In der globalen Tech-Hierarchie bahnt sich ein historischer Wachwechsel an. Während Samsung über Jahre hinweg primär als Smartphone-Herausforderer von Apple wahrgenommen wurde, verschieben sich die Gewichte nun massiv in Richtung der Halbleitersparte. Analysten von KB Securities haben in einem aktuellen Bericht Prognosen veröffentlicht, die die Finanzwelt aufhorchen lassen: Samsung könnte in den nächsten zwei Jahren zum profitabelsten Unternehmen der Welt aufsteigen.
Die Rekordprognosen im Überblick
Laut dem Bericht der Analysten steht Samsung vor einem beispiellosen Gewinn-Superzyklus, getrieben durch den unersättlichen Bedarf an KI-Hardware:
- 2026: Der operative Gewinn wird auf 327 Billionen KRW (ca. 240 Mrd. USD) geschätzt.
- 2027: Ein weiterer Sprung auf 488 Billionen KRW (ca. 360 Mrd. USD bzw. rund 2,25 Billionen RMB) wird prognostiziert.
Sollten diese Zahlen Realität werden, würde Samsung nicht nur seine eigenen Rekorde pulverisieren, sondern auch NVIDIA (prognostiziert bei ca. 485 Billionen KRW für 2027) knapp überholen und den Thron der globalen Profitabilität besteigen.
Warum Halbleiter jetzt „Geld drucken“
Der Motor hinter diesem Wachstum ist nicht mehr das Galaxy-Smartphone in der Hosentasche, sondern der Chip im Rechenzentrum.
- HBM-Dominanz: Die Nachfrage nach High Bandwidth Memory (HBM), der für KI-Beschleuniger von NVIDIA und Co. unerlässlich ist, sorgt für explodierende Margen.
- Vom Training zur Inferenz: Der KI-Markt wandelt sich gerade von der Trainingsphase (Modelle lernen) zur Inferenzphase (Modelle antworten dem Nutzer). Dies erfordert gewaltige Mengen an herkömmlichem DRAM und NAND-Speicher – Bereiche, in denen Samsung Skaleneffekte nutzt, die kein anderer Wettbewerber erreicht.
- Die Apple-Sonderrolle: Ein paradoxer Wachstumstreiber ist ausgerechnet der größte Rivale. Samsung hat sich Berichten zufolge einen dreijährigen Exklusivvertrag zur Lieferung der komplexen Displays für Apples erstes faltbares iPhone gesichert. Damit verdient Samsung an jedem verkauften High-End-Gerät des Konkurrenten massiv mit.
Vergleich: Samsung vs. Apple
Obwohl Samsung bei der Marktkapitalisierung (derzeit etwa 19 % des Wertes von NVIDIA) noch deutlich hinter Apple zurückbleibt, zeigt der Vergleich der Profitabilität eine neue Dynamik:
| Kennzahl | Apple (Schätzung 2026/27) | Samsung (KB-Prognose 2027) |
| Primäre Gewinnquelle | Consumer-Hardware & Services | Halbleiter (Speicher/KI) & Displays |
| Operativer Gewinn | ca. 120–140 Mrd. USD | ca. 360 Mrd. USD |
| Strategie | Ökosystem-Bindung | Infrastruktur-Monopol für KI |
Das Fazit: Während Apple seine Dominanz über die Marke und das Nutzer-Ökosystem definiert, positioniert sich Samsung als das „Rückgrat“ der gesamten Industrie. In einer Welt, die nach KI-Leistung hungert, ist Samsung der Schaufelverkäufer, der am Ende mehr verdient als die Goldgräber selbst. Das Smartphone-Geschäft rückt dabei fast schon in die Rolle eines Marketing-Instruments, während die Fabrikhallen der Chip-Sparte die eigentlichen Profit-Zentren bilden.
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Technikaffin seit den Zeiten von Amiga 500 und C64 – mittlerweile aber eher mit deutlichem Fokus auf die Bereich Mobilfunk und Telekommunikation. Die ersten Artikel im Telco Bereich habe ich bereits 2006 geschrieben, seit dem bin ich dem Thema treu geblieben und nebenbei läuft mittlerweile auch noch ein Telefon- und Smartphone Museum um die Entiwcklung zu dokumentieren.
