Die deutsche IT- und Telekommunikationsbranche bleibt ein stabiler Anker in der deutschen Industrie, doch im globalen Vergleich schlägt sich die Branche schlechter als die Konkurrenz. Während Software und Künstliche Intelligenz als Motoren fungieren, warnt der Branchenverband Bitkom vor einer weiter aufgehenden Schere zu den USA und China.
Die Digitalwirtschaft in Deutschland befindet sich weiterhin auf Wachstumskurs. Nach aktuellen Schätzungen des Branchenverbands Bitkom wird der hiesige Markt für Informationstechnik und Telekommunikation (ITK) in diesem Jahr um 4,1 Prozent auf 246,4 Milliarden Euro zulegen. Trotz des positiven Vorzeichens ist dies ein leichtes Abbremsen gegenüber den Vorjahren, in denen das Plus bei jeweils knapp fünf Prozent lag.
KI und Software als Wachstumstreiber
„Unternehmen und öffentliche Hand investieren weiter in Software, IT-Services, Künstliche Intelligenz und Cybersicherheit, auch wenn viele Entscheidungen angesichts der wirtschaftlichen Lage vorsichtiger getroffen werden“, analysierte Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst bei der Vorstellung der Zahlen in Berlin.
Besonders dynamisch entwickelt sich das Software-Segment, das mit einem prognostizierten Umsatzanstieg von 9,9 Prozent auf 58,1 Milliarden Euro das größte Gewicht innerhalb der Branche einnimmt. Insbesondere Anwendungen für den Betrieb öffentlicher Clouds bilden hierbei das Fundament. Als wahrer Turbo erweist sich jedoch die Künstliche Intelligenz: Die Umsätze mit KI-Plattformen sollen laut Bitkom nach einem bereits starken Jahr 2025 nochmals um über 75 Prozent auf 3,1 Milliarden Euro klettern.
Im Vergleich dazu wirkt der klassische Telekommunikationsmarkt mit einem erwarteten moderaten Plus von 1,4 Prozent (75,6 Milliarden Euro) eher wie ein behäbiger Begleiter.
Globale Schere öffnet sich weiter
Trotz des soliden Wachstums vor der eigenen Haustür sieht Wintergerst Anlass zur Sorge: Im weltweiten Maßstab hinkt Deutschland hinterher. Während der globale ITK-Markt um 8,5 Prozent auf insgesamt 5,9 Billionen Euro wachsen dürfte, kommt Deutschland lediglich auf einen Weltmarktanteil von 3,8 Prozent.
Besonders drastisch ist die Diskrepanz zu den USA: Die Vereinigten Staaten dominieren das Feld mit einem Marktanteil von 41 Prozent und einer Wachstumsrate von 12,7 Prozent. „Die Schere zwischen den USA und China auf der einen und Deutschland und seinen europäischen Nachbarn auf der anderen Seite öffnet sich weiter“, warnt Wintergerst. Andere Nationen investieren demnach entschlossener in die kritische Infrastruktur wie Rechenzentren und setzen digitale Innovationen schneller in die Praxis um. Der Anspruch Deutschlands müsse es sein, bei den Wachstumsraten wieder zur globalen Spitze aufzuschließen.
Politische Bestandsaufnahme
Auch die Rolle der Bundespolitik wurde thematisiert. Der Verband attestiert der amtierenden schwarz-roten Bundesregierung eine höhere Schlagzahl als der vorherigen Ampel-Koalition. Seit dem Regierungswechsel habe die neue Führung nach gut einem Jahr bereits 26 Digitalvorhaben erfolgreich abgeschlossen.
Zu den positiv hervorgehobenen Maßnahmen gehören die neu verabschiedete Rechenzentrums-Strategie sowie die Stärkung des Digitalministeriums, das nun ein Mitspracherecht bei größeren IT-Ausgaben des Bundes innehat. Dennoch bleibt viel zu tun: Während 126 Vorhaben derzeit in der konkreten Umsetzung sind, warten 69 weitere Projekte noch auf ihren Startschuss.
Für die deutsche Digitalwirtschaft bleibt das Fazit ambivalent: Sie ist einer der wenigen Lichtblicke in einer ansonsten schwächelnden industriellen Landschaft. Ob dieses Licht jedoch ausreicht, um im globalen Innovationswettlauf mitzuhalten, wird maßgeblich von der Geschwindigkeit der Umsetzung politischer Vorhaben und der Investitionsbereitschaft der deutschen Wirtschaft abhängen.
Mobilfunk-Newsletter: Einmal pro Woche die neusten Informationen rund um Handy, Smartphones und Deals!
Unser kostenloser Newsletter informiert Sie regelmäßig per E-Mail über Produktneuheiten und Sonderaktionen. Ihre hier eingegebenen Daten werden lediglich zur Personalisierung des Newsletters verwendet und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können sich jederzeit aus dem Newsletter heraus abmelden. Durch Absenden der von Ihnen eingegebenen Daten willigen Sie in die Datenverarbeitung ein und bestätigen unsere Datenschutzerklärung.
Immer die aktuellsten Nachrichten direkt im Smartphone.
Unsere Kanäle gibt es kostenlos hier:
Telegram: Appdated Telegram Channel
Facebook: Appdated Facebook Seite
Twitter: Appdated Twitter Channel

Technikaffin seit den Zeiten von Amiga 500 und C64 – mittlerweile aber eher mit deutlichem Fokus auf die Bereich Mobilfunk und Telekommunikation. Die ersten Artikel im Telco Bereich habe ich bereits 2006 geschrieben, seit dem bin ich dem Thema treu geblieben und nebenbei läuft mittlerweile auch noch ein Telefon- und Smartphone Museum um die Entiwcklung zu dokumentieren.
