Amazon rüstet im All auf: Milliarden-Übernahme von Globalstar als Angriff auf Elon Musk

Amazon unternimmt einen massiven strategischen Vorstoß, um im Wettbewerb um das satellitengestützte Internet den Anschluss an den Marktführer Starlink zu finden. Wie der US-Konzern am Dienstag bekannt gab, übernimmt er den Satellitenbetreiber Globalstar für insgesamt 11,57 Milliarden Dollar. Mit diesem Schritt sichert sich der Online-Riese nicht nur wertvolle Infrastruktur, sondern auch entscheidende Funkfrequenzen für seine globalen Vernetzungspläne.

Details der Transaktion

Die Übernahme ist als Wahlgeschäft für die Aktionäre konzipiert:

  • Bar-Option: Die bisherigen Eigner können sich pro Aktie 90 Dollar in bar auszahlen lassen.
  • Aktien-Option: Alternativ ist ein Tausch in 0,321 Amazon-Anteile möglich.

Der Markt reagierte prompt auf die offizielle Bestätigung der langjährigen Spekulationen: Die Globalstar-Titel verzeichneten im vorbörslichen Handel an der Wall Street einen Kurssprung von knapp zehn Prozent auf 79,60 Dollar.

Von „Project Kuiper“ zu „Amazon Leo“

Im Zuge der Akquisition ordnet Amazon seine Ambitionen neu. Das bisher unter dem Namen „Project Kuiper“ bekannte Vorhaben wird in „Amazon Leo“ (Low Earth Orbit) umbenannt. Die Zielsetzung bleibt ambitioniert:

  • Satelliten-Flotte: Bis 2029 plant Amazon, rund 3.200 Kleinsatelliten in eine niedrige Erdumlaufbahn zu befördern.
  • Aktueller Stand: Mit derzeit knapp 250 künstlichen Erdtrabanten liegt Amazon jedoch noch weit hinter der Konkurrenz. Elon Musks Starlink (SpaceX) dominiert den Sektor bereits mit über 10.000 aktiven Satelliten.

Die Apple-Verbindung und strategische Relevanz

Ein brisanter Aspekt der Übernahme ist die bestehende Partnerschaft zwischen Globalstar und Apple. Globalstar betreibt aktuell 88 Satelliten, über die unter anderem die Notruffunktionen und die „Wo ist?“-Suche des iPhones in Funklöchern abgewickelt werden.

Obwohl Apple einer der größten Anteilseigner von Globalstar war, soll die Zusammenarbeit laut offiziellen Angaben trotz der neuen Eigentümerverhältnisse bei Amazon fortgesetzt werden. Dies unterstreicht die kritische Bedeutung der Globalstar-Infrastruktur für den gesamten Smartphone-Markt.

Ein Markt mit militärischer und ziviler Sprengkraft

Die Bedeutung von Satellitenverbindungen ist längst über die reine Internetversorgung entlegener Gebiete hinausgewachsen:

  • Militärische Nutzung: Der Ukraine-Krieg hat die strategische Relevanz von Diensten wie Starlink für die moderne Kriegsführung verdeutlicht.
  • Telekommunikation: Unternehmen wie die Deutsche Telekom und ihre US-Tochter T-Mobile integrieren Satellitentechnik bereits direkt in ihre Netze, um eine lückenlose Erreichbarkeit auch ohne herkömmliche Funkmasten zu garantieren.

Durch den Kauf von Globalstar positioniert sich Amazon nun als direkter Infrastruktur-Bereitsteller und verringert seine technologische Abhängigkeit, während der Konzern gleichzeitig ein Stück vom lukrativen Kuchen der globalen Echtzeit-Datenverbindung fordert.


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