Der Online- und Cloud-Riese Amazon verhandelt Medienberichten zufolge über den Kauf des aufchtzeitnahe KI-Infrastruktur und Videomodelle spezialisierten Startups Decart. Ein Deal könnte die KI-Hardware-Ambitionen von Amazon deutlich stärken.
Der US-Technologiekonzern Amazon verhandelt nach Informationen des Wall Street Journal (WSJ) über eine Übernahme des KI-Startups Decart. Der Kaufpreis könnte sich auf rund sieben Milliarden US-Dollar belaufen. Wie die Zeitung am Sonntag (Ortszeit) unter Berufung auf verhandlungsnahe Personen berichtete, könnte eine Vereinbarung bei erfolgreichem Verkaufsabschluss in Kürze erzielt werden – sofern die Gespräche nicht in letzter Minute scheitern oder ein weiterer Bieter dazwischentritt.
Strategische Technologie für KI-Infrastruktur und Videoverarbeitung
Decart, 2023 unter anderem von den Brüdern Dean und Orian Leitersdorf gegründet, hat sich auf extrem latenzarme KI-Modelle und Optimierungssoftware spezialisiert. Das Startup erregte internationale Aufmerksamkeit mit dem Echtzeit-Modell „Lucy“, das die framegenaue Live-Bearbeitung von Videos ermöglicht, sowie dem Modell „Oasis“, das interaktive, simulierte Umgebungen generiert. Letztere Technologie wird unter anderem zum Training von Robotik-Systemen und autonomen Fahrzeugen eingesetzt. Zudem entwickelt Decart Software-Lösungen (wie die Plattform DOS), die es erlauben, KI-Anwendungen effizienter und herstellerunabhängig auf verschiedenen Prozessor-Arten auszuführen.
Für Amazon ist die Technologie strategisch besonders wertvoll: Der Konzern versucht, sich mit seinen eigenen Trainium-KI-Chips als günstigere Alternative zu den marktbeherrschenden Beschleunigern von Nvidia [NVDA.O] zu etablieren. Amazon Web Services (AWS) hatte Decart bereits frühzeitig Zugang zu seinen Trainium3-Prozessoren gewährt und gehört zu den wichtigsten Kunden des Startups.
Turbulent-wechselhafte Bieterschlacht
Ein Verkauf an Amazon markiert den vorläufigen Höhepunkt einer monatelangen Bieterschlacht um das aufstrebende Unternehmen:
- Finanzierungsrunde im Mai: Im Mai 2026 sammelte Decart in einer von Radical Ventures angeführten Finanzierungsrunde 300 Millionen US-Dollar ein und gewann Nvidia als neuen Investor. PitchBook-Daten zufolge lag die Bewertung damals bei knapp vier Milliarden Dollar.
- Geplatzter Deal mit Anthropic: Vor wenigen Monaten verhandelte der KI-Entwickler Anthropic über einen Kauf von Decart für rund sechs Milliarden Dollar. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtete, zog sich Anthropic jedoch im vergangenen Monat nach einer Due-Diligence-Prüfung überraschend aus den Gesprächen zurück. Auch Nvidia hatte im Sommer ein Kaufinteresse erwogen.
Sollte die Übernahme durch Amazon zustande kommen, läge der Kaufpreis von rund sieben Milliarden Dollar deutlich über den bisherigen Bewertungen des Startups, das bislang insgesamt rund 450 Millionen Dollar an Risikokapital aufgenommen hat.
Stellungnahmen von Amazon und Decart lagen auf Anfrage zunächst nicht vor. Die Nachrichtenagentur Reuters gab an, den Bericht des Wall Street Journal zunächst nicht unabhängig überprüfen zu können.
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Technikaffin seit den Zeiten von Amiga 500 und C64 – mittlerweile aber eher mit deutlichem Fokus auf die Bereich Mobilfunk und Telekommunikation. Die ersten Artikel im Telco Bereich habe ich bereits 2006 geschrieben, seit dem bin ich dem Thema treu geblieben und nebenbei läuft mittlerweile auch noch ein Telefon- und Smartphone Museum um die Entiwcklung zu dokumentieren.
