand. Das finnisch ist mattiert und hebt sich damit von vielen anderen Modellen auf dem Markt ab. Die Rückseite wird vom quadratischen Kamera-Modul mit zwei großen Linsen dominiert.
Mit 549,99 Euro liegt es im Bereich der Mittelklasse Geräte und bringt für dieses Segment ein wirklich gutes Preis-Leistungsverhältnis mit sich. Zentrales Features ist aber das NXTPAPER Display. Diese Technik gibt es aktuell nur bei den TCL Smartphones und daher lohnt sich ein genauerer Blick auf diese Art des Display.

Inhaltsverzeichnis
Das NXTPAPER Display beim TCL P80 Ultra
NXTPAPER ist eine von TCL entwickelte und patentierte Bildschirmtechnologie. Sie nutzt eine mattierte, entspiegelte Oberfläche mit mehreren Beschichtungsschichten sowie Hardware-Filtern für blaues Licht, um das Leseerlebnis von echtem Papier (ähnlich einem E-Ink-Reader) nachzubilden. Die Bildschirmoberfläche ist matt und leicht aufgeraut. Dadurch werden Reflexionen und störende Spiegelungen (z. B. von Lampen oder Sonnenlicht) stark reduziert. Die Technologie filtert schädliches blaues Licht direkt auf Hardware- und Software-Ebene heraus und vermeidet Bildschirmflimmern (DC-Dimming). TCL setzt beim Ultra dabei auf ein 6,83-Zoll-AMOLED-Display. Dieses hat eine Auflösung von 1280 × 2772 Pixeln (1,5K) sowie eine Bildwiederholfrequenz von 120 Hz.
Das TCL P80 Ultra bietet darüber eine Hardware-Taste um zwischen normalen Display und NXTPAPER Modus zu wechseln. Das funktioniert gut und wenn man sich einmal daran gewöhnt hat, bleibt man gerne auch für die normale Nutzung des Gerätes in diesem Modus.
HINWEIS Auf den Fotos hat das NXTPAPER Display einen leicht rötlichen Stich. Das kommt durch die Entspiegelung und unsere Beleuchtung, in der Realität ist das Display Schwarz auf Beige.

Spannende Neuerung: im NXTPAPER Modus hat TCL den Discovery-Modus entfernt. Wischt man von links nach rechts, kommt also in diesem Modus nicht der Nachrichtenüberblick von Google, sondern man kommt in die Bibliothek mit den eigenen Büchern. Das wäre auch für andere Anbieter eine Empfehlung, denn bisher ist für viele Nutzer diese Geste sinnlos, weil Discovery selten gute Nachrichten bietet.
Die hauseigene Benutzeroberfläche: TCL UI 9.1
TCL nutzt für die eigenen Smartphones Android als Betriebssystem, erweitert dies aber mit der eigenen TCL UI. Auf unserem TCL P80 ultra lief dabei TCL UI in der Version 9.1. Die Unterschiede zum reinen Android waren aber überschaubar.
Positiv ist zu vermerken: Es gibt vergleichsweise wenig Bloatware, aber einige Games und Apps sind dennoch vorinstalliert (lassen sich aber recht einfach löschen). Insgesamt wirkt das TCL P80 Ultra mit TCL UI deutlich aufgeräumter als viele andere Modelle auf dem Markt. Daneben gibt es auch noch einen größeren Bereich mit den AI Funktionen des TCL P80 Ultra. Angeboten werden kostenfrei:
- Ask AI (KI-Assistent): Lässt sich mit einer Drei-Finger-Geste direkt aufrufen, um Fragen zum Bildschirminhalt zu beantworten, Zusammenfassungen zu erstellen oder Inhalte zu bearbeiten.
- Text-Werkzeuge: KI-unterstütztes Übersetzen, Erklären, Umformulieren und Zusammenfassen von Texten.
- Echtzeit-Untertitel & Übersetzung: Wandelt gesprochene Sprache oder System-Audio live in Text um und kann diese direkt übersetzen.
- Copy & Go: Schnelles Freistellen und Extrahieren von Texten sowie Objekten aus Screenshots und Bildern.
Etwas gewöhnungsbedürftig: die Tastatur ist von Anfang an als schwebende Tastatur eingestellt. Dadurch ist sie kleiner und auch die Tasten sind kleiner. Für Tester mit dicken Fingern ist das nicht unbedingt ideal. Man kann die Tastatur aber sehr einfach auch selbst anordnen und vergrößern. Dazu ließ sich das Gerät nur mit Internet-Verbindung einrichten. Ohne Simkarten oder WLAN war keine Einrichtung möglich. Das können andere Hersteller besser.

