Das Münchner Startup Polarise setzt nach der erfolgreichen Eröffnung der „Industrial AI Cloud“ in der Landeshauptstadt zum nächsten großen Sprung an. In der Gemeinde Amberg im Unterallgäu soll eine neue Anlage entstehen, die den Münchner Standort in Sachen Leistung und Investment deutlich in den Schatten stellt.
Es ist ein klares Signal für den Tech-Standort Bayern: Das Startup Polarise plant den Bau eines zweiten, noch leistungsstärkeren KI-Rechenzentrums. Wie das Unternehmen der Nachrichtenagentur Reuters exklusiv mitteilte, soll die neue Anlage im Unterallgäu eine Anschlussleistung von zunächst 30 Megawatt bieten. Damit verdoppelt Polarise die Kapazität im Vergleich zum erst im Februar 2026 eröffneten Standort im Münchner Tucherpark.
Milliarden-Investition ohne Staatshilfe
Während die Deutsche Telekom das Investitionsvolumen für den Münchner Standort – den sie gemeinsam mit Nvidia und Polarise betreibt – auf rund eine Milliarde Euro beziffert, dürfte das neue Projekt im Unterallgäu Schätzungen zufolge die Zwei-Milliarden-Euro-Marke erreichen.
Besonders bemerkenswert: Polarise setzt auf Eigenständigkeit. „Wir erhalten keine Subventionen und finanzieren die Investition aus eigenen Mitteln“, betonte Marketingchef Marc Gazivoda gegenüber Reuters. Das finale Volumen hänge letztlich von der individuellen Bestückung ab, da die Preise für die benötigten KI-Hochleistungsprozessoren (GPUs) stark variieren können.
Grüner Strom für die KI von morgen
Das neue Zentrum wird auf dem Gelände einer ehemaligen Kurzwellen-Sendeanlage in Amberg (Unterallgäu) errichtet. Ein zentraler Fokus liegt dabei auf der Nachhaltigkeit. Gemeinsam mit dem Partner WV Energie wird eine autarke Energieversorgung aufgebaut:
- Windkraft- und Solaranlagen: Direkt vor Ort wird regenerativer Strom erzeugt.
- Batteriespeicher: Großskalige Speicherlösungen sollen die Schwankungen der Erneuerbaren ausgleichen und einen 24/7-Betrieb der Server garantieren.
Die Inbetriebnahme ist für Mitte 2027 geplant.
Hintergrund: Das Erfolgsmodell „München“ als Blaupause
Erst vor wenigen Wochen, am 4. Februar 2026, ging die „Industrial AI Cloud“ in München offiziell an den Start. Dort betreibt Polarise für die Telekom rund 10.000 Nvidia-Grafikprozessoren, die vor allem für industrielle Anwendungen wie digitale Zwillinge, Pharmaforschung und autonome Robotik genutzt werden.
Mit dem neuen Standort im Unterallgäu reagiert Polarise auf die explodierende Nachfrage nach „Sovereign Cloud“-Lösungen. Unternehmen wie Siemens oder SAP nutzen diese Infrastruktur bereits, um sensible Daten nach deutschem Recht und unter Einhaltung strengster Datenschutzstandards zu verarbeiten, ohne auf US-Hyperscaler angewiesen zu sein.
Zusammenfassung der Eckdaten (Projekt Amberg):
- Leistung: 30 Megawatt (Initialphase).
- Standort: Amberg (Unterallgäu), Bayern.
- Geplanter Start: Mitte 2027.
- Energiekonzept: 100% Erneuerbare (Wind/Solar) inkl. Speichersystemen durch WV Energie.
- Zielgruppe: Industrie, Forschung und Startups mit Bedarf an souveräner Rechenpower.
Mobilfunk-Newsletter: Einmal pro Woche die neusten Informationen rund um Handy, Smartphones und Deals!
Unser kostenloser Newsletter informiert Sie regelmäßig per E-Mail über Produktneuheiten und Sonderaktionen. Ihre hier eingegebenen Daten werden lediglich zur Personalisierung des Newsletters verwendet und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können sich jederzeit aus dem Newsletter heraus abmelden. Durch Absenden der von Ihnen eingegebenen Daten willigen Sie in die Datenverarbeitung ein und bestätigen unsere Datenschutzerklärung.
Immer die aktuellsten Nachrichten direkt im Smartphone.
Unsere Kanäle gibt es kostenlos hier:
Telegram: Appdated Telegram Channel
Facebook: Appdated Facebook Seite
Twitter: Appdated Twitter Channel

Technikaffin seit den Zeiten von Amiga 500 und C64 – mittlerweile aber eher mit deutlichem Fokus auf die Bereich Mobilfunk und Telekommunikation. Die ersten Artikel im Telco Bereich habe ich bereits 2006 geschrieben, seit dem bin ich dem Thema treu geblieben und nebenbei läuft mittlerweile auch noch ein Telefon- und Smartphone Museum um die Entiwcklung zu dokumentieren.
