In einem Paukenschlag für die europäische Tech-Landschaft fusionieren zwei Schwergewichte der KI-Branche. Der kanadische Entwickler Cohere schluckt den Heidelberger Wettbewerber Aleph Alpha. Ziel der Allianz ist es, eine schlagkräftige Alternative zu den US-Giganten zu schaffen – mit Fokus auf staatliche Institutionen und streng regulierte Branchen.
Expansion mit Souveränitätsgarantie
Wie beide Unternehmen am Freitag in einer gemeinsamen Erklärung bekannt gaben, verfolgt Cohere mit der Übernahme eine klare Wachstumsstrategie auf dem europäischen Kontinent. Francois Chadwick, Finanzchef von Cohere, betonte in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters die strategische Bedeutung: Das Geschäft mit europäischen Regierungen und staatlichen Institutionen soll massiv ausgeweitet werden.
Finanzielle Details und die Rolle der Schwarz-Gruppe
Obwohl zu den exakten finanziellen Details Stillschweigen vereinbart wurde, sickerten entscheidende Eckpunkte durch. Dem „Handelsblatt“ zufolge wird Cohere 90 Prozent an der fusionierten Firma halten. Ein zentraler Akteur im Hintergrund ist die Schwarz-Gruppe (Lidl, Kaufland):
- Infrastruktur: Das neue Unternehmen wird für seine KI-Angebote die Rechenzentren der Schwarz-Gruppe nutzen.
- Investment: Im Gegenzug investiert der Aleph-Alpha-Anteilseigner Schwarz 600 Millionen Dollar in die kommende Finanzierungsrunde von Cohere.
Zum Vergleich: Im vergangenen Sommer sammelte das kanadische Startup bereits 500 Millionen Dollar ein, wobei die Unternehmensbewertung damals auf 6,8 Milliarden Dollar taxiert wurde.
Die Politik auf beiden Seiten des Atlantiks reagierte prompt und wohlwollend. Bundesdigitalminister Karsten Wildberger und sein kanadischer Kollege Evan Solomon lobten den Zusammenschluss auf einer Pressekonferenz als Meilenstein.
Hintergrund: Strategiewechsel und digitale Souveränität
Aleph Alpha, einst als die deutsche Antwort auf OpenAI (ChatGPT) gefeiert, hatte die Entwicklung allgemeiner Sprachmodelle zuletzt aufgegeben. Stattdessen spezialisierte sich das Unternehmen, genau wie Cohere, auf maßgeschneiderte B2B-Anwendungen.
Der Zusammenschluss fällt in eine Zeit, in der Europa massiv in die eigene digitale Souveränität investiert. Während die Schwarz-Gruppe derzeit für elf Milliarden Euro ein neues Rechenzentrum im brandenburgischen Lübbenau errichtet, plant die EU parallel den Bau mehrerer KI-Gigafactories. Eines dieser Hochleistungs-Rechenzentren soll in Deutschland entstehen, um die Abhängigkeit von ausländischen Cloud-Anbietern weiter zu reduzieren.
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Technikaffin seit den Zeiten von Amiga 500 und C64 – mittlerweile aber eher mit deutlichem Fokus auf die Bereich Mobilfunk und Telekommunikation. Die ersten Artikel im Telco Bereich habe ich bereits 2006 geschrieben, seit dem bin ich dem Thema treu geblieben und nebenbei läuft mittlerweile auch noch ein Telefon- und Smartphone Museum um die Entiwcklung zu dokumentieren.
