Die Europäische Kommission bereitet offenbar eine Verschärfung der Regulierung für OpenAI vor. Wie aus Brüsseler Kreisen verlautet, könnte der ChatGPT-Entwickler bald als „sehr große Online-Plattform“ eingestuft werden, was weitreichende Verpflichtungen zur Folge hätte.
Nach einem Bericht des Handelsblatts vom Freitag prüft die EU-Kommission derzeit intensiv, ob OpenAI unter die strengen Regeln des Digital Services Act (DSA) fällt. Bisher betrafen diese Regelungen vor allem soziale Netzwerke wie TikTok oder Suchmaschinen wie Google. Nun scheint die Behörde die Grenze bei den generativen KI-Diensten neu zu ziehen.
Die 45-Millionen-Nutzer-Hürde
Der entscheidende Faktor für eine Einstufung als VLOP (Very Large Online Platform) oder VLOSE (Very Large Online Search Engine) ist die Reichweite innerhalb der Europäischen Union. Gemäß den Statuten des DSA gilt ein Dienst als „sehr groß“, wenn er monatlich mehr als 45 Millionen aktiv Nutzer in der EU erreicht.
Dem Bericht zufolge überschreitet OpenAI diese Schwelle mittlerweile deutlich. Ein Sprecher der EU-Kommission bestätigte gegenüber der Zeitung, dass die vorliegenden Nutzerzahlen aktuell einer detaillierten Prüfung unterzogen werden. OpenAI selbst lehnte eine Stellungnahme zu dem laufenden Vorgang bisher ab.
Was eine Einstufung für OpenAI bedeuten würde
Sollte die Kommission OpenAI offiziell als sehr große Plattform deklarieren, kämen auf das US-Unternehmen strikte Auflagen zu, die weit über die Anforderungen für kleinere Start-ups hinausgehen:
- Risikomanagement: OpenAI müsste systematische Risiken analysieren, die von seinen Systemen ausgehen – etwa die Verbreitung von Desinformation oder negative Auswirkungen auf den zivilen Diskurs.
- Transparenzpflichten: Das Unternehmen müsste tiefere Einblicke in die Funktionsweise seiner Algorithmen gewähren und Forschern Zugang zu Daten ermöglichen.
- Schnelle Reaktion: Illegale Inhalte müssten nach Meldung noch effizienter und transparenter entfernt werden.
- Jährliche Audits: Unabhängige Prüfer müssten regelmäßig bestätigen, dass OpenAI alle Sicherheitsvorgaben des DSA einhält.
Ein neues Kapitel der KI-Regulierung
Die Prüfung erfolgt in einer Phase, in der die EU mit dem AI Act bereits ein spezifisches Gesetz für Künstliche Intelligenz auf den Weg gebracht hat. Die zusätzliche Anwendung des DSA zeigt jedoch, dass Brüssel ChatGPT nicht nur als technisches Werkzeug, sondern auch als mächtige Infrastruktur für den Informationsaustausch betrachtet.
Experten sehen darin einen logischen Schritt: Da ChatGPT zunehmend als Informationsquelle und Suchmaschinen-Ersatz genutzt wird, steigt aus Sicht der Regulierer die Verantwortung des Betreibers für die Richtigkeit und Sicherheit der ausgegebenen Inhalte. Bei Verstößen gegen den DSA drohen Bußgelder von bis zu sechs Prozent des weltweiten Jahresumsatzes.
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Technikaffin seit den Zeiten von Amiga 500 und C64 – mittlerweile aber eher mit deutlichem Fokus auf die Bereich Mobilfunk und Telekommunikation. Die ersten Artikel im Telco Bereich habe ich bereits 2006 geschrieben, seit dem bin ich dem Thema treu geblieben und nebenbei läuft mittlerweile auch noch ein Telefon- und Smartphone Museum um die Entiwcklung zu dokumentieren.