Das Kamerasystem mit Periskop-Teleobjektiv
Das Smartphone verfügt über eine vielseitige Kameraausstattung, die für verschiedenste Aufnahme- und Lebenslagen bestens gerüstet ist. Die 50-MP-Hauptkamera ist mit einem großen 1/1,56-Zoll-Sensor sowie einer optischen Bildstabilisierung (OIS) ausgestattet, was auch bei schwierigen Lichtverhältnissen für gestochen scharfe Ergebnisse sorgt. Ergänzt wird sie durch eine ebenfalls hochauflösende 50-MP-Periskop-Telekamera, die einen 3-fachen optischen Zoom und ebenfalls OIS für klare, detailreiche Vergrößerungen bereitstellt. Für Panoramen und Aufnahmen mit einem erweiterten Blickwinkel von 112° steht eine 8-MP-Ultraweitwinkelkamera zur Verfügung, während die 32-MP-Frontkamera scharfe Selfies und gelungene Videoanrufe garantiert.
In der Praxis gab es solide Aufnahmen, die für die normale Nutzung vollkommen okay sind. Der Sensor arbeitete auch bei wenig Licht gut, bei sehr schlechten Lichtverhältnissen und Gegenlicht gab es aber Probleme. Insgesamt bekommt man eine wirklich gute Kamera für diesen Preisbereich.
Akku, Leistung und Laufzeit
Für eine ausdauernde Performance sorgt das Zusammenspiel aus starkem Akku und effizienter Hardware. Der 5.800-mAh-Akku bietet im Vergleich zu vielen Basismodellen eine besonders hohe Kapazität und gewährleistet eine hervorragende Laufzeit. Geladen wird das Gerät zügig mit bis zu 45 Watt über kabelgebundenes USB Power Delivery, wobei auch Reverse-Wired-Charging unterstützt wird, um andere Geräte unterwegs aufzuladen. In dem Preisbereich gibt es auch bereits Modelle mit 67 Watt Aufladung – ein wenig mehr Power wäre daher wünschenswert gewesen.
Im Inneren arbeitet der im modernen 4-Nanometer-Verfahren gefertigte MediaTek Dimensity 7400 Elite – ein effizienter 8-Kern-Prozessor, der flüssiges Multitasking garantiert. Das ist nicht der Topprozessor von Mediatek, aber für die normale Nutzung mehr als ausreichend. Bei HighEnd Gaming kamen wir aber im Test an die Grenzen des Chipsatzes. Beim Speicher stehen Varianten mit 8 GB RAM in Kombination mit wahlweise 256 GB oder 512 GB schnellem UFS-3.1-Speicher zur Auswahl.
Schutz, Gehäuse & Konnektivität
Bei den Updates kann das TCL P80 ultra mit den anderen Anbietern mithalten: Ausgeliefert mit Android 16, verspricht der Hersteller 4 große OS-Updates sowie 7 Jahre Sicherheitsupdates. Man kann die Geräte also noch mehrere Jahre sicher nutzen.
Das betrifft auch die physische Sicherheit der Geräte. Es gibt ein staub- und wasserdichtes Gehäuse nach IP68 sowie Zertifizierung nach Militärstandard (MIL-STD-810H). Dazu wird eine Hülle direkt mitgeliefert. Auf der Webseite wird als Lieferumfang auch ein Ladegerät mit angegeben. Dieses fehlte beim unserem Testexemplar. Bei den normalen Geräten sollte der Charger aber mit vorhanden sein.
Unser Fazit zum TCL P80 Ultra
TCL bietet mit dem neuen TCL P80 Ultra richtig viel Technik für vergleichsweise wenig Geld. Durch das NXTPAPER Display ist das Gerät vor allem spannend für Nutzer, die viel auf dem Smartphone lesen und ihre Ebooks auch auf dem Handy nutzen möchten. Aber auch für andere Nutzer ist das TCL spannend, weil es im Preisbereich von um die 500 Euro ein wirklich solides Gerät bietet.
Wer Höchstleistungen sucht, ist aber verkehrt. Sowohl bei der Kamera als auch beim Prozessor gibt es bessere Technik auf dem Markt (die dann aber auch teuer ist). Das TCL P80 Ultra schafft stattdessen den Spagat zwischen einem guten Preis und guter Ausstattung und dürfte daher bei vielen Nutzern gut ankommen.
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Technikaffin seit den Zeiten von Amiga 500 und C64 – mittlerweile aber eher mit deutlichem Fokus auf die Bereich Mobilfunk und Telekommunikation. Die ersten Artikel im Telco Bereich habe ich bereits 2006 geschrieben, seit dem bin ich dem Thema treu geblieben und nebenbei läuft mittlerweile auch noch ein Telefon- und Smartphone Museum um die Entiwcklung zu dokumentieren.
