Kommentar: Samsung Exynos 2600 – leistet der Prozessor in der Praxis, was er auf dem Papier verspricht?

Der Exynos 2600 ist Samsungs ambitioniertester Versuch, das „Exynos-Trauma“ der letzten Jahre zu überwinden. Während der Chip auf dem Papier mit beeindruckenden Neuerungen wie der 2-nm-Fertigung und einer neuen AMD-Grafik glänzt, bleibt ein kritischer Blick auf die tatsächliche Konkurrenzfähigkeit unerlässlich.

Technische Eckpfeiler: Der Sprung auf 2 Nanometer

Der Exynos 2600 ist der weltweit erste Mobilprozessor, der im 2-nm-GAA-Verfahren (Gate-All-Around) gefertigt wird. Theoretisch ermöglicht dies eine deutlich höhere Effizienz und Leistungsdichte im Vergleich zur 3-nm-Konkurrenz von TSMC (Apple A19 Pro, Snapdragon 8 Elite Gen 5).

  • CPU-Architektur: Samsung setzt auf ein 10-Kern-Design (Deca-Core) mit einem Prime-Core, der mit bis zu 3,9 GHz taktet.
  • Grafik (GPU): Die Kooperation mit AMD geht in die nächste Runde. Die Xclipse 960 GPU (Codename „Juno“) basiert auf einer neueren RDNA-Iteration und soll Desktop-nahes Raytracing ermöglichen.
  • KI-Leistung: Die NPU (Neural Processing Unit) wurde massiv aufgebohrt, um lokale KI-Anwendungen („Galaxy AI“) ohne Cloud-Anbindung flüssiger zu berechnen.

1. Die Yield-Problematik (Ausbeute)

Das größte Risiko bleibt die Fertigung. Berichten zufolge kämpfte Samsung Foundry lange mit einer Ausbeute (Yield) von lediglich 30 bis 50 %. Das bedeutet, dass ein Großteil der produzierten Chips unbrauchbar ist und die physikalischen Eigenschaften der Prozessoren schwanken.. Sollte Samsung die 2-nm-Fertigung nicht rechtzeitig stabilisieren, drohen Hitzeprobleme oder eine begrenzte Verfügbarkeit, was den Chip gegenüber dem bewährten TSMC-Verfahren des Snapdragon ins Hintertreffen bringen könnte.

2. GPU-Effizienz vs. Rohleistung

Obwohl die AMD-Partnerschaft marketingtechnisch wertvoll ist, hinkten frühere Xclipse-GPUs in Sachen Sustained Performance (Dauerleistung) oft hinter Qualcomms Adreno-GPUs hinterher. Die Xclipse 960 muss beweisen, dass sie nicht nur in Benchmarks glänzt, sondern auch nach 30 Minuten Gaming nicht wegen Hitzeentwicklung drosselt.

3. Das „Zwei-Klassen-Problem“

Samsung plant Gerüchten zufolge, das Galaxy S26 Ultra weiterhin exklusiv mit dem Snapdragon 8 Elite Gen 5 auszustatten, während das S26 und S26+ (je nach Region) den Exynos 2600 erhalten. Diese Strategie signalisiert dem Markt indirekt, dass Samsung dem eigenen Chip die absolute Spitzenposition noch nicht vollends zutraut.

Vergleich: Exynos 2600 vs. Snapdragon 8 Elite Gen 5

FeatureExynos 2600 (2nm)Snapdragon 8 Elite Gen 5 (3nm)
FertigungSamsung 2nm GAATSMC 3nm (N3P/E)
CPU-Kerne10 Kerne (bis 3,9 GHz)8 Kerne (bis 4,6 GHz)
GPUSamsung Xclipse 960 (AMD)Qualcomm Adreno 840
StärkeMulticore & KI-EffizienzSingle-Core & Gaming-Stabilität
RisikoFertigungsstabilität (Yield)Hohe Lizenzkosten

Fazit: Alles steht und fällt mit der Fertigung

Technisch ist der Exynos 2600 ein Meilenstein, da er Apple und Qualcomm beim Prozess-Knoten (2nm) zuvorkommt. Doch die Geschichte hat gezeigt: Ein fortschrittliches Design nützt wenig, wenn die Fertigung ineffizient ist. Wenn Samsung die thermische Kontrolle (Stichwort: Heat Path Block) in den Griff bekommt, könnte der Exynos 2600 erstmals seit Jahren wieder auf Augenhöhe mit dem Snapdragon agieren. Bleiben die Yield-Probleme jedoch bestehen, wird er erneut als „B-Ware“ in der Galaxy-Familie wahrgenommen werden.


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