Beim südkoreanischen Technologiegiganten Samsung Electronics droht der mühsam ausgehandelte Tariffriede an innerbetrieblichen Verwerfungen zu scheitern. Eine Gewerkschaft, die die Beschäftigten der Nicht-Halbleiter-Sparten vertritt, hat einen rechtlichen Vorstoß gegen eine laufende Abstimmung über höhere Bonuszahlungen unternommen. Wie die südkoreanische Nachrichtenagentur Newsis am Dienstag berichtete, reichte die Arbeitnehmervertretung einen entsprechenden Antrag auf einstweilige Verfügung bei einem südkoreanischen Gericht ein.
Spaltung der Belegschaft: Exklusive Boni nur für die Chip-Sparte
Hintergrund des juristischen Eilverfahrens ist ein tiefer Graben zwischen den verschiedenen Geschäftsbereichen des Konzerns. Den rund 13.000 Mitgliedern der klagenden Gewerkschaft – die in den Sparten für Smartphones, Fernseher und Haushaltsgeräte tätig sind – wurde das Recht abgesprochen, sich an der Abstimmung zu beteiligen.
Die elektronische Abstimmung läuft bereits seit vergangenem Freitag und soll am Mittwoch, dem 27. Mai, enden. Stimmberechtigt sind ausschließlich die rund 57.000 Beschäftigten der hochprofitablen Halbleitersparte.
Der Hintergrund: Einigung in letzter Minute wackelt
Zur Abstimmung steht ein Kompromiss, der erst in der vergangenen Woche unter Vermittlung der südkoreanischen Regierung zustande kam. Das Verhandlungsergebnis sieht unter anderem massive Sonderprämien vor – allerdings nur für die Mitarbeiter in der Speicherchip-Produktion.
| Kennzahlen zum Samsung-Tarifkonflikt | Details |
| Ziel des Kompromisses | Abwendung eines drohenden, 18-tägigen Streiks, der die weltweiten Lieferketten für Speicherchips massiv gelähmt hätte. |
| Stimmberechtigte (Chip-Sparte) | Rund 57.000 Mitarbeiter. |
| Klagende Gewerkschaft (Consumer Electronics) | Rund 13.000 Mitglieder (Smartphones, TV, Haushaltsgeräte). |
| Gewerkschaftlicher Organisationsgrad | Insgesamt sind bei Samsung Electronics rund 89.000 Beschäftigte in verschiedenen Gewerkschaften organisiert. |
Ungewisse Aussichten für den Technologieriesen
Die Nicht-Halbleiter-Gewerkschaft sieht in dem exklusiven Bonusdeal eine ungerechtfertigte Ungleichbehandlung und eine Spaltung der Belegschaft. Da die Chip-Sparte traditionell die höchsten Gewinne des Konzerns einfährt, konzentrierten sich die Zugeständnisse des Managements und der Regierung primär auf diesen Bereich, um Produktionsausfälle bei strategisch wichtigen Bauteilen zu verhindern.
Sollte das Gericht dem Eilantrag stattgeben, könnte das die gesamte mühsam gefundene Einigung zu Fall bringen. Damit würde Samsung erneut ein großflächiger Arbeitskampf drohen, der das Unternehmen in einer ohnehin angespannten Marktlage empfindlich treffen könnte. Eine Entscheidung des Gerichts wird in Kürze erwartet.
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Technikaffin seit den Zeiten von Amiga 500 und C64 – mittlerweile aber eher mit deutlichem Fokus auf die Bereich Mobilfunk und Telekommunikation. Die ersten Artikel im Telco Bereich habe ich bereits 2006 geschrieben, seit dem bin ich dem Thema treu geblieben und nebenbei läuft mittlerweile auch noch ein Telefon- und Smartphone Museum um die Entiwcklung zu dokumentieren.
