Welle von ChatGPT-Mails: Warum Nutzer weltweit derzeit ungefragt Verifizierungscodes erhalten

Wer in den letzten Tagen in sein E-Mail-Postfach geschaut hat, schaut womöglich verwundert auf Mitteilungen von OpenAI. Zahlreiche Internetnutzer berichten aktuell über gehäufte E-Mails mit dem Betreff oder Inhalt „Enter this temporary verification code to continue“ zur Erstellung eines ChatGPT-Kontos – ohne dass sie selbst versucht hätten, sich anzumelden.

Die Ursache: Automatisierte Bots auf Namenssuche

Hinter der aktuellen Flut an Verifizierungs-Mails stecken in den allermeisten Fällen automatisierte Skripte und Spam-Bots. Diese probieren im großen Stil sogenannte „Leak-Listen“ mit Millionen von E-Mail-Adressen durch.

Dabei verfolgen die Angreifer meist zwei Ziele:

  • Massenregistrierung: Bots versuchen, vollautomatisch neue Accounts bei beliebten KI-Diensten wie ChatGPT anzulegen, um diese später für Spam, das Abfragen von Daten oder zum Wiederverkauf zu nutzen.
  • Adress-Überprüfung (Credential Stuffing): Es wird automatisiert getestet, ob eine E-Mail-Adresse aktiv ist und bei welchen Online-Diensten bereits Konten existieren.

Keine Panik: Das eigene Konto ist nicht gehackt

Auch wenn die E-Mails beunruhigend wirken, besteht in der Regel kein Grund zur Sorge:

  1. Kein Zugriff aufs Postfach: Die Registrierung bei ChatGPT kann nur abgeschlossen werden, wenn der sechsstellige Code eingegeben wird. Da dieser ausschließlich im eigenen E-Mail-Postfach landet, scheitern die Bots an dieser Hürde.
  2. Kein gehacktes Passwort: Die Mail bedeutet nicht, dass Fremde das Passwort des eigenen E-Mail-Kontos oder eines bestehenden ChatGPT-Accounts besitzen. Es zeigt lediglich, dass jemand die E-Mail-Adresse in ein Registrierungsformular eingetippt hat.

Wie sollte man jetzt reagieren?

  • E-Mail schlicht ignorieren: Der zugeschickte Verifizierungscode verfällt nach wenigen Minuten automatisch. Man muss die Nachricht weder beantworten noch den Support kontaktieren.
  • Keine Links anklicken: Zwar stammen die aktuellen Mails in der Regel direkt von der echten OpenAI-Adresse, dennoch sollte man bei unerwarteten E-Mails grundsätzlich davon absehen, auf enthaltene Links zu klicken.
  • Code niemals weitergeben: Sollte man zusätzlich per Chat oder Anruf von angeblichen Support-Mitarbeitern kontaktiert werden, gilt: Ein Sicherheitscode darf niemals an Dritte weitergegeben werden.
  • Zwei-Faktor-Authentifizierung prüfen: Um das allgemeine Sicherheitsgefühl zu stärken, empfiehlt sich ein Blick auf das eigene E-Mail-Konto. Ein starkes, einzigartiges Passwort sowie eine aktivierte Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) bieten den besten Schutz vor tatsächlichen Übernahmeversuchen.

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