KI-Flaute in Redmond: Microsoft rudert zurück – Copilot-Ziele zurückgeschraubt

Trotz gigantischer Investitionen und einer aggressiven Vermarktung sieht sich Microsoft gezwungen, seine ursprünglichen Ziele für den KI-Assistenten Copilot neu zu justieren. Interne Berichte, die unter anderem von The Information aufgegriffen wurden, deuten darauf hin, dass die Akzeptanz und die tatsächliche Nutzung von Copilot, insbesondere im hochpreisigen Unternehmenssegment, deutlich hinter den Erwartungen zurückbleiben.

Die Konsequenz ist eine strategische Neuausrichtung: Insidern zufolge musste Microsoft die Verkaufsquoten für einige der fortgeschrittenen Agentic AI-Funktionen von Copilot in einigen Fällen drastisch senken, was auf die Schwierigkeit hindeutet, Unternehmenskunden von dem Mehrwert zu überzeugen.

Der hohe Preis als Haupthindernis

Als größtes Akzeptanzhindernis wird die Preisgestaltung identifiziert. Mit Zusatzkosten von bis zu 30 US-Dollar pro Benutzer und Monat zusätzlich zum regulären Microsoft 365-Abonnement stellt Copilot eine erhebliche finanzielle Belastung für Unternehmen dar. Analysten von Wedbush Securities und Gartner berichten, dass viele Unternehmenskäufer den Return on Investment (ROI) dieser teuren Software nicht klar erkennen können. Solange die Produktivitätssteigerung nicht unmittelbar und messbar ist, zögern Chief Information Officers (CIOs) mit einer flächendeckenden Einführung.

Leistung und Integration in der Kritik

Neben den Kosten kämpft Copilot auch mit qualitativen und integrativen Herausforderungen:

  • Wahrgenommene Schwächen: Trotz der Anbindung an fortschrittliche OpenAI-Modelle empfinden einige Anwender die Leistung von Copilot im Vergleich zu direkten Konkurrenten wie dem freien ChatGPT als unterwältigend. Es gibt Berichte über mangelnde Genauigkeit, die möglicherweise auf die restriktiven Sicherheitsfilter und Corporate-Wrapper von Microsoft zurückzuführen sind.
  • Komplexität im Workflow: Anstatt den Arbeitsalltag nahtlos zu erleichtern, berichten Nutzer von einer steilen Lernkurve und einer oft als „ungeschickt“ empfundenen Integration in die gängigen Office-Anwendungen. Die Notwendigkeit, spezifische Prompts (Eingabeaufforderungen) zu erlernen, hält Nutzer davon ab, die KI für Routinetätigkeiten zu nutzen.

Der Wettbewerbsdruck nimmt zu

Die geringe Akzeptanz wird durch einen verschärften Wettbewerb verschärft. Während Microsofts Marktanteil im KI-Chat-Bereich Berichten zufolge bei etwa 14 % liegt, dominiert das von Microsoft mitfinanzierte OpenAI ChatGPT den Markt mit über 60 %. Zudem holt Google Gemini durch die aggressive kostenlose Integration in seine Workspace-Produkte auf und wird zunehmend zur bevorzugten Alternative.

Als Reaktion auf diese Entwicklungen muss Microsoft seine KI-Strategie überdenken: Es wird erwartet, dass der Konzern sich künftig stärker auf die Optimierung der Benutzererfahrung, die Verbesserung der Leistung und die gezielte Vermarktung von Copilot in spezifischen, hochrentablen Anwendungsfällen konzentrieren wird, um die hohen Investitionen in das KI-Ökosystem doch noch zu monetarisieren.


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