In den letzten Jahren berichten Verbraucher immer wieder von Fake-Anrufen, Spam auf die eigene Rufnummer (gerne auch per SMS oder WhatsApp) und generell zunehmenden Betrugsversuchen per Telefon. Hintergrund dafür sind große Datenabflüsse bei Facebook, WhatsApp und einigen anderen Portalen. Dabei wurden (teilweise über Sicherheitslücken) die Datensätze der Nutzer kopiert und im Netz zum Verkauf gestellt. Oft sind dabei neben den Emailadresse auch die Rufnummern der betroffenen Nutzer enthalten und diese Nummern werden dann weiter verkauft und für Spam und Betrugsversuche genutzt.
Mittlerweile kann man prüfen, ob die eigenen Emailadresse und auch die eigene Rufnummer von solchen Leaks betroffen sind, denn leider informieren die Portal Betroffene nicht immer korrekt. Daher sollte man selbst prüfen, ob die eigenen Daten im Netz aufrufbar sind:
Dort kann man einfach die eigene Rufnummer eingeben und die bekannten Datensätze aus Leaks der letzten Jahren werden durchsucht. Dann sieht man, ob und wo die eigene Rufnummer geleakt wurde.
Oft ist allerdings nicht sicher, in welchem Format die Rufnummer vorliegt. Daher kann es nicht schaden die Rufnummer sowohl mit als auch ohne 049 Vorwahl abzufragen und zwischen mobiler Vorwahl und Rufnummer mal ein Leerzeichen zu lassen und es auch ohne Leerzeichen zu probieren. Dazu sind bei dieser Abfrage natürlich nur die bekannten Datensätze enthalten, unbekannten Leaks können darüber hinaus existieren und diese kann man nicht abfragen.
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Was kann man tun, wenn die eigene Rufnummer geleakt und damit öffentlich bekannt ist?
Wenn die eigene Rufnummer in dieser Abfrage auftaucht, muss man damit rechnen, dass auch kriminelle Dritte Zugriff auf diese Daten haben und das bedeutet, dass man früher oder später wohl auch Anrufe mit Fakes, angeblichen Kryptodeals oder anderen Betrugsversuchen erhält. In der letzten Zeit sind auch in Deutschland sogenannte Robo-Calls zunehmend aufgetreten, bei denen man automatische Anrufe erhält.
Generell kann man sich dagegen mit den bekannten Maßnahmen gegen unerwünschte Anrufe sperren. Wer von den vielen Fake-Anrufen genervt ist, der kann die Nummer auf eine Blacklist setzen und sperren lassen. Zunächst wird die Vorgehensweise für Android-Smartphones beschrieben, anschließend für iPhone und Festnetz.
Nummer sperren bei Android-Smartphones
Anfangs muss der unerwünschte Anrufer/Werbeanrufer als Kontakt gespeichert werden, danach geht man wie folgt vor:
- Telefon-App öffnen und zu Kontakte navigieren.
- Zum zu sperrenden Kontakt scrollen und lange auf den Namen drücken.
- Somit öffnet sich ein Kontextfenster mit mehreren Optionen, in dem Fall „Zu Sperrliste hinzufügen“ auswählen.
- Danach erscheint ein blaues Symbol hinter der Nummer, ankommende Anrufe des Teilnehmers werden fortan blockiert.
Diese Einstellung lässt sich zudem über Menü –> Einstellungen –> Anrufeinstellungen vornehmen. Dort befindet sich unter anderem die Option „Sperrliste“, hier hat man ebenfalls die Option unerwünschte Nummern zu blockieren oder die Blockade wieder aufheben.
Nummern blockieren beim iPhone
Seit dem iOS 7 besteht die Möglichkeit mit hauseigenen Mitteln eine Rufnummer sperren zu lassen.
- Menü öffnen und zu Einstellungen navigieren.
- Anschließend auf die Rubrik Telefon klicken.
- Danach die Option „Anrufe blockieren und identifizieren“ wählen.
- In der Liste zum Punkt „Gesperrt“ scrollen und antippen.
- Daraufhin „Kontakt hinzufügen“ auswählen.
- Nun kann man einen Kontakt oder eine Rufnummer eingeben, welche beim iPhone künftig blockiert wird.
Nummern sperren beim Festnetz
Je nach Anbieter hat man die Möglichkeit Anrufer im Festnetz zu blockieren. Dies geschieht direkt über den Router. Zunächst ruft man die Einstellungsseite des eigenen Routers auf, beispielsweise Speedport.ip oder fritz.box. Anschließend öffnet sich die Telefon-Einstellung, dort befindet sich in der Regel die Option „Anrufer blockieren“. In der Rubrik lassen sich nun zu sperrenden Nummern festlegen.
Mittlerweile gibt es auch Apps, die Rufnummer vorher auf Spam-Verdacht prüfen und dann gar nicht zulassen. Diese Apps können helfen, mehr Ruhe zu bekommen. Im schlechtesten Fall muss man die Rufnummer wechsel und zu einer neuen Rufnummer greifen. Das muss aber nicht immer die Lösung sein, man kann natürlich auch eine Rufnummer bekommen, die bereits im Einsatz war und daher auch in solchen Listen auftauchen.
