In der Debatte um die Einführung einer digitalen Gemeinschaftswährung hat Bundesbank-Präsident Joachim Nagel Bedenken zerstreut, das staatliche Projekt könne private Anbieter verdrängen. Vielmehr sieht er darin einen Katalysator für europäische Initiativen wie das Zahlungssystem Wero.
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Symbiose statt Verdrängungswettbewerb
Joachim Nagel trat am Dienstagabend in Berlin Gerüchten entgegen, wonach ein digitaler Euro private europäische Bezahllösungen schwächen würde. Laut seinem Redemanuskript ist das Gegenteil geplant: Private Dienste könnten massiv von der grenzüberschreitenden Reichweite der Digitalwährung profitieren. Als konkretes Beispiel nannte er die Einbindung des digitalen Euro in die Wero-Wallet.
Wero, ein System für Echtzeitüberweisungen zwischen Bankkonten, könnte im Gegenzug als wichtige Nutzerschnittstelle für die neue Währung fungieren. Nagel sprach in diesem Zusammenhang von einer klassischen „Win-Win-Situation“. Der Markt biete genügend Platz für öffentliche und private Akteure, zumal die Verbraucher ohnehin Wert auf eine breite Auswahl an Zahlungsoptionen legten.
Zeitplan und gesetzliche Hürden
Der Fahrplan für die Einführung steht laut Nagel bereits fest:
- Ende 2026: Bis zu diesem Zeitpunkt soll die gesetzliche Grundlage durch die Politik geschaffen sein.
- Lauf des Jahres 2029: Die Bundesbank bereitet sich darauf vor, den digitalen Euro in diesem Zeitraum erstmals ausgeben zu können.
Die Kreditinstitute spielen dabei eine zentrale Rolle, da sie als direkte Schnittstelle zwischen den Bürgern und dem Eurosystem fungieren sollen.
Kritik aus der Bankenwelt
Trotz des Optimismus der Bundesbank bleibt die deutsche Kreditwirtschaft skeptisch. Unter der Führung von Christian Sewing, Präsident des Bundesverbands deutscher Banken, werden vor allem zwei Punkte kritisiert:
- Kostenlast: Banken und Sparkassen befürchten, den Großteil der Implementierungs- und Betriebskosten allein tragen zu müssen.
- Angebotszwang: Die gesetzliche Pflicht, den digitalen Euro aktiv vertreiben zu müssen, wird als unverhältnismäßiger Eingriff in die unternehmerische Freiheit gewertet.
Unabhängigkeit von US-Giganten
Das übergeordnete Ziel der Europäischen Zentralbank (EZB) bleibt die Stärkung der europäischen Souveränität. Der digitale Euro soll das Bargeld nicht ersetzen, sondern ergänzen. Vor allem möchte man eine Alternative zu US-amerikanischen Dienstleistern wie PayPal, Apple Pay oder Visa schaffen. Damit reagiert die EZB auch auf das veränderte Zahlungsverhalten der Bürger, die im Alltag immer seltener zu Scheinen und Münzen greifen.
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Technikaffin seit den Zeiten von Amiga 500 und C64 – mittlerweile aber eher mit deutlichem Fokus auf die Bereich Mobilfunk und Telekommunikation. Die ersten Artikel im Telco Bereich habe ich bereits 2006 geschrieben, seit dem bin ich dem Thema treu geblieben und nebenbei läuft mittlerweile auch noch ein Telefon- und Smartphone Museum um die Entiwcklung zu dokumentieren.
