Das KI-Start-up Anthropic, bekannt für seinen Chatbot Claude, erwägt den Einstieg in die Hardware-Entwicklung. Wie Insider berichten, prüft das Unternehmen derzeit die Produktion eigener Halbleiter, um die Abhängigkeit von externen Lieferanten zu verringern und dem anhaltenden Chipmangel in der Branche zu begegnen.
Drei mit dem Vorgang vertraute Experten bestätigten gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters, dass Anthropic damit auf die prekäre Marktsituation bei Hochleistungschips reagiert. Eigene Prozessoren könnten spezifisch auf die Architektur der Claude-Modelle optimiert werden, was sowohl die Effizienz steigert als auch die massiven Betriebskosten senkt.
Dennoch tritt das Unternehmen vorerst auf die Bremse:
- Frühes Stadium: Es gibt bisher weder ein finales Design noch ein spezialisiertes Team für die Chip-Entwicklung.
- Optionale Strategie: Zwei Insider betonen, dass sich Anthropic letztlich auch gegen eine Eigenproduktion und für den weiteren Zukauf entscheiden könnte.
- Stillschweigen: Ein offizieller Sprecher des Unternehmens lehnte eine Stellungnahme zu den Plänen ab.
Ein beispielloser Aufstieg: Die Zahlen für 2026
Hintergrund dieser Überlegungen ist das explosive Wachstum des Unternehmens. Anthropic hat sich im laufenden Jahr 2026 fest als einer der Marktführer etabliert.
| Kennzahl | Ende 2025 | April 2026 (hochgerechnet) |
| Jahresumsatz | ca. 9 Mrd. USD | über 30 Mrd. USD |
| Hauptprodukt | Claude 3 / 3.5 | Claude-Serie (aktuelle Generation) |
| Infrastruktur-Invest | – | 50 Mrd. USD (geplant) |
Dieser Umsatzsprung verdeutlicht, warum die Hardware-Frage so dringlich geworden ist: Der Rechenbedarf für die Skalierung von KI-Systemen dieser Größenordnung ist mit Standard-Hardware kaum noch wirtschaftlich zu decken.
Das Netz aus Partnerschaften
Trotz der Pläne für eigene Chips bleibt Anthropic tief in der bestehenden Infrastruktur der Tech-Giganten verwurzelt. Aktuell nutzt der Konzern eine Mischung aus:
- Amazon: Hauseigene Chips des Cloud-Riesen (Trainium/Inferentia).
- Alphabet (Google): Tensor Processing Units (TPUs), die speziell für maschinelles Lernen entwickelt wurden.
- Broadcom: Als technischer Partner für das Design der TPUs.
„Die neue Vereinbarung mit Google und Broadcom ist ein klares Signal für die Stärkung der US-Computerinfrastruktur“, so ein Branchenanalyst. „Anthropic spielt hier ein doppeltes Spiel: Sie sichern sich kurzfristig die Kapazitäten der Großen, während sie langfristig an ihrer Autonomie arbeiten.“
Sollte Anthropic den Schritt zum eigenen Silikon tatsächlich wagen, würde der Konzern in die Fußstapfen von Branchengrößen wie Apple oder Tesla treten, die durch vertikale Integration – also die Kontrolle über Soft- und Hardware – ihre Marktposition zementiert haben. Für den Investor bleibt Anthropic damit einer der spannendsten Akteure im aktuellen KI-Wettlauf.
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Technikaffin seit den Zeiten von Amiga 500 und C64 – mittlerweile aber eher mit deutlichem Fokus auf die Bereich Mobilfunk und Telekommunikation. Die ersten Artikel im Telco Bereich habe ich bereits 2006 geschrieben, seit dem bin ich dem Thema treu geblieben und nebenbei läuft mittlerweile auch noch ein Telefon- und Smartphone Museum um die Entiwcklung zu dokumentieren.