Apps zum Schutz vor unerwünschten Anrufen:
Es gibt eine Vielzahl von Apps, die Ihnen helfen können, sich vor unerwünschten Anrufen zu schützen. Hier sind einige der beliebtesten, mit zusätzlichen Details und Funktionen:
1. Truecaller:
- Anruferkennung: Identifiziert unbekannte Nummern in Echtzeit, auch wenn diese nicht in Ihrem Kontaktbuch gespeichert sind. Dazu gibt es eine kostenpflichtige Version mit weiteren Funktionen.
- Spam-Blockierung: Blockiert automatisch Anrufe von bekannten Spam-Nummern.
- Community-basierter Schutz: Truecaller nutzt die Daten seiner Millionen von Nutzern, um neue Spam-Nummern zu identifizieren und zu blockieren.
- Zusätzliche Funktionen: Anrufaufzeichnung, SMS-Blockierung, Flash-Nachrichten und mehr.
2. Hiya:
- Umfassende Anruferkennung: Zeigt Ihnen den Namen und das Foto des Anrufers an, auch wenn dieser nicht in Ihrem Kontaktbuch gespeichert ist.
- Spam-Schutz: Blockiert automatisch Anrufe von bekannten Spam-Nummern und warnt Sie vor potenziellen Betrugsversuchen.
- Anruf-Coaching: Hilft Ihnen, mit unerwünschten Anrufen selbstbewusst umzugehen.
- Zusätzliche Funktionen: Anrufaufzeichnung, Nummernbewertung und mehr.
3. RoboKiller:
- Robocall-Blockierung: Spezialisiert auf die Identifizierung und Blockierung von Robocalls, Telemarketing-Anrufen und anderen unerwünschten Anrufen.
- KI-gestützte Erkennung: Verwendet künstliche Intelligenz, um neue Robocall-Nummern zu erkennen und zu blockieren.
- Persönliche Blacklist: Erstellen Sie Ihre eigene Sperrliste mit unerwünschten Nummern.
- Zusätzliche Funktionen: Anrufaufzeichnung, Transkription von Anrufbeantwortern und mehr.
4. Samsung Smart Call:
- Integrierte Funktion in Samsung-Smartphones: Bereits vorinstalliert auf Samsung-Geräten mit Android 7.0 oder höher.
- Anruferkennung: Zeigt Ihnen den Namen und das Foto des Anrufers an, auch wenn dieser nicht in Ihrem Kontaktbuch gespeichert ist.
- Spam-Schutz: Blockiert automatisch Anrufe von bekannten Spam-Nummern.
- Warnung vor potenziellen Betrugsversuchen: Warnt Sie vor Anrufen, die von Betrügern stammen könnten.
Sicherheitstipps bei Spam-Anrufen und Cold Calls
Aufgrund der viele geleakten Rufnummern sollte man generell davon ausgehen, dass die eigene Rufnummer in dem einen oder anderen Datensatz mit veröffentlicht wurde. Es lohnt sich daher, bei unbekannten und anonymen Anrufen vorsichtig zu sein und die bekannten Sicherheitshinweise für Anrufe zu beachten. Vor allem sollte man niemals Daten zu Zahlungsmitteln und zur Familie weiter geben.
- Keine persönlichen Daten nennen: Man sollte am Telefon niemals sensible Informationen wie Geburtsdaten, Kontoverbindungen oder Passwörter preisgeben.
- Nicht mit „Ja“ antworten: Bei verdächtigen Fragen sollte man das Wort „Ja“ vermeiden, da Betrüger dies aufzeichnen und als Zustimmung für Verträge zusammenschneiden könnten; man antwortet stattdessen besser in ganzen Sätzen.
- Anrufe sofort beenden: Sobald man erkennt, dass es sich um einen Cold Call oder Spam handelt, sollte man das Gespräch ohne lange Diskussionen direkt beenden.
- Rufnummern konsequent sperren: Nach einem Spam-Anruf kann man die entsprechende Nummer direkt im Smartphone blockieren, um zukünftige Kontaktversuche zu unterbinden.
- Nummern im Internet prüfen: Bei unbekannten Nummern kann man eine kurze Onlinesuche durchführen; oft finden sich bereits Warnungen anderer Nutzer in Foren oder Datenbanken.
- Keine Rückrufe bei Unbekannt: Man sollte niemals unbekannte Nummern zurückrufen, insbesondere wenn es sich um Auslandsnummern handelt, da hier hohe Gebühren anfallen können (Ping-Anrufe).
- Anrufe bei der Bundesnetzagentur melden: Man hat die Möglichkeit, belästigende Werbeanrufe offiziell zu melden, damit gegen die Verursacher Bußgelder verhängt werden können.
- Die eigene Nummer sparsam angeben: Man sollte seine Telefonnummer im Internet, bei Gewinnspielen oder auf Social-Media-Plattformen nur dann angeben, wenn es zwingend notwendig ist.
- Einträge in Telefonbüchern löschen: Man kann der Veröffentlichung der eigenen Daten in öffentlichen Verzeichnissen widersprechen, um die Verfügbarkeit der Nummer für Callcenter zu verringern.
- Ruhe bewahren und nicht unter Druck setzen lassen: Man sollte misstrauisch bleiben, wenn Anrufer Zeitdruck aufbauen oder mit Konsequenzen drohen; seriöse Unternehmen agieren nicht auf diese Weise.
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Sportstudent und zuständig für die Tarifaktionen der einzelnen Anbieter sowie für die Kombiangebote und Bundles mit Handys und Smartphones. Mittlerweile meistens im Homeoffice, dennoch nach wie vor produktiv. Apple Fan. Falls ich eine Aktion übersehen habe – gerne Mail an mich.
