Google Pay: so nutzt man den Dienst in Deutschland

In Deutschland hat das kontaktlose Bezahlen in den letzten Jahren massiv an Fahrt gewonnen. Wer ein Android-Smartphone besitzt, greift dabei meist zu Google Pay – beziehungsweise zur Google Wallet. Doch wie richtet man den Dienst ein, und was sollte man über die Sicherheit der digitalen Brieftasche wissen? Ein Überblick.

Lange Zeit galt Deutschland als Land der Bargeld-Liebhaber. Doch spätestens seit der flächendeckenden Ausstattung der Kassenterminals mit NFC-Technik ist das Smartphone zur ernsthaften Konkurrenz für das Portemonnaie geworden. Google Pay fungiert dabei als digitale Schnittstelle zwischen der hinterlegten Kreditkarte und dem Terminal des Händlers.

Die Basis: Was man für den Start benötigt

Bevor man Google Pay nutzen kann, muss man sicherstellen, dass das Endgerät die technischen Anforderungen erfüllt. Erforderlich ist ein Smartphone mit Android-Betriebssystem (in der Regel ab Version 9.0), das über einen integrierten NFC-Chip (Near Field Communication) verfügt. Ohne diesen Chip ist eine Kommunikation mit dem Kassenterminal nicht möglich. Zudem schreibt Google aus Sicherheitsgründen eine aktivierte Displaysperre (PIN, Muster oder Biometrie) vor.

Einrichtung: So wandert die Karte ins Smartphone

Die zentrale Anlaufstelle auf dem Gerät ist die App Google Wallet. In dieser werden die digitalen Abbilder der physischen Karten verwaltet.

  1. Hinzufügen der Karte: In der App wählt man die Option zum Hinzufügen einer neuen Zahlungskarte. Die Daten lassen sich entweder manuell eingeben oder bequem über die Kamera einscannen.
  2. Banken-Check: Ob man Google Pay nutzen kann, hängt von der jeweiligen Bank ab. Während die meisten Neobanken und privaten Institute den Dienst unterstützen, gibt es bei einigen Sparkassen oder Genossenschaftsbanken noch Einschränkungen.
  3. Der PayPal-Trick: Unterstützt das eigene Institut Google Pay nicht nativ, kann man oft den Umweg über PayPal gehen. Man verknüpft einfach sein PayPal-Konto mit Google Pay, wobei die Abbuchungen dann per Lastschrift vom hinterlegten Bankkonto erfolgen.

HINWEIS Man kann Wero nicht innerhalb von Google Pay nutzen. Es handelt sich bei Wero um ein eigenständiges europäisches Bezahlsystem, das als direkte Konkurrenz zu US-Diensten wie Google Pay, Apple Pay und PayPal positioniert ist.

Bezahlvorgang: Entsperren, Halten, Fertig

Der eigentliche Bezahlvorgang im Einzelhandel ist auf Geschwindigkeit ausgelegt. Man muss die Wallet-App hierfür nicht explizit öffnen. Es genügt, das Smartphone zu entsperren und die Rückseite des Geräts nah an das Wellensymbol des Kartenterminals zu halten. Ein akustisches Signal oder eine kurze Vibration am Handy bestätigt die Transaktion, während auf dem Display ein blaues Häkchen erscheint. Bei kleineren Beträgen reicht oft sogar das bloße Aktivieren des Displays aus, ohne das Gerät vollständig zu entsperren.

Sicherheit: Tokenisierung statt Kartennummer

Ein häufiger Kritikpunkt ist die Sorge um den Datenschutz. Technisch gesehen ist Google Pay jedoch oft sicherer als die klassische Plastikkarte. Man nutzt hierbei das Prinzip der Tokenisierung: Anstatt der echten Kreditkartennummer übermittelt das Smartphone einen einmaligen, verschlüsselten Sicherheitstoken an den Händler. Selbst wenn der Datenverkehr abgefangen würde, könnten Angreifer mit diesem Token nichts anfangen. Zudem werden im Falle eines Geräteverlusts keine sensiblen Bankdaten auf dem Handy gespeichert; man kann den Zugriff über das Google-Konto aus der Ferne sperren.

Vergleich: Apple Pay vs. Google Pay

MerkmalApple PayGoogle Pay (Google Wallet)
PlattformExklusiv für Apple-Geräte (iPhone, Apple Watch, Mac).Android-Smartphones, WearOS-Watches, Fitbit.
Girocard (EC-Karte)Wird von vielen Banken (z. B. Sparkassen) nativ unterstützt.Unterstützung seltener; man nutzt meist Debit-/Kreditkarten.
PayPal-AnbindungNicht möglich.Ja, man kann PayPal als virtuelle Mastercard hinterlegen.
BestätigungJeder Kauf muss per FaceID, TouchID oder Code freigegeben werden.Bei Kleinstbeträgen reicht oft das Aktivieren des Displays.
DatenschutzApple speichert keine Transaktionsdaten, die auf den Nutzer rückschließen lassen.Google verarbeitet Transaktionsdaten (Nutzung für Werbung teils möglich).
SicherheitHardware-Token im „Secure Element“ des Chips.Tokenisierung (teils cloudbasiert via HCE).
App-NutzungIntegriert in die „Wallet“-App; keine separate Installation nötig.Nutzung über die „Google Wallet“-App.
KartenanzahlJe nach Modell ca. 8 bis 12 Karten möglich.Nahezu unbegrenzt viele Karten hinterlegbar.

Man kann davon ausgehen, dass eine direkte Nutzung des digitalen Euro über Google Pay zumindest zu Beginn nicht vorgesehen ist. Das Projekt zielt primär darauf ab, eine europäische Alternative zu US-amerikanischen Anbietern wie Google und Apple zu schaffen.

Fazit: Komfort mit kleinen Hürden

Man gewöhnt sich schnell an den Komfort, das Portemonnaie in der Tasche lassen zu können. Die Akzeptanz ist in Deutschland mittlerweile nahezu überall gegeben – vom Discounter bis zum Parkautomaten. Wer Wert auf Privatsphäre legt, muss sich jedoch bewusst sein, dass Google als Plattformbetreiber theoretisch Daten über die Transaktionshistorie sammeln kann, sofern man dies nicht in den Datenschutzeinstellungen einschränkt.


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