Druck auf die Lieferketten: Apple fordert von der Trump-Regierung Freigabe für chinesische Speicherchips

Der KI-Boom lässt die Preise für Speicherchips explodieren. Um Kosten zu senken, lobbyiert Apple intensiv bei der US-Regierung unter Donald Trump, um Bauteile der chinesischen Hersteller CXMT und YMTC einzusetzen. US-Konkurrent Micron läuft dagegen Sturm.

Die Hintergründe: KI-Hype verteuert MacBooks und iPads

Der weltweite Ausbau von KI-Infrastruktur hat den Halbleitermarkt ins Wanken gebracht. Marktführer wie Samsung, SK Hynix und Micron verlagern ihre Produktionskapazitäten massiv auf extrem gefragten High-Bandwidth Memory (HBM) für KI-Rechenzentren. Dadurch verknappt sich das Angebot an herkömmlichen DRAM- und NAND-Speicherchips für PCs, Laptops und Smartphones drastisch – die Preise dafür haben sich innerhalb weniger Quartale vervielfacht.

Die Folgen treffen Verbraucher direkt: Apple musste die Preise für mehrere Modelle des MacBook und iPad sowie für weiteres Zubehör um bis zu 20 Prozent (je nach Gerät 100 bis 500 US-Dollar) anheben. Da der Konzern die stark gestiegenen Komponentenkosten nicht mehr alleine auffangen kann, sucht Apple-Chef Tim Cook nach neuen Bezugsquellen.

Apples Vorstoß: Speicher von CXMT und YMTC

Um die Abhängigkeit von etablierten Lieferanten zu verringern und Preisdruck aufzubauen, verhandelt Apple mit der US-Regierung:

  • ChangXin Memory Technologies (CXMT): Chinas größter DRAM-Hersteller.
  • Yangtze Memory Technologies (YMTC): Spezialist für NAND-Flash-Speicher (SSD- und Flash-Speicher).

Apple fordert von der Washingtoner Administration die Zusage, Speicherchips dieser beiden Unternehmen in Geräten verbauen zu dürfen, die außerhalb der USA vertrieben werden. Rein rechtlich ist der Einkauf von CXMT-Chips nicht ausdrücklich verboten, doch beide Unternehmen stehen auf der „Blacklist“ des US-Verteidigungsministeriums wegen mutmaßlicher Verbindungen zum chinesischen Militär. Ein Alleingang ohne politische Rückendeckung birgt für Apple enorme Reputations- und Sanktionsrisiken.

Micron und US-Politik warnen vor Sicherheitsrisiken

Der US-Speicherchip-Riese Micron sowie prominente US-Politiker versuchen, das Abkommen zu blockieren.

Die Argumente der Gegner:

  • Nationale Sicherheit: Der Einsatz von Bauteilen chinesischer Staatskonzerne berge unkalkulierbare Risiken für die Sicherheit von Lieferketten und Infrastruktur.
  • Wirtschaftlicher Schaden: Ein Großauftrag von Apple an chinesische Chiphersteller schwäche die heimische Halbleiterindustrie und untergrabe die Milliardeninvestitionen des US-CHIPS-Act.
  • Wettbewerbsverzerrung: CXMT und YMTC profitieren von immensen staatlichen Subventionen Chinas, was den Markt künstlich verzerrt.

Ausblick

Ob die Trump-Regierung den Bitten von Tim Cook nachgibt, ist ungewiss. Der Streit verdeutlicht das Spannungsfeld, in dem sich globale US-Tech-Konzerne derzeit bewegen: Einerseits zwingt der massive KI-Hunger nach Hardware zur Kostenoptimierung, andererseits verengen geopolitische Sanktionen den Handlungsspielraum in der globalen Wertschöpfungskette.


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