KOMMENTAR – Es ist ein Spiel, das die Smartphone-Welt seit Jahren begleitet: Während die einen mühsam Trends setzen und Milliarden in Design-Identität investieren, warten die anderen ab, um das Bewährte zu „optimieren“. Mit dem bevorstehenden Release des Honor 600 Pro am 23. April stellt sich die Branche jedoch eine unbequeme Frage: Hat Honor die Grenze zwischen Inspiration und purer Kopie endgültig überschritten?
Wer die ersten geleakten Renderbilder des Honor 600 Pro betrachtet, muss zweimal hinsehen, um kein iPhone 17 Pro vor sich zu wähnen. Die Ähnlichkeiten sind nicht mehr nur subtil, sie sind systemisch:
- Das Kamera-Layout: Die markante, dreieckige Anordnung der Linsen im quadratischen Modul wirkt wie eine Blaupause aus Cupertino.
- Der Titan-Look: Honor übernimmt nicht nur die flachen Kanten, sondern laut Insidern sogar den ikonischen neuen Orangeton, mit dem Apple zuletzt Trends setzte.
- Der Kamera-Button: Besonders brisant ist das Gerücht um eine zusätzliche Taste an der Gehäuseseite, die in Funktion und Position eins zu eins Apples neuem Kamerasteuerungs-Konzept nachempfunden scheint.
Die inneren Werte: Wo Honor Apple alt aussehen lässt
Kritiker werfen Honor vor, die eigene Design-DNA – die einst durch kreative Ring-Elemente und Lichtreflexionen bestach – für den schnellen Erfolg im Schatten des iPhones zu opfern. Doch es gibt eine Ironie in dieser Geschichte: Während das Gehäuse nach „Kopie“ schreit, deklassiert das Innenleben das Vorbild in puncto reiner Hardware-Gewalt.
Mit einem kolossalen 9.000-mAh-Akku in der chinesischen Version (und immerhin 6.400 mAh in Europa) bietet Honor eine Ausdauer, von der iPhone-Nutzer nur träumen können. Gepaart mit einem Snapdragon 8 Elite und einer 200-Megapixel-Hauptkamera zeigt Honor, dass man technisch längst in der ersten Liga spielt. Warum also diese fast schon unterwürfige Design-Anlehnung?
Honor hat sich seit der Abspaltung von Huawei erfolgreich als eigenständige Premium-Marke etabliert. Das Magic8 Pro wird weltweit für seine Innovationen gelobt. Umso unverständlicher ist es, warum die 600er-Serie nun so radikal auf das „iClone“-Konzept setzt.
Es wirkt wie eine Strategie für den Massenmarkt: Dem Kunden das prestigeträchtige Gefühl eines iPhones geben, aber zum halben Preis (erwartet werden ca. 630 Euro) und mit besserer Hardware aufwarten.
Fazit: Wie weit darf man gehen?
Rechtlich bewegen sich solche Designs meist in einer Grauzone, da Apple kaum Patentansprüche auf „drei Kreise in einem Quadrat“ geltend machen kann. Doch moralisch und ästhetisch hinterlässt das Honor 600 Pro einen faden Beigeschmack.
Ein Unternehmen, das technisch in der Lage ist, 9.000-mAh-Akkus in schlanke Gehäuse zu bauen, sollte es nicht nötig haben, sich hinter der Maske eines Konkurrenten zu verstecken. Innovation verdient eine eigene Formsprache. Wenn Honor so weitermacht, riskieren sie, trotz überlegener Technik, immer nur die „beste Kopie der Welt“ zu bleiben – statt das Original von morgen zu sein.
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Technikaffin seit den Zeiten von Amiga 500 und C64 – mittlerweile aber eher mit deutlichem Fokus auf die Bereich Mobilfunk und Telekommunikation. Die ersten Artikel im Telco Bereich habe ich bereits 2006 geschrieben, seit dem bin ich dem Thema treu geblieben und nebenbei läuft mittlerweile auch noch ein Telefon- und Smartphone Museum um die Entiwcklung zu dokumentieren.
