Es ist ein faszinierendes technisches Spektakel, das uns Samsung und – in diesem Jahr endlich auch – Apple bieten. Der kommende Herbst wird zum Schauplatz eines Duells, das so mancher Technik-Enthusiast als „das nächste große Ding“ feiert: das Zeitalter der „Wide Fold“-Modelle. Während Samsung mit seinem inoffiziell als Galaxy Z Fold 8 Wide gehandelten Modell auf ein neues, quadratischeres 4:3-Format setzt, scheint Apple mit dem heiß erwarteten iPhone Fold exakt denselben Weg zu gehen. Doch bei aller Faszination für biegsame Displays und futuristische Scharniere stellt sich die Frage: Lösen diese Hersteller ein echtes Problem oder erfinden sie lediglich ein extrem teures neues?
Ein fragwürdiger Fortschritt
Die Hinwendung zum „Wide“-Format – also einem breiteren, kompakteren Design, das sich wie ein kleines Notizbuch aufklappen lässt – wird von den Marketingabteilungen als Produktivitäts-Revolution verkauft. Sicherlich, für das Betrachten von Dokumenten oder kreative Aufgaben mag das 4:3-Format Vorteile bieten. Doch der Preis, den man dafür zahlt, ist hoch.
Schon jetzt zeichnet sich ab, dass die technischen Kompromisse bei diesen Geräten die Grenzen der Physik nicht überlisten können. Ein breiteres Gehäuse mag zwar angenehmer in der Hand liegen, aber die Akku-Kapazität bleibt bei immer dünner werdenden Bauteilen eine Achillesferse. Zudem bleibt die leidige Frage des „Faltknicks“: Trotz technologischer Fortschritte bei Displays ist ein perfektes, faltenfreies Display bei täglicher mechanischer Beanspruchung ein Versprechen, das in der Realität oft an der Materialermüdung scheitert.
Preisgestaltung als Ausschlusskriterium
Besonders kritisch ist die Preisgestaltung zu betrachten. Dass wir uns bei diesen Modellen in Preisregionen von über 2.000 Euro bewegen, macht sie für die breite Masse zu reinen Statussymbolen. Wenn Samsung und Apple den Massenmarkt adressieren wollen, stoßen sie hier auf eine Wand. Ein Smartphone, das technisch gesehen eine Beta-Version für den Alltag bleibt, ist für die meisten Nutzer keine sinnvolle Investition. Man gewinnt den Eindruck, dass hier eine „Innovation um jeden Preis“ stattfindet. Samsung kopiert Apple (oder umgekehrt), um die Konkurrenz in einem Nischenmarkt zu dominieren, der eigentlich noch gar nicht ausgereift ist.
Fazit: Die Suche nach dem Sinn
Ist das „Wide Fold“ ein Durchbruch? Wohl kaum. Es ist eine Design-Iteration. Solange diese Geräte mit Kompromissen bei der Kameraqualität (im Vergleich zu den Flaggschiff-Candybar-Modellen), fragiler Langlebigkeit und exorbitanten Preisen kämpfen, bleiben sie Spielzeuge für Early Adopter.
Es wäre erfrischend, wenn die Branche ihre Innovationskraft nicht nur darauf verwenden würde, das nächste „Falt-Format“ zu perfektionieren, sondern die Grundbedürfnisse der Nutzer in den Mittelpunkt zu stellen: Zuverlässigkeit, echte Akku-Ausdauer und ein Preis-Leistungs-Verhältnis, das den Namen auch verdient. Aktuell wirkt der Wettlauf um das „Wide Fold“ eher wie ein verzweifelter Versuch, dem stagnierenden Smartphone-Markt künstlich Leben einzuhauchen, anstatt das mobile Erlebnis für den Anwender tatsächlich grundlegend zu verbessern.
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Technikaffin seit den Zeiten von Amiga 500 und C64 – mittlerweile aber eher mit deutlichem Fokus auf die Bereich Mobilfunk und Telekommunikation. Die ersten Artikel im Telco Bereich habe ich bereits 2006 geschrieben, seit dem bin ich dem Thema treu geblieben und nebenbei läuft mittlerweile auch noch ein Telefon- und Smartphone Museum um die Entiwcklung zu dokumentieren.
