Es sollte der große Durchbruch werden: Der Wechsel zu TSMCs modernem 3nm-Fertigungsverfahren (N3P) und eine Abkehr von den thermisch geplagten Samsung-Fertigungen.Doch mit der Pixel-11-Reihe liefert Google schlichtweg die nächste Enttäuschung ab.Der Tensor G6 beweist einmal mehr, dass Google im Flaggschiff-Segment den Anschluss an die Konkurrenz verloren hat.
Erschreckender Rückstand bei CPU und GPU
Wer gehofft hatte, dass der 3nm-Knoten den Tensor auf das Niveau aktueller Snapdragon- oder Apple-Prozessoren hebt, wird bitter enttäuscht. Die Rohleistung verharrt weit hinter der Spitze:
- CPU auf Snapdragon 8 Gen 3-Niveau:Trotz des Wechsels auf eine 7-Kern-Struktur mit Arm C1-Ultra-Cores hinkt die CPU hinterher. In der Single-Core- und Multi-Core-Performance liegt der Tensor G6 etwa auf dem Niveau des Snapdragon 8 Gen 3 aus dem Vorjahr – meilenweit entfernt von Qualcomm- oder Apple-Standard.
- GPU auf Snapdragon 8 Gen 2-Niveau:Noch desaströser fällt das Urteil bei der Grafik aus. Mit der betagten PowerVR-Architektur erreicht der Grafikprozessor Werte, die knapp dem veralteten Snapdragon 8 Gen 2 entsprechen. Für ein Smartphone im Preissegment über 1.000 Euro ist diese Gaming- und Grafik-Performance absolut ungenügend.
Auch der Blick nach China lässt den Tensor G6 alt aussehen. Selbst Prozessoren wie der Kirin 9030 Pro von Huawei liegen in greifbarer Nähe. Wenn Huawei mit dem kommenden Kirin 9050 trotz aller Sanktionen und Hürden gleichzieht oder an Google vorbeizieht, ist das ein technisches Armutszeugnis für den US-Tech-Riesen.

Googles Ausrede: Effizienz und KI-Spezialisierung
Verteidiger von Googles Strategie betonen gebetsmühlenartig, dass die Tensor-Reihe nicht für AnTuTu- oder Geekbench-Rekorde gebaut wird. Google setzt auf:
- Aggressives Throttling & Effizienz: Der G6 drosselt früh, um Hitze und Akku zu schonen. Das bringt stabile Bildraten auf niedrigem Niveau, verhindert aber jede Form von Spitzenleistung.
- On-Device AI (TPU):Die Tensor Processing Unit wurde erneut aufgebohrt. Aufgaben wie KI-Generierung (Gemma), Sprachverarbeitung und Kamera-Rendering laufen lokal und flüssig.
Das Problem dabei: Ein ausgewogener Chip muss beides können.Niemand möchte für einen Premium-Preis ein Smartphone kaufen, das bei alltäglichen Leistungsspitzen oder modernem Mobile-Gaming sofort an seine Grenzen stößt.
Fazit: Wafer-Verschwendung oder Zeit für den Ausstieg?
In Zeiten, in denen modernste 3nm-Kapazitäten bei TSMC extrem begehrt und kostspielig sind, wirkt Googles Eigenentwicklung wie reine Ressourcenverschwendung. Der Tensor G6 nutzt Edel-Hardware, verpufft deren Potenzial aber durch eine extrem konservative Abstimmung und ein veraltetes Architektur-Design.
Wenn Google nicht bereit ist, bei der CPU- und GPU-Leistung den Anschluss an die Spitze zu suchen, sollten sie das Experiment „Eigener Flaggschiff-Prozessor“ beenden. Das Pixel-Ökosystem verdient ein Silicon-Herz, das der Konkurrenz auf allen Ebenen gewachsen ist – kein teures KI-Sonderbauteil mit der Rohleistung der Vergangenheit.
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Technikaffin seit den Zeiten von Amiga 500 und C64 – mittlerweile aber eher mit deutlichem Fokus auf die Bereich Mobilfunk und Telekommunikation. Die ersten Artikel im Telco Bereich habe ich bereits 2006 geschrieben, seit dem bin ich dem Thema treu geblieben und nebenbei läuft mittlerweile auch noch ein Telefon- und Smartphone Museum um die Entiwcklung zu dokumentieren.