Ob beim Navigieren, beim Wetter-Check oder beim Online-Shopping – moderne Smartphones wissen fast immer ganz genau, wo wir uns befinden. Doch was, wenn man diesen digitalen Schatten abschütteln möchte? Sogenannte Fake-GPS-Apps (auch GPS-Spoofing genannt) erlauben es, dem Betriebssystem und anderen Anwendungen einen beliebigen Standort vorzugaukeln. Was zunächst nach technischer Trickserei klingt, hat für viele Nutzer einen handfesten Nutzen und ist oft besser, als einfach nur das GPS abzuschalten.
Inhaltsverzeichnis
Warum ist ein virtueller Standort sinnvoll?
Es gibt drei Hauptgründe, warum Anwender zu solchen Werkzeugen greifen:
- Schutz der Privatsphäre: Viele Apps verlangen Zugriff auf Standortdaten, auch wenn diese für die eigentliche Funktion nicht zwingend notwendig sind. Wer nicht möchte, dass soziale Netzwerke oder Datensammler ein Bewegungsprofil erstellen, kann durch einen gefälschten Standort seine Privatsphäre wahren.
- Zugriff auf regionale Inhalte: Manche Dienste (Geoblocking) bieten bestimmte Funktionen oder Informationen nur an spezifischen Orten an. Mit Fake-GPS lassen sich solche digitalen Grenzen oft umgehen – etwa um lokale News aus einer anderen Stadt zu sehen.
- App-Tests und Gaming: Entwickler nutzen diese Tools, um ortsbasierte Funktionen zu prüfen, ohne physisch verreisen zu müssen. Auch bei Spielen wie Pokémon GO ist das Verfahren beliebt, um seltene Objekte an entfernten Orten zu erreichen (wobei hier oft Sperren durch die Spielebetreiber drohen).
Beliebte Apps und Lösungen für Fake-GPS Standortdaten
Je nach Betriebssystem unterscheidet sich die Vorgehensweise deutlich. Während Android-Nutzer oft nur eine App installieren müssen, benötigen iPhone-Besitzer meist eine Software für den Computer.
| Anwendung | System | Besonderheiten |
| Fake GPS Location (Lexa) | Android | Der Klassiker: Einfach zu bedienen, kostenlos und sehr zuverlässig für Standard-Aufgaben. |
| GPS Emulator | Android | Bietet eine intuitive Karte und ermöglicht das schnelle Speichern von Favoriten-Standorten. |
| iMyFone AnyTo | iOS / Android | Desktop-Software, die den Standort via USB-Kabel manipuliert. Ideal für iPhone-Nutzer ohne Jailbreak. |
| Dr.Fone – Virtueller Standort | iOS / Android | Umfangreiches Tool, das auch Routen mit verschiedenen Geschwindigkeiten simulieren kann. |
Hinweis für Android-Nutzer: Damit diese Apps funktionieren, müssen in den Einstellungen die sogenannten „Entwickleroptionen“ freigeschaltet und dort die App als „App für simulierte Standorte“ ausgewählt werden.
VIDEO Standortdaten faken
Die Kehrseite: Risiken und rechtliche Stolpersteine
Trotz der Vorteile sollten Verbraucher die Risiken nicht unterschätzen:
- Sicherheitsrisiken: Kostenlose Fake-GPS-Apps finanzieren sich oft durch Werbung oder Datensammlung. Prüfen Sie genau, welche Berechtigungen (z. B. Zugriff auf Fotos oder Kontakte) die App verlangt.
- System-Instabilitäten: Gelegentlich „verhakt“ sich der Standort. Selbst nach Deinstallation der App glaubt das Handy dann noch, es sei in New York statt in Berlin. Hier hilft meist nur ein Neustart oder das manuelle Zurücksetzen der Ortungsdienste.
- Nutzungsbedingungen: Viele Dienstleister (insbesondere im Bereich Banking, Dating oder Gaming) untersagen die Nutzung von Standort-Manipulation. Im schlimmsten Fall droht eine dauerhafte Sperrung des Accounts.
- Rechtliches: Während die Änderung des eigenen Standorts zur Wahrung der Privatsphäre legal ist, darf die Technik nicht dazu genutzt werden, um Betrug zu begehen (z. B. bei Fahrtenabrechnungen gegenüber dem Arbeitgeber).
Fake-GPS-Tools sind mächtige Werkzeuge für mehr digitale Selbstbestimmung. Wer sie nutzt, um neugierige Apps in die Irre zu führen, gewinnt ein Stück Anonymität zurück. Dennoch gilt: Gehen Sie sparsam damit um und nutzen Sie seriöse Anbieter, um Ihr Gerät nicht unnötigen Sicherheitsrisiken auszusetzen.
VIDEO GPS Spoofing Apps im Test
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Technikaffin seit den Zeiten von Amiga 500 und C64 – mittlerweile aber eher mit deutlichem Fokus auf die Bereich Mobilfunk und Telekommunikation. Die ersten Artikel im Telco Bereich habe ich bereits 2006 geschrieben, seit dem bin ich dem Thema treu geblieben und nebenbei läuft mittlerweile auch noch ein Telefon- und Smartphone Museum um die Entiwcklung zu dokumentieren.
