Akku-Revolution für Smart Rings? Samsung-Patent zeigt drahtloses Laden über das Smartphone

Smart Rings wie der Galaxy Ring erfreuen sich wachsender Beliebtheit für das lückenlose Gesundheits- und Aktivitätstracking. Ein zentrales Nadelöhr bleibt jedoch die Stromversorgung: Die winzigen Gehäuse bieten kaum Platz für große Akkus oder physische Ladeanschlüsse. Bisher führt der Weg zum Aufladen meist über ein separates Ladecase. Ein von der US-Patentbehörde veröffentlichtes Patent von Samsung könnte diesen Prozess nun grundlegend revolutionieren.

Das Konzept beschreibt ein intelligentes, drahtloses Ladesystem, mit dem ein Smart Ring direkt von einem nahegelegenen Smartphone mit Energie versorgt wird – und zwar während das Wearable am Finger getragen wird.

Intelligenter Ladevorgang: Die Vorbereitung beginnt vor der Berührung

Klassische Induktionssysteme starten die Vorbereitung zur Energieübertragung meist erst dann, wenn sich beide Geräte bereits berühren oder exakt auf der Ladefläche platziert sind. Samsungs neuer Ansatz geht einen Schritt voraus: Der Smart Ring fordert aktiv Strom an, bevor der eigentliche Kontakt zustande kommt.

  1. Batterieüberwachung: Fällt der Ladestand des Rings unter einen festgelegten Schwellenwert, sendet die integrierte Kommunikationseinheit eine Anforderung an das gekoppelte Galaxy-Smartphone.
  2. Aktiver Standby-Modus: Der Ring versetzt seine Ladespule sowie den Regler in einen stromsparenden Bereitschaftszustand. Erste Phasen der drahtlosen Übertragungshandlung werden bereits im Vorfeld abgeschlossen.
  3. Abstandsmessung: Über Technologien wie Bluetooth Low Energy (BLE) schätzen die Geräte ihre Distanz zueinander ein. Passen Entfernung und Ausrichtung, startet die Energieübertragung ohne zeitraubende Verzögerungen, sobald die Geräte nah genug beieinander sind. Sollte sich der Ring während des Vorgangs zu weit entfernen, stoppt der Ladevorgang und der Ring wechselt zurück in den Bereitschaftsmodus.

Das Alltagsszenario: Laden durch einfaches Hantieren mit dem Smartphone

Das spannendste Anwendungsszenario des Patents beschreibt eine völlig natürliche Handbewegung: Greift der Nutzer mit der Hand, an der er den Ring trägt, nach dem Smartphone, erkennt das Handy diesen Griff. Sobald bestätigt ist, dass sich der Ring in unmittelbarer Nähe des Senders befindet, startet der Ladevorgang vollautomatisch.

Ein Abnehmen des Rings oder das Einlegen in eine Ladeschale wird dadurch überflüssig. Der Akku lässt sich ganz nebenbei bei der gewohnten Smartphone-Nutzung auffrischen. Über integrierte Touch- oder Drucksensoren stellt der Ring zudem sicher, dass er tatsächlich getragen wird, bevor er Strom anfordert.

Schutzmechanismen für das Smartphone

Damit das Smartphone durch den Ladevorgang nicht überlastet wird, entscheidet es nicht blind über jede Anfrage. Das Galaxy-Phone prüft vorab verschiedene Sicherheitsfaktoren:

  • Restkapazität: Verfügt das Smartphone selbst noch über ausreichend Akku?
  • Temperatur: Liegt die Gerätetemperatur unterhalb kritischer Schwellenwerte?
  • Identifikation: Handelt es sich um den registrierten Ring an der Hand des Besitzers?

Verläuft die Prüfung positiv, beginnt der Ladevorgang – auf Wunsch sogar bei gesperrtem Bildschirm des Smartphones. Der aktuelle Ladestand des Rings wird dabei direkt auf dem Display des Handys angezeigt.

Samsungs Erfindung konzentriert sich weniger auf eine neuartige Ladespule, sondern auf ein proaktives und kontextbewusstes Energie-Management. Sollte die Technologie Marktreife erlangen, löst sie eines der größten Alltagsprobleme von Smart Rings: Das Tracking von Vitaldaten müsste für Ladezeiten nicht mehr unterbrochen werden. Zudem würde die Neuerung die Bindung zwischen Wearables und Galaxy-Smartphones weiter stärken, indem das Handy nicht mehr nur als Datenzentrale, sondern auch als mobile Energiequelle dient.


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