Der Chiphersteller Nvidia steht vor einer radikalen Neuausrichtung seiner Hardware-Strategie. Wie das Wall Street Journal (WSJ) unter Berufung auf Insider berichtet, bereitet der Konzern für die kommende Entwicklerkonferenz GTC im März die Vorstellung eines völlig neuartigen Prozessors vor. Das Herzstück dieser neuen Plattform soll Technologie des Start-ups Groq sein, die Nvidia sich durch einen massiven Lizenzdeal in Höhe von 20 Milliarden US-Dollar gesichert hat.
Bisher dominierte Nvidia mit seinen klassischen Grafikprozessoren (GPUs) vor allem das Training von KI-Modellen. Doch bei der sogenannten Inferenz – dem Prozess, in dem die KI auf Nutzeranfragen antwortet – stießen die aktuellen H100- und Blackwell-Systeme zunehmend an ihre Grenzen in Sachen Geschwindigkeit und Energieeffizienz.
Hier kommt Groq ins Spiel: Das Start-up hat mit seinen Language Processing Units (LPUs) eine Architektur geschaffen, die Texte und logische Schlüsse um ein Vielfaches schneller generiert als herkömmliche Chips. Durch den milliardenschweren Deal integriert Nvidia diese LPU-Logik nun direkt in sein eigenes Ökosystem.
Strategisches Manöver gegen OpenAI
Der Bericht des WSJ enthüllt zudem eine brisante wettbewerbstaktische Komponente:
- Gesprächsabbruch: OpenAI, der Schöpfer von ChatGPT, befand sich laut Insidern bereits in fortgeschrittenen Verhandlungen mit Groq, um eine eigene Chip-Infrastruktur aufzubauen und die Abhängigkeit von Nvidia zu verringern.
- Präventivschlag: Mit dem 20-Milliarden-Dollar-Deal hat Nvidia OpenAI diesen Weg faktisch verbaut. Die Gespräche zwischen dem KI-Labor und dem Start-up wurden daraufhin beendet.
- Neue Abhängigkeit: Analysten werten diesen Schritt als „Schachmatt-Zug“ Nvidias, um sicherzustellen, dass auch die nächste Generation der Inferenz-Hardware aus dem Hause Nvidia stammt.
Vorstellung auf der GTC im März
Die neue Plattform, die intern oft mit dem Codenamen „Feynman“ in Verbindung gebracht wird, soll auf der GTC-Konferenz in San Jose offiziell präsentiert werden. Ziel ist es, die Latenzzeiten bei Anwendungen wie Echtzeit-Übersetzungen und komplexen KI-Assistenten nahezu auf Null zu senken.
Fazit für den Markt
Sollten sich die Berichte bestätigen, festigt Nvidia seine Position nicht mehr nur als „Schaufelverkäufer“ für den Goldrausch des KI-Trainings, sondern besetzt nun auch aggressiv das Feld der täglichen Anwendung. Der Preis dafür ist hoch: 20 Milliarden Dollar markieren einen der größten Technologietransfers der jüngeren Hardware-Geschichte.
Weder Nvidia noch OpenAI wollten die Informationen des Wall Street Journals am Wochenende offiziell kommentieren. Marktbeobachter erwarten jedoch, dass die Nvidia-Aktie mit Blick auf die GTC im März unter erhöhter Volatilität stehen wird.
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Technikaffin seit den Zeiten von Amiga 500 und C64 – mittlerweile aber eher mit deutlichem Fokus auf die Bereich Mobilfunk und Telekommunikation. Die ersten Artikel im Telco Bereich habe ich bereits 2006 geschrieben, seit dem bin ich dem Thema treu geblieben und nebenbei läuft mittlerweile auch noch ein Telefon- und Smartphone Museum um die Entiwcklung zu dokumentieren.
