Angriff auf Nvidias Dominanz: Huawei plant KI-Supercluster

Der chinesische Technologiekonzern Huawei verschärft den Wettlauf um die Vorherrschaft bei Künstlicher Intelligenz und nimmt den Weltmarktführer Nvidia direkt ins Visier. Mit einer neuen Generation von KI-Prozessoren will das Unternehmen die Abhängigkeit Chinas von US-Technologie beenden. Wegen der enormen Nachfrage im Heimatland bleiben weltweite Exportpläne jedoch vorerst zweitrangig.

Neue Chip-Generationen im Jahrestakt

Auf der Konferenz „Huawei Connect“ kündigte der Konzern die neuen KI-Prozessoren „Ascend 960DT“ und „Ascend 960PR“ an, die im kommenden Jahr auf den Markt kommen sollen. Anschließend will das Unternehmen das Entwicklungstempo spürbar anziehen: Wie Führungskraft David Wang betonte, sollen Folgemodelle künftig im Zwölf-Monats-Rhythmus erscheinen.

Aufgrund der hohen Nachfrage auf dem heimischen Markt bleibt die globale Verfügbarkeit vorerst stark limitiert. Der amtierende Konzernchef Eric Xu stellte klar: „Da wir nicht über ausreichende Kapazitäten verfügen, um die Nachfrage in China zu decken, haben wir nicht vor, in vollem Umfang auf den internationalen Markt zu expandieren.“

Supercluster gleicht Leistungsmanko aus

Technisch steht Huawei vor der Herausforderung, dass die eigenen Einzelchips in der reinen Rechenleistung noch hinter den Spitzenmodellen der US-Konkurrenz zurückbleiben. Diesen Nachteil will der Konzern durch eine extrem beschleunigte Kommunikation zwischen den Prozessoren wettmachen. Durch diese spezialisierte Vernetzungstechnologie sollen sich bis zu eine Million Chips zu einem einzigen, gewaltigen Gesamtsystem zusammenschalten lassen, um selbst komplexe KI-Modelle effizient zu trainieren.

Eckpfeiler für Chinas technologische Unabhängigkeit

Huawei spielt eine Schlüsselrolle in den Bestrebungen der chinesischen Regierung, sich von westlicher Halbleitertechnik abzukoppeln. Um den technologischen Aufstieg Chinas zu bremsen, beschränken die USA den Export von Hochtechnologie in die Volksrepublik drastisch. Nvidia darf der Volksrepublik derzeit nur streng regulierte, in ihrer Leistung gedrosselte Varianten seiner KI-Hardware anbieten.

Huawei-Chef Xu erteilte dieser Fremdbestimmung eine klare Absage: „Wir können nicht akzeptieren, dass wir keinen Einfluss darauf haben, wer Chips nach China verkaufen darf.“ Die eigene Chip-Offensive bildet somit das Fundament für Pekings angestrebte digitale Autarkie.


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