Der Name folgt der Realität: Warum das Ende von OxygenOS niemanden überraschen sollte

Ein neuer Bericht sorgt für Aufsehen in der Tech-Welt: OPPO plant offenbar eine radikale Konsolidierung seiner Smartphone-Sparte. Wie Branchen-Insider berichten, sollen sowohl OxygenOS (OnePlus) als auch realme UI komplett eingestellt und auf zukünftigen Smartphones global durch ColorOS ersetzt werden. Ziel dieser Maßnahme ist es, die massiven Entwicklungskosten für drei separate Software-Teams einzusparen.

Für viele OnePlus-Fans der ersten Stunde mag dies wie das Ende einer Ära wirken. Wer die Entwicklung der letzten Jahre jedoch aufmerksam verfolgt hat, weiß: Dieser Schritt ist im Grunde nur die formelle Bestätigung einer längst vollzogenen Realität.

Die Software hat sich schon vor Jahren verändert

Die Nachricht, dass OxygenOS verschwindet, sollte niemanden überraschen. Die weithin gelobte, cleane und extrem schnelle Android-Oberfläche, die OnePlus einst ausmachte, existiert in dieser Form schon lange nicht mehr.

  • Die Codebase-Fusion (2021): Bereits im Jahr 2021 fusionierte OnePlus die zugrunde liegende Codebase von OxygenOS mit OPPOs ColorOS. Offiziell hieß es damals, die Benutzeroberflächen würden getrennt bleiben, um regionale Vorlieben zu bedienen.
  • Optische und funktionale Angleichung: In der Praxis wurden OxygenOS und ColorOS über die letzten Jahre hinweg zu Zwillingen. Abgesehen von Nuancen im Marketing, Farbakzenten und der legendären roten „1“ auf der Digitaluhr unterschieden sich die Systeme kaum noch. Designsprache, Menüstrukturen und die Aggressivität des Hintergrund-App-Managements wurden längst von OPPO diktiert.
  • Der China-Präzedenzfall: Auf dem chinesischen Heimatmarkt hat OnePlus den Namen OxygenOS (bzw. das dortige Pendant HydrogenOS) ohnehin schon vor Jahren fallengelassen. Dort werden die Geräte bereits seit der OnePlus 9-Serie standardmäßig mit ColorOS ausgeliefert.

Das Gesamtbild: Ein globaler Rückzug

Das Ende von OxygenOS fügt sich nahtlos in ein größeres Bild ein. Beobachter bemerken seit Monaten Anzeichen für eine tiefgreifende Umstrukturierung bei BBK Electronics (dem Mutterkonzern hinter OPPO, OnePlus und realme):

In Europa verweisen länderspezifische OnePlus-Websites (wie in Deutschland) mittlerweile direkt auf das Gerätesortiment von OPPO. Gleichzeitig schrumpfen die Lagerbestände in den USA und Großbritannien sichtlich, ohne dass Nachfolger in Sicht sind.

Berichten zufolge wird OnePlus seine Hardware-Aktivitäten künftig primär auf die Kernmärkte Indien und China konzentrieren. Für die Software-Entwickler macht es daher wirtschaftlich schlicht keinen Sinn mehr, eine globale, separate Marke wie OxygenOS künstlich am Leben zu erhalten, wenn das System darunter ohnehin zu 99 Prozent ColorOS ist.

Fazit: Nur ein neuer Aufkleber

Für den Endverbraucher ändert sich durch diese Umbenennung erstaunlich wenig. Wer in den letzten zwei bis drei Jahren ein OnePlus-Smartphone genutzt hat, hat im Grunde bereits ColorOS verwendet – es stand lediglich ein anderer Name auf der Verpackung.

Der Schritt ist die logische Konsequenz einer geschäftlichen Bereinigung. Wer das echte, minimalistische „Stock-Android“-Gefühl der alten OnePlus-Tage suchte, hatte sich ohnehin schon längst in Richtung Google Pixel oder Motorola orientiert.


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