Die anhaltende Flaute auf dem weltweiten Smartphone-Markt hinterlässt deutliche Spuren in der Bilanz des US-Halbleiterkonzerns Qualcomm. Zwar fielen die am Mittwoch vorgelegten Ergebnisse für das abgelaufene Quartal dank spürbarer Zuwächse in der Automobilsparte und im Bereich des Internets der Dinge (IoT) besser aus als von Experten befürchtet. Dennoch reagierten Anleger enttäuscht auf den spürbaren Rückgang von Umsatz und Gewinn: Im nachbörslichen Handel an der Wall Street gab die Qualcomm-Aktie um 6,5 Prozent nach.
Einbruch bei Handychips trifft das Kerngeschäft
Der Hauptgrund für den Dämpfer liegt im Stammgeschäft mit Mobiltelefonen. Der Konzernumsatz schrumpfte im Berichtszeitraum um sieben Prozent auf 10,44 Milliarden US-Dollar, während der Gewinn je Aktie um 28 Prozent auf 2,17 Dollar einbrach.
Hintergrund ist ein drastischer Absatzeinbruch bei Smartphones: Nach Daten des Analysehauses Counterpoint fiel der globale Handy-Absatz im September um 20 Prozent auf ein 14-Jahres-Tief. Ursache hierfür ist unter anderem der weltweite KI-Boom: Durch den massiven Ausbau von KI-Rechenzentren kam es zu gravierenden Lieferengpässen und enormen Preisanstiegen bei Speicherchips, was die Produktion und Nachfrage im Mobilfunksegment stark bremste.
„Anders als viele andere Unternehmen haben wir dies vorhergesehen und waren darauf vorbereitet“, erklärte Qualcomm-Chef Cristiano Amon in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters. Er verwies darauf, dass sich inzwischen erste Anzeichen für eine Erholung der Nachfrage nach Android-Smartphones abzeichnen.
Apple-Wegfall und Android-Gegengewicht
Für das laufende Quartal stellt das Management einen Umsatz zwischen 10,4 und 11,2 Milliarden Dollar sowie einen Gewinn je Aktie von 2,15 bis 2,35 Dollar in Aussicht. Diese Prognose beinhaltet bereits keine weiteren Chip-Lieferungen mehr an Apple. Der iPhone-Hersteller setzt bei seinen Geräten zunehmend auf eigenentwickelte Modems und Halbleiter.
Dass Qualcomm diesen Verlust auffangen kann, liegt an der verstärkten Nachfrage anderer Smartphone-Hersteller im Android-Segment. Laut Amon glichen die Zugewinne bei Großkunden wie Samsung sowie chinesischen Smartphone-Marken die Apple-Ausfälle mehr als aus. Der gesamte Auftragseingang des Konzerns legte um 70 Prozent zu.
Diversifizierung außerhalb des Mobilfunks
Um die Abhängigkeit vom schwankungsanfälligen Smartphone-Markt nachhaltig zu verringern, treibt Amon die Transformation des Unternehmens voran:
- Automotive & IoT: Das Geschäft mit vernetzten Fahrzeugen und Smart Devices entwickelte sich zuletzt als wichtiger Umsatztreiber.
- Rechenzentren & KI-Partnerschaften: Qualcomm baut das Geschäft mit Spezialchips für Rechenzentren massiv aus. Im Rahmen einer 60 Milliarden Dollar schweren Kooperation mit Amazon zur Entwicklung von KI-Prozessoren erhielt der Online-Riese zudem eine Option zum Erwerb von Qualcomm-Aktien im Wert von vier Milliarden Dollar. Ähnliche Beteiligungsmodelle nutzen auch Konkurrenten wie AMD bei Vereinbarungen mit Meta und OpenAI.
- PC-Prozessoren: Mit den energieeffizienten und KI-optimierten Prozessoren der „Snapdragon X Elite“-Reihe drängt Qualcomm zudem verstärkt in den PC-Markt, der bislang von Intel und AMD dominiert wird.
Konzernchef Amon zeigt sich angesichts dieser Aufstellung optimistisch: Die Umsätze außerhalb des Mobilfunkgeschäfts sollen im Geschäftsjahr 2026/2027 um mehr als 60 Prozent steigen. Allein die Einnahmen aus dem Verkauf von Chips für Rechenzentren dürften laut Unternehmensprognose die Marke von fünf Milliarden Dollar erreichen.
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Technikaffin seit den Zeiten von Amiga 500 und C64 – mittlerweile aber eher mit deutlichem Fokus auf die Bereich Mobilfunk und Telekommunikation. Die ersten Artikel im Telco Bereich habe ich bereits 2006 geschrieben, seit dem bin ich dem Thema treu geblieben und nebenbei läuft mittlerweile auch noch ein Telefon- und Smartphone Museum um die Entiwcklung zu dokumentieren.
