Ein kritischer Blick auf die Handyversicherung – lohnt sich das überhaupt? – Wichtige Gegenstände versichert man gerne. So ist man im Schadensfall abgesichert und braucht sich nicht so viele Gedanken machen. Einige Menschen denken, dass dies vor allem bei neuen Handys sinnvoll ist. Diese sind schließlich häufig teuer, wenn es sich um Produkte teurer Marken handelt und werden viel beansprucht. Wahrscheinlich gibt es kaum einen Menschen, dem das Handy noch nicht aus der Hand gefallen ist. Problematisch bei Handyversicherungen ist jedoch, dass einige Schadensfälle nicht abgedeckt werden und sie dennoch sehr teuer sind. In diesem Artikel geht es daher darum, warum man lieber auf eine Handyversicherung verzichten sollte und was es sonst zu beachten gibt.
Darum sollte man besser keine Handyversicherung abschließen
Besonders problematisch ist bei Handyversicherungen der äußerst hohe Preis. Häufig ist es so, dass die Versicherung auf eine Dauer von zwei Jahren teurer ist als eine Reparatur des Displays oder ähnliches.Der Preis einer Handyversicherung richtet sich nach dem Neuwert des Smartphones. Der Betrag für die Versicherung pro Jahr liegt dann zwischen 10 und 20 Prozent des Neuwerts des Handys. DieHandyversicherungen bleiben auch 2025 ein umstrittenes Thema. Der größte Kritikpunkt ist der hohe Preis im Verhältnis zur tatsächlichen Leistung. Die Kosten richten sich nach dem Neuwert des Geräts und liegen meist zwischen 10 und 20 Prozent pro Jahr. Bei einem Smartphone im Wert von 750 Euro zahlt man bei 15 Prozent rund 112,50 Euro jährlich – also 225 Euro über zwei Jahre. Das ist oft mehr als eine Displayreparatur kosten würde, die je nach Modell zwischen 200 und 300 Euro liegt. Der Unterschied: Die Versicherung zahlt man immer, die Reparatur nur im Schadensfall.
Hinzu kommt, dass viele Schäden gar nicht abgedeckt sind. Typische Ausschlüsse betreffen Diebstahl, unsachgemäße Bedienung, Witterungseinflüsse oder das Liegenlassen des Geräts. Selbst bei scheinbar versicherten Fällen wie Sturz oder Wasserschaden hängt die Leistung stark von der Formulierung im Vertrag ab. Begriffe wie „Unfall“ lassen viel Interpretationsspielraum – und führen oft dazu, dass Versicherer die Zahlung verweigern. Es gibt Berichte, dass Schäden abgelehnt wurden, weil die Fallhöhe angeblich nicht ausgereicht habe.
Auch bei Feuchtigkeitsschäden kommt es auf die Ursache an. Fällt das Handy ins Waschbecken, wird der Schaden meist übernommen. Kommt die Feuchtigkeit jedoch durch Regen oder hohe Luftfeuchtigkeit, lehnen viele Versicherer die Leistung ab. Beim Diebstahl spielt der Aufbewahrungsort eine Rolle: War das Gerät in einer Außentasche oder unbeaufsichtigt, kann die Versicherung die Zahlung verweigern. Sicherer ist die Aufbewahrung am Körper – etwa in der Innentasche.
Verbraucherschützer und Testinstitute raten daher zur Vorsicht. Die Versicherungen seien oft teuer, lückenhaft und voller Ausschlüsse. Stattdessen empfehlen sie Schutzmaßnahmen wie Hüllen, Panzerglas oder eine Hausratversicherung als sinnvolle Alternativen.
Wer eine Handyversicherung versehentlich abgeschlossen hat, kann sie innerhalb von 14 Tagen widerrufen – per E-Mail oder Einschreiben mit Angabe der Versicherungsnummer. Eine Bestätigung des Widerrufs ist empfehlenswert. Nach Ablauf der Frist bleibt nur die fristgerechte Kündigung, um eine automatische Verlängerung zu vermeiden.
Hilft eine Handyversicherung auch bei gehackten Geräten?
Eine Handyversicherung kann auch bei gehackten Geräten helfen, abhängig von den spezifischen Bedingungen des Vertrags. Viele Versicherungen decken Schäden durch Hackerangriffe ab, wie z.B. Datenverlust oder -diebstahl, sowie die Kosten für die Wiederherstellung des Geräts. Es ist jedoch wichtig, die Details der Versicherungspolice zu überprüfen, um sicherzustellen, dass Hackerangriffe ausdrücklich abgedeckt sind. Allerdings bieten nicht alle Versicherungen diesen Schutz, daher sollte man prüfen, was an Leistungsumfang vereinbart ist. Generell kann es nicht schaden, es erst gar nicht zu einem Hack kommen zu lassen (siehe unsere Sicherheitstipps für Smartphones).
