iTunes und App Store: so funktionieren Widerrufsrecht und Rückgabe von gekauften Apps

iTunes und App Store: so funktionieren Widerrufsrecht und Rückgabe von gekauften Apps: Apps bieten dem Nutzer eine Vielzahl von Applikationen. Die gängigsten davon sind Messenger Dienste oder Spiele. Eine solche App herunter zu laden ist kein Problem, einfach rein in den App Store und drauf klicken. Manchmal kann es jedoch vorkommen, dass man sich für die falsche App entscheidet, oder sich ganz einfach verklickt. Glücklicherweise kann man diese Apps aber wieder zurückgeben und bekommt den Kaufpreis erstattet. Der Google Play Store bot diese Möglichkeit zuerst, Apple zog dann irgendwann nach. Mittlerweile ist die Rückgabe teilweise auch gesetzlich verankert, denn das Widerrufsrecht gilt auch für Apps.

Bei der Verbraucherzentrale schreibt man dazu:

Das Widerrufsrecht erlischt nur vorzeitig, wenn Verbraucher ausdrücklich zugestimmt haben, dass der Verkäufer mit der Ausführung des Vertrags vor Ablauf der Widerrufsfrist beginnt.
Zudem braucht es eine Bestätigung, dass über den Verlust des Widerrufsrechts informiert wurde. Diese Zustimmung darf nicht per AGB untergeschoben werden. Kunden müssen zumindest ein Häkchen an einem Informationstext gesetzt haben. Das Einverständnis sollte nur erklären, wer die Leistung endgültig behalten möchte.

Im Folgenden wird beschrieben, wie eine Rückgabe bei Apple möglich ist und was man dabei beachten sollte.

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Zurückgeben von Apps bei iTunes und im App Store

Für Rückerstattungsanfragen hat Apple eine eigene Webseite eingerichtet. Der Prozess wird nicht direkt über die App Store-App auf dem Endgerät abgewickelt, sondern über einen Webbrowser. Dies ist am Computer ebenso möglich wie im Browser auf einem iOS-Gerät.

Der Vorgang im Detail:

  1. Webseite aufrufen: Die Seite reportaproblem.apple.com ist zu öffnen.
  2. Anmelden: Der Login erfolgt mit der Apple-ID und dem zugehörigen Passwort, mit der der Kauf getätigt wurde. Falls die Zwei-Faktor-Authentifizierung aktiv ist, muss der Bestätigungscode eingegeben werden, der an ein vertrauenswürdiges Gerät gesendet wird.
  3. Problem auswählen: Unter der Überschrift „Wie können wir dir helfen?“ ist das Dropdown-Menü zu öffnen und die Option „Eine Rückerstattung beantragen“ auszuwählen.
  4. Grund angeben: Ein zweites Dropdown-Menü erscheint, in dem ein Grund für die Anfrage spezifiziert werden muss. Gängige Optionen sind:
    • „Ich wollte diesen Artikel nicht kaufen“ (für versehentliche Käufe).
    • „Mein Kind/ein Minderjähriger hat ohne Erlaubnis Käufe getätigt“.
    • „Der Artikel funktioniert nicht wie erwartet“.
    • „Ich wollte ein Abonnement nicht verlängern“.
    • „Widerrufsrecht“ (innerhalb der 14-Tage-Frist).
  5. Inhalt auswählen: Nach dem Klicken auf „Weiter“ listet Apple die getätigten Käufe auf, die für eine Rückerstattung in Frage kommen. Die App oder der Inhalt, der zurückgegeben werden soll, ist entsprechend zu markieren.
  6. Senden: Über die Schaltfläche „Senden“ wird die Anfrage an Apple übermittelt.

Abläufe nach dem Absenden

Apple prüft die eingehende Anfrage. Laut Angaben des Unternehmens erhalten Nutzer in der Regel innerhalb von 48 Stunden eine Rückmeldung per E-Mail an die mit der Apple-ID verknüpfte Adresse. Wird der Antrag genehmigt, erfolgt die Rückerstattung des Kaufpreises. Die Gutschrift wird über dieselbe Zahlungsmethode abgewickelt, die für den ursprünglichen Kauf verwendet wurde (z. B. Kreditkarte, PayPal, Handyrechnung oder Apple Account-Guthaben). Die Zeit bis zur tatsächlichen Gutschrift auf dem Konto variiert je nach Zahlungsmethode. Bei Kreditkartenzahlungen kann dies bis zu 30 Tage in Anspruch nehmen, während es bei Guthaben meist schneller geht. Sobald eine Rückerstattung genehmigt ist, geht in der Regel der Zugriff auf die App verloren. Sie wird zwar nicht automatisch vom Gerät gelöscht, lässt sich aber nicht mehr öffnen oder aktualisieren.

Wichtige Einschränkungen und Hinweise

Um ein Abonnement zu beenden, das nicht mehr benötigt wird, ist primär der Weg der Kündigung zu wählen, nicht die Rückerstattung. Die Kündigung erfolgt auf dem iPhone unter Einstellungen > [Name] > Abonnements. Eine Rückerstattung für bereits bezahlte Zeiträume wird nur in Ausnahmefällen gewährt, etwa bei einer ungewollten Verlängerung kurz nach dem Zahlungsdatum. Rückerstattungen für In-App-Käufe (z. B. virtuelle Währungen oder Zusatzinhalte in Spielen) sind schwieriger durchzusetzen, insbesondere wenn die Inhalte bereits verbraucht oder genutzt wurden. Hier findet eine genaue Prüfung durch Apple statt.

Apple behält sich das Recht vor, Rückerstattungen abzulehnen, wenn das System missbraucht wird. Wer auffällig viele Apps kauft und kurz darauf wieder zurückgibt, muss damit rechnen, dass künftige Anfragen abgelehnt werden oder das Rückgaberecht für den Account eingeschränkt wird. Nach Verstreichen der 14-tägigen Frist besteht kein gesetzlicher Anspruch mehr auf Widerruf. Eine Rückgabe ist dann nur noch aus triftigen Gründen möglich, beispielsweise wenn die App fehlerhaft ist und nicht wie beschrieben funktioniert. In einem solchen Fall sollte der Grund im Formular detailliert beschrieben werden.

Fazit: Ein Fehlkauf im App Store ist korrigierbar. Über die „Problem melden“-Seite stellt Apple einen transparenten Weg bereit, um Geld für ungewollte oder fehlerhafte Apps zurückzuerhalten. Bei Einhaltung der Fristen und ehrlichen Angaben bestehen gute Chancen auf eine erfolgreiche Rückerstattung.

Video: Apps zurückgeben auf dem iPhone und iPad

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