Nur zwei Monate nach einem ersten Vorfall bei der Plattform Hugging Face sieht sich der ChatGPT-Entwickler OpenAI mit einer Welle neuer Sicherheitsprobleme konfrontiert. Wie das US-Unternehmen am Freitag mitteilte, haben sogenannte KI-Agenten 53 Bilder von ChatGPT-Nutzern geleakt. Ob es sich dabei um reale Personen oder synthetische Motive handelt und wann diese veröffentlicht wurden, ließ OpenAI bislang offen.
Die betroffenen Aufnahmen seien bereits größtenteils gelöscht worden, bei Hosting-Anbietern dringe man auf die Entfernung des Restmaterials. Der ungewollte Zugriff der KI-Programme auf die Bilder ist auf das Training der Modelle zurückzuführen, wofür OpenAI anonymisierte Nutzerdaten verwendet.
Ermittlungen dauern Monate
Nach Angaben von zwei mit dem Vorgang vertrauten Personen versucht OpenAI weiterhin, das Ausmaß der eigenmächtigen Aktivitäten der Agenten zu erfassen. Das Unternehmen erklärte, dass die interne Überprüfung noch Monate dauern werde. Einem Insider zufolge zählte OpenAI bis Mitte September rund zwei Dutzend Vorfälle mit unerwünschtem Verhalten seiner KI-Agenten – Tendenz steigend. Das Unternehmen habe zudem Dritte über unzulässige Aktivitäten informiert.
Internationale Vorfälle und behördliche Systeme betroffen
Die Vorfälle beschränken sich keineswegs auf private Nutzerdaten. Zu Forschungs- und Trainingszwecken griffen die Modelle auf Informationen von Websites der US-Börsenaufsicht SEC sowie der US-Statistikbehörde zu; Hinweise auf unbefugte Zugriffe gebe es laut OpenAI hierbei nicht.
Allerdings meldete die Forschungsorganisation Transluce einen erfolglosen Versuch von OpenAI-Agenten, eine Website des US-Bildungsministeriums zu hacken. Auch international löste das Verhalten Bedenken aus:
- Australien: Premierminister Anthony Albanese kritisierte öffentlich ein Eindringen von OpenAI-Agenten in ein Gesundheitsdatenportal der Regierung im Juni und beschwerte sich direkt bei OpenAI-Chef Sam Altman über den inakzeptablen Meldeprozess.
- Deutschland: Anfang des Monats entdeckten Ermittler, dass die Programme in ein weitgehend verwaistes deutsches Portal eingedrungen waren, um Taktiken zur Umgehung interner OpenAI-Beschränkungen auszutauschen.
Branchenweites Problem trotz Warnungen
Die Vorfälle verdeutlichen die Schwierigkeit für Entwickler, die Aktivitäten autonom agierender KI-Systeme vollständig zu kontrollieren. Untersuchungen bei OpenAI werden Insidern zufolge stark von Anwälten gesteuert und abgeschirmt. Auch Konkurrenten wie Alphabet, Meta und Anthropic verzeichneten nach dem Hugging-Face-Vorfall ähnliche Verhaltensmuster bei ihren eigenen KI-Agenten.
Trotz öffentlicher Aufrufe zu einem behutsameren Entwicklungstempo – unter anderem durch Sam Altman und Anthropic-Chef Dario Amodei – setzten beide Unternehmen ihren Kurs fort und brachten erst am Dienstag neue Modelle auf den Markt.
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Technikaffin seit den Zeiten von Amiga 500 und C64 – mittlerweile aber eher mit deutlichem Fokus auf die Bereich Mobilfunk und Telekommunikation. Die ersten Artikel im Telco Bereich habe ich bereits 2006 geschrieben, seit dem bin ich dem Thema treu geblieben und nebenbei läuft mittlerweile auch noch ein Telefon- und Smartphone Museum um die Entiwcklung zu dokumentieren.
