In der Welt des digitalen Bezahlens war man als europäischer Konsument jahrelang auf US-amerikanische Schwergewichte angewiesen. Wer schnell Geld an Freunde senden oder im Netz einkaufen wollte, kam an PayPal kaum vorbei. Doch mit Wero, dem Gemeinschaftsprojekt der European Payments Initiative (EPI), schickt Europa nun einen eigenen Herausforderer in den Ring. Als dein Finanz-Redakteur habe ich die beiden Systeme für dich gegenübergestellt.
Inhaltsverzeichnis
Das Konzept: Integration vs. Drittanbieter
Der größte Unterschied zeigt sich bereits bei der Anmeldung. Während man als PayPal-Nutzer ein separates Konto eröffnen, eine Kreditkarte hinterlegen und sensible Daten an einen US-Konzern übermitteln muss, setzt Wero auf Integration. Als Bankkunde findet man Wero direkt in der vertrauten Banking-App der heimischen Sparkasse oder Volksbank. Es ist kein zusätzliches Konto nötig; die Transaktionen werden als Kontoinhaber unmittelbar über das Girokonto abgewickelt.
Um den Dienst zu starten, öffnet man als Kunde die gewohnte Mobile-Banking-App auf dem Smartphone. Im Menü navigiert man zum Bereich „Wero“ und startet den Aktivierungsprozess. Hierbei verknüpft man als Teilnehmer seine Mobilfunknummer oder E-Mail-Adresse mit dem gewünschten Konto. Dieser Schritt ist notwendig, damit man als Empfänger künftig ohne Preisgabe der IBAN identifiziert werden kann.
Möchte man als Zahler einem Bekannten Geld zukommen lassen, wählt man dessen Kontakt einfach aus dem Telefonbuch aus oder gibt die Handynummer manuell ein. Nach der Eingabe des Betrags wird die Zahlung autorisiert. Als Absender profitiert man davon, dass das Geld in Echtzeit – also innerhalb weniger Sekunden – beim Gegenüber ankommt.
Geschwindigkeit und Technik: Das Ende der Wartezeit
PayPal agiert intern zwar schnell, doch der Transfer vom PayPal-Guthaben auf das eigene Bankkonto dauert oft noch immer Tage – es sei denn, man zahlt als Kunde eine Gebühr für die Sofortauszahlung. Wero hingegen basiert konsequent auf der Echtzeit-Überweisung (SCT Inst). Schickt man als Sender einen Betrag per Wero ab, landet dieser innerhalb von weniger als zehn Sekunden final auf dem Konto des Empfängers. Für den Empfänger bedeutet das: Das Geld ist sofort verfügbar und nicht nur als virtuelles Guthaben in einer App sichtbar.
Der direkte Vergleich für den smarten Zahler
| Feature | PayPal | Wero |
| Herkunft | USA | Europa (EPI) |
| Anbindung | Separates Konto / Wallet | Direktes Girokonto (Echtzeit) |
| Identifikation | E-Mail / Nutzername | Handynummer / E-Mail |
| Datenschutz | US-Datenschutzstandards | Strenge EU-DSGVO |
| Kosten (Privat) | Kostenlos (Freunde) | Kostenlos |
| Käuferschutz | Integriert & etabliert | In Entwicklung für 2025/26 |
Datenschutz als schärfste Waffe
Für den sicherheitsbewussten Anwender ist der Datenschutz das entscheidende Argument. Bei PayPal wandern Zahlungsdaten über Server in den USA und werden für Profilbildungen genutzt. Als Wero-Nutzer unterliegt man den strengen europäischen Richtlinien. Die Daten bleiben im europäischen Bankensystem, was Wero zum bevorzugten Werkzeug für jeden Datenschützer macht.
Wo hat PayPal (noch) die Nase vorn?
Man muss als objektiver Beobachter konstatieren: PayPal hat einen Vorsprung von über zwei Jahrzehnten. Die Akzeptanz im Online-Handel ist nahezu lückenlos, und der integrierte Käuferschutz gibt vielen als Online-Shopper ein sicheres Gefühl. Wero rollt diese Funktionen erst im Laufe des Jahres 2026 flächendeckend aus. Wer als Weltenbummler zudem global bezahlen möchte, kommt an PayPal nicht vorbei, da Wero vorerst ein rein europäisches Projekt bleibt.
Fazit für den Verbraucher
Wero ist mehr als nur eine weitere App; es ist der Versuch, als Europäer die Souveränität über den eigenen Zahlungsverkehr zurückzugewinnen. Für schnelle Zahlungen unter Freunden ist Wero dank der Echtzeit-Anbindung schon jetzt die technisch überlegene Lösung. Ob es den Giganten PayPal langfristig ablösen kann, wird davon abhängen, wie schnell man als Einkäufer auch bei den großen Online-Händlern den „Wero-Button“ findet.
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Technikaffin seit den Zeiten von Amiga 500 und C64 – mittlerweile aber eher mit deutlichem Fokus auf die Bereich Mobilfunk und Telekommunikation. Die ersten Artikel im Telco Bereich habe ich bereits 2006 geschrieben, seit dem bin ich dem Thema treu geblieben und nebenbei läuft mittlerweile auch noch ein Telefon- und Smartphone Museum um die Entiwcklung zu dokumentieren.
