Tetraphobie im Smartphone-Bereich – das steckt dahinter

Tetraphobie bezeichnet die Angst vor der Zahl 4. Im Smartphone-Bereich – insbesondere bei Herstellern aus Ostasien (China, Südkorea, Taiwan) – führt dieser kulturelle Aberglaube dazu, dass die Ziffer 4 bei der Benennung von Modellreihen konsequent übersprungen wird. Hier ist der Hintergrund und wie sich das konkret auf die Technik-Welt auswirkt:

1. Die sprachliche Ursache

Der Grund liegt in der Phonetik: In Sprachen wie Mandarin, Kantonesisch, Japanisch oder Koreanisch klingt das Wort für „vier“ (chinesisch: ) fast identisch mit dem Wort für „Tod“ (). Der einzige Unterschied ist oft nur der Tonfall. Eine „4“ im Namen eines Produkts zu tragen, wird daher oft so wahrgenommen, als würde man ein „Todes-Handy“ verkaufen.

Dies ist vergleichbar mit der 13 im westlichen Kulturraum. Auch in Deutschland, Europa und den USA wird die Zahl 13 oft vermieden für wichtige Anwendungen (Flugzeug-Nummer, Stockwerke). Die fernöstliche Tetraphobie ist aber noch deutlich stärker ausgeprägt.

2. Auswirkungen auf Smartphone-Reihen

Viele bekannte Hersteller haben bereits ganze Generationen übersprungen, um die 4 zu vermeiden:

  • OnePlus: Nach dem OnePlus 3 und 3T folgte direkt das OnePlus 5.
  • Oppo: In der Find-Serie folgte auf das Find X3 direkt das Find X5.
  • Vivo: Auch Vivo überspringt regelmäßig die 4er-Schritte, wie jetzt beim Wechsel von der X300- zur X500-Serie (da die X400-Serie theoretisch anstünde).
  • ROG Phone (ASUS): Nach dem ROG Phone 3 kam das ROG Phone 5.

3. Ein globales Phänomen

Obwohl die Tetraphobie im Westen kaum eine Rolle spielt, agieren die Hersteller meist global einheitlich. Ein Gerät unter zwei verschiedenen Namen (z. B. „X4“ im Westen und „X5“ in China) zu vermarkten, wäre logistisch zu aufwendig. Daher „fehlen“ diese Zahlen weltweit in den Portfolios.

4. Vergleich zum Westen

Man kann die Tetraphobie eins zu eins mit der westlichen Triskaidekaphobie (Angst vor der Zahl 13) vergleichen. Während bei uns oft der 13. Stock in Hotels fehlt, fehlen in asiatischen Gebäuden oft der 4., 14. oder 24. Stock – und eben die entsprechenden Ziffern auf der Rückseite unserer Smartphones.

Interessanter Fakt: Während die 4 gemieden wird, ist die 8 extrem beliebt, da sie im Chinesischen ähnlich wie „Wohlstand“ oder „Glück“ klingt. Deshalb finden sich in Marketing-Materialien oder Preisen (z. B. 888 Yuan) auffällig oft Achten.


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