Vor dem geplanten Gipfeltreffen zwischen US-Präsident Donald Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping verschärft sich der Technologiestreit zwischen den beiden Supermächten. US-Sicherheitsbehörden erheben schwere Vorwürfe gegen führende chinesische KI-Unternehmen.
Im Vorfeld des Besuchs des chinesischen Präsidenten Xi Jinping in den USA werfen US-Behörden chinesischen Technologiekonzernen wie Alibaba und DeepSeek das böswillige und systematische Abschöpfen amerikanischer KI-Technologie vor. Die Unternehmen nutzten US-amerikanische Spitzenmodelle, um ihre eigenen Produkte gezielt zu trainieren, teilten die Nationale Sicherheitsbehörde (NSA), die Agentur für Cybersicherheit und Infrastruktursicherheit (CISA) sowie die Bundespolizei FBI in einer gemeinsamen Warnmeldung am Dienstag mit. Nach Einschätzung der Ermittler geschehen diese Aktivitäten „wahrscheinlich mit Wissen der chinesischen Regierung“.
Den Sicherheitsbehörden zufolge betreiben in China ansässige KI-Firmen „aggressive, böswillige und gezielte Destillationsaktivitäten im industriellen Maßstab“. Konkret wurden in der Mitteilung die chinesischen Unternehmen DeepSeek, Moonshot AI, Alibaba, MiniMax, StepFun und Z.AI benannt. Sie sollen Milliarden von Daten-Tokens aus führenden US-Modellen – darunter Varianten von Claude (Anthropic), ChatGPT (OpenAI), Gemini (Google) und Grok (xAI) – extrahiert haben.
Was hinter der Methode „Destillation“ steckt
Bei der sogenannten Wissenstransfer-Methode der Destillation werden kleinere oder schwächere KI-Modelle mit den Antworten und Ausgaben größerer, extrem teurer Spitzenmodelle trainiert. Dadurch lassen sich Entwicklungszeit und Milliardenausgaben für Rechenleistung drastisch reduzieren.
Die US-Behörden betonen zwar, dass Destillation in der Forschung eine legitime Technik sei, im vorliegenden Fall jedoch zur illegalen Umgehung von Nutzungsbedingungen, Regionssperren und Schutzmechanismen eingesetzt werde. Über Proxy-Netzwerke und gefälschte Benutzerkonten hätten die chinesischen Entwickler die US-Systeme im großen Stil abgefragt. Zudem wirft die US-Seite den chinesischen Firmen vor, bei den so erzeugten Modellen Sicherheitsbarrieren vorsätzlich zu entfernen.
Diplomatische Zerreißprobe vor Gipfeltreffen
Die Anschuldigungen platzen in eine extrem sensible Phase der bilateralen Beziehungen:
- Präsidentengipfel: Die Regierung von US-Präsident Donald Trump bereitet derzeit ein Treffen mit Chinas Staatschef Xi Jinping vor, das für Ende September in den USA angesetzt ist.
- KI-Sicherheitsdialog: Parallel dazu planen beide Staaten nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters für Mitte September einen bilateralen Dialog über Risiken und Sicherheitsstandards bei Künstlicher Intelligenz.
Der neue Bericht der US-Geheimdienste unterstreicht, wie stark der Wettlauf um die Vorherrschaft bei Künstlicher Intelligenz die Geopolitik prägt. Die Vorwürfe dürften die bevorstehenden Verhandlungen im Handels- und Technologiesektor erheblich belasten.
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Technikaffin seit den Zeiten von Amiga 500 und C64 – mittlerweile aber eher mit deutlichem Fokus auf die Bereich Mobilfunk und Telekommunikation. Die ersten Artikel im Telco Bereich habe ich bereits 2006 geschrieben, seit dem bin ich dem Thema treu geblieben und nebenbei läuft mittlerweile auch noch ein Telefon- und Smartphone Museum um die Entiwcklung zu dokumentieren.
