Schlechter Empfang bei Handys und Smartphones – so kann man sich helfen

Schlechter Empfang bei Handys und Smartphones – so kann man sich helfen – Das mobiles Internet ist mittlerweile die wichtigste Funktion am Handy, aber man ist dabei darauf angewiesen, dass man ein schnelles und stabiles Mobilfunk-Netz hat. Leider ist das nicht immer der Fall, viele Nutzer klagen immer wieder über schlechte Verbindung mit wenig Empfang und wenigen Balken. In dem Fall sind dann viele Funktionen der Handys und Smartphones nicht nutzbar und daher ist schlechter Empfang bei Handys und Smartphones immer ein Ärgernis. In diesem Artikel wollen wir zeigen, was man dagegen tun kann und auch, wie es rechtlich bei schlechtem Netz aussieht.

Wichtig dabei: Hier geht es nicht um Problemfällen, bei denen der Empfang komplett weg ist oder die Handykarte gar kein Netz findet. Dies hat in der Regel andere Ursache und wir haben diese Probleme (und die Hilfestellungen dazu) hier zusammengefasst: Handy hat kein Netz | Handy erkennt Sim nicht | Kein mobiles Internet | Kein WLAN Empfang

So kann man sich selbst helfen

Bei schlechtem Empfang kann man sehr gut selbst aktiv werden und unterschiedliche Möglichkeiten prüfen, um den Empfang zu verbessern. Die wichtigsten Tipps dazu haben wir hier zusammengestellt:

  • Netzabdeckung prüfen: in vielen Bereichen (vor allem außerhalb der Städte) ist das Netz einfach noch nicht so gut ausgebaut und daher ist der Empfang schlecht und man hat wenige Balken. Das kann man auf den Netzausbaukarten der Anbieter abfragen – diese stehen kostenlose für alle deutschen Netze zur Verfügung und dort sieht man, was theoretisch möglich wäre oder eben auch nicht:  Telekom Netzkarte* |Vodafone Netzkarte* | O2 Netzkarte*
  • Netzstandard prüfen: Handys bieten die Auswahl, welchen Netzstandard die Geräte nutzen sollen und oft wurden Modelle in der Vergangenheit auf manuell Auswahl und 3G/UMTS gesetzt. Das war damals auch sinnvoll, mittlerweile sind die 3G Netze aber komplett bei allen Anbietern abgeschaltet. Mit 3G Einstellungen findet man also kein Netz mehr. Im besten Fall sollte man den Netzstandard in den Verbindungseinstellungen auf automatisch stehen haben – falls dort auch 5G mit angezeigt wird, ist das auch kein Problem, die neue Technik wird aber nur genutzt, wenn tatsächlich Tarif, Handy und Netz 5G erlauben.
  • Netzverbindung zurücksetzen – in vielen Fällen kann es helfen, das Handy neu ins Netz einwählen zu lassen. Dann werden aktuellen Daten zum Netz geholt und das reicht oft schon aus um den Empfang zu verbessern. Die Neueinwahl kann man mit einem Neustart des Smartphone erzwingen, es reicht aber auch, die Geräte kurz auf Flugmodus zu schalten und dann diesen wieder abzuschalten. Auch dann wählen sich die Handys neu ins Netz ein.
  • Simkarte prüfen: Halten Sie die SIM-Karte gegen das Licht. Achten Sie auf Kratzer, Risse oder andere Beschädigungen auf der Oberfläche der Karte. Überprüfen Sie die Kontakte der SIM-Karte. Die Kontakte sind die goldenen oder kupferfarbenen Punkte an der Unterseite der Karte. Stellen Sie sicher, dass die Kontakte sauber und nicht verbogen oder beschädigt sind. Legen Sie die SIM-Karte in ein anderes Handy ein. Wenn die SIM-Karte in einem anderen Handy funktioniert, liegt das Problem wahrscheinlich am Telefon und nicht an der SIM-Karte.
  • Position ändern: Oft schirmen Gebäude oder Wände den Empfang ab und dann hat man ein deutlich schlechteres Signal und nur wenige Balken. in dem Fall kann es helfen, sich eine andere Position zu suchen, bei der es diese Störung nicht gibt. Das kann aber recht mühsam sein, wenn man nicht weiß, wodurch das Signal gestört wird.
  • Langfristig gedacht – Netzbetreiber wechseln: Wenn man häufig in Gebieten mit schlechten Empfang unterwegs ist, kann man versuchen den Tarif auf einen Netzbetreiber zu wechseln, der vor Ort den besten Empfang bietet. Dafür können die Netzkarten der jeweiligen Anbieter (oben verlinkt) hilfreich sein. Generell bieten die D-Netze von Vodafone und Telekom in der Regel die bessere Abdeckung. Auch hier hilft aber testen, beispielsweise in dem man eine kostenlose Freikarte aus dem jeweiligen Netz nutzt.

