Inmitten einer drastischen Neuausrichtung der US-Verteidigungspolitik hat der KI-Pionier OpenAI Details zu einer neuen Kooperation mit dem Pentagon veröffentlicht. Während das Unternehmen auf strikte Sicherheitsgarantien pocht, gerät der Konkurrent Anthropic zunehmend ins Visier der Regierung.
WASHINGTON/SAN FRANCISCO – Der KI-Entwickler OpenAI hat nach Abschluss einer weitreichenden Vereinbarung mit dem US-Pentagon die darin enthaltenen Sicherheitsvorkehrungen betont. Wie das von Microsoft, Amazon und SoftBank unterstützte Unternehmen am Samstag mitteilte, sehe der Vertrag deutlich umfangreichere Schutzmaßnahmen vor als jedes frühere Abkommen über den Einsatz künstlicher Intelligenz in als geheim eingestuften Bereichen.
Drei „Rote Linien“ gegen Missbrauch
Nach Angaben von OpenAI definiert der Vertrag mit dem Verteidigungsministerium – das unter der aktuellen Regierung von Donald Trump offiziell in „Department of War“ rückumbenannt wurde – drei unumstößliche Grenzen für den Einsatz der Technologie:
- Keine Massenüberwachung: Ein Einsatz zur flächendeckenden Überwachung im Inland ist untersagt.
- Keine autonomen Waffen: Die Steuerung von Waffensystemen durch die KI ohne menschliche Letztentscheidung ist ausgeschlossen.
- Keine automatisierten Schicksalsentscheidungen: Die Technologie darf nicht für Prozesse genutzt werden, die weitreichende, automatisierte Folgen für Einzelpersonen haben.
Das Unternehmen betont seine Souveränität: Die Sicherheitsmechanismen bleiben unter der vollen Kontrolle von OpenAI. Der Betrieb erfolgt über eine gesicherte Cloud-Infrastruktur, die ausschließlich von sicherheitsüberprüftem Personal betreut wird. Ein besonderes Detail des Abkommens: OpenAI behält sich ein außerordentliches Kündigungsrecht vor, sollte die US-Regierung gegen diese ethischen Leitplanken verstoßen.
Der Fall Anthropic: Eskalation im Silicon Valley
Die Bekanntgabe des Deals erfolgt vor dem Hintergrund massiver politischer Spannungen. Zuvor hatte Präsident Trump die Regierung angewiesen, jegliche Zusammenarbeit mit dem OpenAI-Konkurrenten Anthropic zu beenden. Das Pentagon bereitet zudem vor, das Start-up als „Lieferkettenrisiko“ (supply-chain risk) einzustufen – eine Maßnahme, die Anthropic gerichtlich anfechten will.
Überraschend stellte sich OpenAI nun demonstrativ hinter den Wettbewerber. Eine Einstufung als Sicherheitsrisiko sei nicht gerechtfertigt, hieß es aus San Francisco. „Wir haben unsere Position dazu gegenüber der Regierung deutlich gemacht“, teilte das Unternehmen mit.
Konflikt zwischen Ethik und „größtmöglicher Flexibilität“
Obwohl das Pentagon im vergangenen Jahr Verträge im Wert von jeweils bis zu 200 Millionen Dollar mit Schwergewichten wie OpenAI, Anthropic und Google geschlossen hat, wächst der Druck auf die Entwickler. Die Führung des „Department of War“ strebt nach eigener Aussage nach „größtmöglicher Flexibilität“ in Verteidigungsfragen.
Beobachter werten dies als Warnsignal: Während Entwickler vor der Unzuverlässigkeit von KI in Gefechtssituationen warnen, signalisiert das Ministerium zunehmend, sich durch diese Bedenken nicht in der militärischen Handlungsfähigkeit einschränken lassen zu wollen. Der nun geschlossene Vertrag zwischen OpenAI und der Regierung gilt daher als Belastungsprobe für das Verhältnis zwischen Silicon Valley und dem neu formierten Militärapparat.
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Technikaffin seit den Zeiten von Amiga 500 und C64 – mittlerweile aber eher mit deutlichem Fokus auf die Bereich Mobilfunk und Telekommunikation. Die ersten Artikel im Telco Bereich habe ich bereits 2006 geschrieben, seit dem bin ich dem Thema treu geblieben und nebenbei läuft mittlerweile auch noch ein Telefon- und Smartphone Museum um die Entiwcklung zu dokumentieren.
