Samsung steht unter Beschuss. Was als technologische Revolution der Galaxy S26-Serie gefeiert werden sollte, entwickelt sich zum PR-Debakel. Wie das südkoreanische Nachrichtenportal Newsis berichtet, bleibt das neue Vorzeige-Feature der One UI 8.5 – das „AI Call Screening“ – exklusiv der neuesten Flaggschiff-Generation vorbehalten. Damit lässt der Konzern selbst Käufer links liegen, deren Geräte erst wenige Monate alt sind.
Das Feature, das Anrufe mithilfe von On-Device-KI entgegennimmt, Identitäten prüft und Echtzeit-Zusammenfassungen erstellt, wird technisch rein über die Software gesteuert. Branchenexperten sind sich einig: Die Hardware des Galaxy S25 Ultra oder des Z Fold7 ist dank ihrer leistungsstarken NPU-Einheiten (Neural Processing Unit) mehr als fähig, diese Aufgaben zu bewältigen.
Dass Samsung die Funktion dennoch künstlich beschränkt, wird in Fachkreisen als „Marketing-Schachzug“ gewertet, um die Verkäufe der S26-Reihe anzukurbeln. Ein offizielles Statement aus der Samsung-Community lässt wenig Hoffnung auf Besserung: Es gebe derzeit keine Pläne, das Feature auf ältere Modelle zu portieren.
Die 7-Jahre-Zusage: Nur ein zahnloser Tiger?
Der Zorn der Nutzer ist groß und trifft einen empfindlichen Punkt in Samsungs Markenversprechen.
- Rückblick 2024: Auf dem Galaxy Unpacked Event kündigte Samsung stolz an, die Unterstützung für Software- und Sicherheitsupdates auf 7 Jahre zu verlängern.
- Die Realität 2026: Kritiker werfen dem Konzern nun vor, dieses Versprechen zu entwerten. Wenn zwar die Versionsnummer des Betriebssystems steigt, die entscheidenden Kernfunktionen jedoch vorenthalten werden, verkommt das Update zur blochten Kosmetik.
Viele Nutzer stellen sich nun die berechtigte Frage: Wird auch das S26 in nur zwölf Monaten zum „alten Eisen“ deklariert, sobald das S27 erscheint?
Besonders bitter stößt den Samsung-Fans der Vergleich mit dem Dauerrivalen Apple auf. Während Samsung Geräte ausschließt, die kein Jahr auf dem Markt sind, zeigt Apple eine deutlich höhere Rückwärtskompatibilität:
- Apples Ansatz: Die im September 2025 eingeführte Call-Screening-Funktion unterstützt nicht nur das aktuelle iPhone 17, sondern läuft sogar auf dem iPhone 11 aus dem Jahr 2019.
Diese Strategie unterstreicht den Vorwurf der „künstlichen Obsoleszenz“ bei Samsung und lässt das Argument technischer Limitationen endgültig in sich zusammenbrechen.
Analyse: Kurzfristiger Profit gegen langfristige Loyalität
Branchenanalysten sehen in diesem Schritt einen riskanten Balanceakt. Da sich die Hardware-Spezifikationen von Smartphones immer mehr angleichen, wird die Software zum einzigen echten Differenzierungsmerkmal.
„Samsung versucht, KI-Features als Alleinstellungsmerkmal zu zementieren, um die Austauschzyklen der Kunden zu verkürzen“, so ein Brancheninsider. „Doch die Diskriminierung von Premium-Käufern, deren Geräte weniger als ein Jahr alt sind, gefährdet die Basis der treuesten Nutzer.“
Sollte Samsung nicht einlenken, riskiert das Unternehmen einen massiven Vertrauensverlust. Ein 7-Jahre-Versprechen ist nur so viel wert wie die Funktionen, die am Ende tatsächlich beim Nutzer ankommen.
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Technikaffin seit den Zeiten von Amiga 500 und C64 – mittlerweile aber eher mit deutlichem Fokus auf die Bereich Mobilfunk und Telekommunikation. Die ersten Artikel im Telco Bereich habe ich bereits 2006 geschrieben, seit dem bin ich dem Thema treu geblieben und nebenbei läuft mittlerweile auch noch ein Telefon- und Smartphone Museum um die Entiwcklung zu dokumentieren.