Sollte alles nichts helfen, ist der Support des eigenen Anbieters der richtige Ansprechpartner. Dort kann man auch prüfen lassen, ob eventuell eine technische Störung vorliegt oder es andere Ursachen für den schlechten Empfang gibt.

Schlechter Empfang? Alternativen nutzen!

Wenn das Handy-Netz sehr schlecht ist und man kaum mobilen Empfang hat, kann man versuchen auf Alternativen zurückzugreifen, um dennoch Verbindung zu bekommen.

So kann man beispielsweise mit WLAN Calling auch dann telefonieren, wenn man kein Handynetz hat, aber WLAN zur Verfügung steht. Dafür muss allerdings der Tarif und auch das Handy WLAN Calls unterstützen.

WLAN Hotspots sind dann eine Alternative, wenn man mobil ins Netz gehen will, aber nur schlechtes Handynetz hat. Diese Hotspots stehen teilweise kostenfrei, teilweise kostenpflichtig an immer mehr Stellen in Deutschland zur Verfügung. Bei einigen Flatrates und Handyverträgen ist de Hotspot Nutzung kostenlos mit inklusive. Falls nicht sollte man überlegen, ob es sich rechnet den Zugang kurzfristig zu buchen und dafür eventuell auch etwas zu bezahlen.

Es kann auch helfen eine zweite Simkarte oder eSIM (eSIM Prepaid Tarife) mit einem anderem Tarif in einem anderen Netz zu nutzen um bei schlechtem Empfang unter Umständen wechseln zu können.

Die rechtliche Situation bei schlechtem Empfang

Wenn der Mobilfunkempfang dauerhaft schlechter ist als vertraglich versprochen, haben Verbraucher in Deutschland seit der Änderung des Telekommunikationsgesetzes (TKG) Ende 2021 deutlich stärkere Rechte. Man muss „Funklöcher“ oder extrem langsames Internet nicht einfach hinnehmen.

1. Recht auf Minderung

Wenn eine „erhebliche, kontinuierliche oder regelmäßig wiederkehrende Abweichung bei der Geschwindigkeit“ oder der Netzverfügbarkeit vorliegt, kann man den monatlichen Grundpreis mindern. Das bedeutet, man zahlt weniger, solange das Problem besteht.

  • Voraussetzung: Man muss die Minderleistung nachweisen (z. B. durch das Messprotokoll der Bundesnetzagentur).

2. Sonderkündigungsrecht

Sollte der Anbieter nicht in der Lage sein, die vertraglich vereinbarte Leistung innerhalb einer angemessenen Frist (meist 14 Tage nach Beschwerde) zu erbringen, steht einem das Recht zur außerordentlichen Kündigung zu. Man kann den Vertrag dann vorzeitig beenden, ohne die restlichen Monatsgebühren zahlen zu müssen.

3. Schadensersatz bei Entstörung

Braucht der Anbieter länger als zwei Arbeitstage, um eine gemeldete Störung zu beheben, steht einem ab dem dritten Tag eine gesetzliche Entschädigung zu:

  • 3. und 4. Tag: 5 € oder 10 % des Monatsbetrags (je nachdem, was höher ist).
  • Ab dem 5. Tag: 10 € oder 20 % des Monatsbetrags.

Was man konkret tun sollte:

  1. Störung melden: Man muss dem Anbieter den schlechten Empfang offiziell mitteilen und eine Frist zur Nachbesserung setzen.
  2. Beweise sammeln: Die App „Breitbandmessung“ der Bundesnetzagentur ist das offizielle Werkzeug. Man sollte über mehrere Tage Messungen vornehmen, um die schlechte Qualität zu dokumentieren.
  3. Anbieter kontaktieren: Mit dem Messprotokoll fordert man schriftlich eine Preisminderung oder die Kündigung.

Schlechter Empfang innerhalb von Gebäuden ist rechtlich oft schwerer durchzusetzen als im Freien, da die Bausubstanz (z. B. dicke Betonwände oder Wärmeschutzverglasung) nicht im Verantwortungsbereich des Mobilfunkanbieters liegt. Das Recht auf Minderung bezieht sich primär auf die Netzabdeckung im Freien laut Funkversorgungskarte.

Schlichtungsverfahren bei schlechtem Empfang

Unterstützung kann man sich bei schlechtem Empfang bei der Bundesnetzagentur holen. Diese Behörde ist die Schlichtungsstellen für den Telekommunikationsbereich und agiert damit als neutraler Schlichter zwischen Anbieter und Kunde. Informationen zum Schlichtungsverfahren findet man dabei hier:

Die Schlichtung ist dabei kostenfrei, allerdings ist der Anbieter nicht an den Schlichtungsspruch gebunden.

Video: Schlechter Empfang beim Handy – Lösungsmöglichkeiten

Was tun, wenn das Smartphone schlechten Empfang hat? - #moinhelge

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