Fünffache Preise für Drohnensteuerung: Starlink verärgert Pentagon mit Preiserhöhung

Vor dem für Juni geplanten Rekord-Börsengang von SpaceX wachsen die Spannungen zwischen der Weltraumfirma von Milliardär Elon Musk und dem US-Verteidigungsministerium. Nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters führen drastische Preiserhöhungen bei der Satellitentochter Starlink zu erheblichem Unmut im Pentagon. Konkret geht es um den Einsatz von Starlink-Terminals bei US-Militäroperationen im Nahen Osten, wo das Netzwerk zur Steuerung von Kamikaze-Drohnen genutzt wird.

Tarifstreit im Luftraum: 25.000 statt 5.000 Dollar

Der Kern des Konflikts liegt in der Klassifizierung der genutzten Datenverbindungen. SpaceX verlangt für die Steuerung der Drohnen den teuren Luftfahrt-Tarif, der mit monatlich 25.000 Dollar pro Terminal zu Buche schlägt. Das US-Militär hatte dafür bislang lediglich den Land- oder Mobilitätstarif von 5.000 Dollar pro Monat bezahlt – was einer Verfünffachung der Kosten gleichkommt.

Das Pentagon argumentiert gegen die Erhöhung mit der kurzen Nutzungsdauer: Anders als bei Verkehrsflugzeugen in der klassischen Luftfahrt seien die Kamikaze-Drohnen oft nur wenige Minuten bis maximal einige Stunden im Netz aktiv, bevor sie ihr Ziel erreichen und zerstört werden.

Zusätzlichen Zündstoff liefert ein geplantes Projekt zur Umgehung von Kommunikationssperren im Iran. Die US-Regierung beabsichtigt, das Starlink-Netzwerk zu nutzen, um der iranischen Bevölkerung direkte Satelliten-Mobilfunkverbindungen bereitzustellen. Auch hier gibt es laut Insidern harte Verhandlungen über die Preisgestaltung.

Musk droht mit Abschaltung – Verweis auf „Starshield“

Elon Musk reagierte auf die Berichte über Militäreinsätze gewohnt konsequent. Auf seiner Plattform X (ehemals Twitter) wies er darauf hin, dass die Nutzung des regulären Starlink-Netzes für Waffensysteme strikt gegen die allgemeinen Geschäftsbedingungen verstoße. Bei Missbrauch behalte sich das Unternehmen die Abschaltung der Terminals vor. Für Regierungs- und Militärzwecke habe SpaceX eigens das separate und speziell gesicherte Netzwerk „Starshield“ entwickelt. Das Pentagon wies den Vorwurf eines Vertragsbruchs jedoch zurück.

Dennoch hat das US-Verteidigungsministerium die erhöhten Gebühren für die Drohnensteuerung im Iran vorerst zähneknirschend akzeptiert. Für das Militär hat dies drastische finanzielle Folgen: Die kalkulierten Gesamtkosten für eine Kamikaze-Drohne vom Typ Lucas verdoppelten sich dadurch nahezu von ursprünglich 30.000 Dollar auf fast 50.000 Dollar. Während einer Waffenruhe im April wurde im Pentagon daher bereits intensiv nach kostengünstigeren Alternativen gesucht.

Alternativlos auf dem Schlachtfeld?

Trotz der Budgetbelastung kann das US-Militär nicht ohne Weiteres auf den Dienst verzichten. Aus Regierungsdokumenten geht hervor, dass das Pentagon die Aufstockung um 3.500 weitere „Starshield“-Verträge prüft. Bei rund 100 dieser Verträge sollen wohl die umstrittenen Luftfahrt-Tarife zur Anwendung kommen.

Mit über 10.000 aktiven Satelliten kontrolliert Starlink rund 60 Prozent aller künstlichen Trabanten im Erdorbit und ist der weltweit dominierende Akteur für weltraumgestütztes Internet. Die geopolitische Relevanz zeigte sich bereits im Ukraine-Krieg, wo das System die militärische Kommunikation maßgeblich stützt.

Allerdings birgt die Monopolstellung erhebliche Risiken für die US-Strategen:

  • Eigenmächtige Eingriffe: Musk ordnete in der Vergangenheit bereits temporäre Abschaltungen in bestimmten ukrainischen Regionen an, was militärische Vorstöße blockierte.
  • Technische Ausfälle: Im vergangenen Sommer riss während eines Tests der US-Marine die Verbindung zu unbemannten Booten aufgrund einer technischen Störung bei Starlink vorübergehend ab.

Weichenstellung für den Billionen-Börsengang

Der Frequenz- und Preiskampf fällt in eine kritische Phase für das Unternehmen. Am 12. Juni plant SpaceX den Gang an die Börse. Angestrebt wird ein Emissionsvolumen von 75 Milliarden Dollar – was den bisherigen historischen Weltrekord um das Dreifache übertreffen würde.

Der Gesamtwert des Raumfahrtkonzerns, zu dem neben den Raketenstarts auch das X-Netzwerk und die KI-Schmiede xAI gehören, könnte damit eine Marktkapitalisierung von 1,75 Billionen Dollar erreichen. Da Starlink als profitables Hauptstandbein den Löwenanteil zum Konzernumsatz beisteuert, sind stabile und hochdotierte Regierungsverträge für den Erfolg des Börsendebüts von fundamentaler Bedeutung.


Mobilfunk-Newsletter: Einmal pro Woche die neusten Informationen rund um Handy, Smartphones und Deals!


Unser kostenloser Newsletter informiert Sie regelmäßig per E-Mail über Produktneuheiten und Sonderaktionen. Ihre hier eingegebenen Daten werden lediglich zur Personalisierung des Newsletters verwendet und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können sich jederzeit aus dem Newsletter heraus abmelden. Durch Absenden der von Ihnen eingegebenen Daten willigen Sie in die Datenverarbeitung ein und bestätigen unsere Datenschutzerklärung.

Immer die aktuellsten Nachrichten direkt im Smartphone.
Unsere Kanäle gibt es kostenlos hier:

Telegram: Appdated Telegram Channel
Facebook: Appdated Facebook Seite
Twitter: Appdated Twitter Channel

Schreibe einen Kommentar