Discord zieht die Zügel an: Globale Ausweitung der Altersverifizierung sorgt für Unmut

Wer in diesen Tagen Discord öffnet, um in gewohnten Communitys zu chatten, könnte vor verschlossenen Türen stehen. Der Messenger-Dienst rollt aktuell eine strikte Altersverifizierung aus, die Nutzer weltweit – von Europa bis Südostasien – unvorbereitet trifft.

Die „Wall“: Wenn der Zugriff plötzlich verweigert wird

Nutzer rund um den Globus berichten derzeit von demselben Phänomen: Beim Versuch, einen als NSFW (Not Safe For Work) markierten Kanal zu betreten oder bestimmte Privatsphäre-Einstellungen zu ändern, erscheint plötzlich ein Pop-up. Der Zugriff wird erst gewährt, wenn das Alter zweifelsfrei nachgewiesen wurde. Betroffen sind dabei längst nicht mehr nur Regionen mit strengen Online-Gesetzen wie Großbritannien. Meldungen über die neue Sperre häufen sich in:

  • Europa: Österreich und weite Teile der EU
  • Nordamerika: Kanada
  • Asien: Japan, die Philippinen und Thailand
  • Osteuropa: Ukraine

Selfie oder Ausweis? Die Methoden der Verifizierung

Discord setzt für diesen Prozess auf den Drittanbieter Yoti. Den Nutzern werden in der Regel zwei Wege angeboten:

  1. Gesichtsschätzung per Video-Selfie: Eine KI analysiert die Gesichtszüge und schätzt das Alter. Laut Yoti werden die biometrischen Daten nach der Schätzung sofort gelöscht.
  2. Upload eines Ausweises: Ein offizielles Regierungsdokument (Reisepass, Personalausweis oder Führerschein) muss gescannt werden.

Warum passiert das gerade jetzt?

Obwohl Discord die Verifizierung zuerst in Regionen mit spezifischer Gesetzgebung (wie dem UK Online Safety Act) einführte, scheint das Unternehmen nun eine Präventiv-Strategie zu fahren. Angesichts des wachsenden Drucks durch Jugendschutzbehörden weltweit möchte Discord sicherstellen, dass Minderjährige keinen Zugang zu Inhalten für Erwachsene haben.

Besonders brisant: Viele Nutzer berichten, dass sie die Aufforderung erhalten, obwohl ihr Account bereits seit Jahren besteht und sie ihr Geburtsdatum korrekt hinterlegt hatten. Discord scheint demnach den rein textbasierten Angaben der User nicht mehr zu vertrauen.

Kritik aus der Community

In sozialen Netzwerken regt sich Widerstand. Die Hauptkritikpunkte sind:

  • Datenschutz: Viele User scheuen davor zurück, biometrische Daten oder Ausweiskopien an Drittanbieter zu übermitteln.
  • Fehleranfälligkeit: Die Gesichtsschätzung gilt als ungenau und führt oft dazu, dass volljährige Nutzer fälschlicherweise blockiert werden.
  • Willkür: Da die Ausrollung schrittweise und ohne große Ankündigung erfolgt, fühlen sich viele Nutzer bevormundet.

Wer Discord primär am Smartphone nutzt, sollte darauf vorbereitet sein, dass die App beim nächsten Öffnen sensibler Kanäle nach dem Ausweis fragt. Da die Verifizierung über externe Browser-Links von Yoti läuft, ist eine stabile Internetverbindung und eine funktionierende Frontkamera Voraussetzung, um den Account schnell wieder freizuschalten.


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