Auf was man bei einer Handyversicherung achten sollte
Wer dennoch eine Handyversicherung abschließen möchte, kann das natürlich gerne tun. Dabei sollte man jedoch auf einiges achten, damit man nicht viel zu viel bezahlt. Als erstes ist es am besten, wenn man die Versicherung nicht direkt beim Kauf abschließt. Meist sind diese Angebote nicht die günstigsten und die Verkäufer versuchen Druck zu erzeugen. Es gibt auch einige Maschen der Handyverkäufer. So wird manchmal ein Komplettpreis genannt, bei dem die Versicherung angeblich schon enthalten ist. So hat man das Gefühl, dass keine zusätzlichen Kosten durch die Versicherung entstehen und man diese nehmen muss. Andere Verkäufer bieten hingegen einen Rabatt auf den Handyvertrag an, wenn man eine Versicherung hinzu bucht. Die Kosten für die Versicherung sind dann jedoch in der Regel teuer als das Ersparnis durch den Rabatt. Man sollte also nicht auf solche Maschen hereinfallen und sich nicht unter Druck setzen lassen. Es lohnt sich also, wenn man sich Zeit lässt und zwischen verschiedenen Angeboten vergleicht. Meist hat man bis zu 30 Tage nach Kauf oder sogar länger Zeit, um eine Versicherung für das Smartphone abzuschließen
Kosten und Laufzeit
- Jährliche Kosten liegen meist zwischen 10–20 % des Neupreises
- Oft Mindestlaufzeit von 24 Monaten mit automatischer Verlängerung
- Manche Tarife enthalten eine Selbstbeteiligung im Schadensfall
Leistungsumfang
- Prüfen, welche Schäden tatsächlich abgedeckt sind (z. B. Displaybruch, Wasserschaden)
- Häufige Ausschlüsse: Diebstahl, Bedienfehler, Witterungseinflüsse, Liegenlassen
- Begriffe wie „Unfall“ oder „Feuchtigkeitsschaden“ sind oft schwammig formuliert
Vertragsbedingungen
- Kleingedrucktes genau lesen – viele Einschränkungen und Ausnahmen
- Reparatur oft nur über Partnerwerkstätten möglich
- Beweispflicht liegt meist beim Kunden: Schadenhergang muss genau dokumentiert werden
Zusatzleistungen
- Gibt es ein Ersatzgerät bei Totalschaden?
- Gilt der Schutz auch im Ausland?
- Sind Fremdverschulden oder Vandalismus abgedeckt?
Widerruf und Kündigung
- Widerrufsrecht: 14 Tage nach Vertragsabschluss
- Kündigungsfrist beachten, um automatische Verlängerung zu vermeiden
- Bestätigung des Widerrufs oder der Kündigung einholen
Alternativen zur Versicherung
- Robuste Schutzhülle und Panzerglas
- Hausratversicherung mit Außenversicherung kann Schäden abdecken
- Reparatur im Schadensfall oft günstiger als die Versicherungsprämie
Zum Vergleichen der Versicherungen kann man Onlineportale nutzen. Hier sollte man zum Beispielsweise herausfinden, ob ein Diebstahlschutz preislich viel Unterschied macht. Außerdem sollte man mit einer Dauer der Versicherung von 24 Monaten planen, da dies auch die Mindestvertragslaufzeit der meisten Tarife ist. Wichtig ist es außerdem einen genauen Blick auf die Versicherungsbedingungen zu haben. So kann man überprüfen, welche Schäden die Versicherung wirklich übernimmt. Man sollte auf keinen Fall eine Versicherung abschließen, bevor man sich nicht genau die Bedingungen angeguckt hat. Nur so kann man entschieden, ob die Versicherung die relevanten Situationen abdeckt.
Man sollte auch darauf achten, dass die Handyversicherung keine Garantieverlängerung enthält. Diese lohnen sich häufig nicht, da der Wert des Handys sowieso sinkt. Ein weiterer relevanter Aspekt ist die Frage, ob die Versicherung den Neuwert oder den Zeitwert bezahlt. Hier gibt es zwischen Versicherungen sehr großen Unterschied, wie viel Geld und was für Leistungen man noch bekommt. Nutzt die Versicherung zum Beispiel den Zeitwert, dann kann es sein, dass man bei einem Gerät, welches ein halbes Jahr alt ist, nur noch 80 Prozent des Kaufpreises erhält. Hier hilft ein Blick in die detaillierte Beschreibung der Versicherungsleistungen.
In manchen Fällen benötigt man aber auch gar keine Versicherung, die nur für das Handy greift. Hat man zum Beispiel eine Hausratversicherung, die in der Regel alle Gegenstände abdeckt, die man besitzt, dann benötigt man keine Handyversicherung. Das Handy ist dann in einigen Fällen schon mit versichert. So greift die Hausratversicherung zum Beispiel, wenn in die Wohnung eingebrochen wird und das Handy gestohlen wird. Hier sollte man also überprüfen, ob der Schutz der Hausratversicherung nicht vielleicht sogar schon ausreicht.
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