In einer kritischen Phase kurz vor dem geplanten Börsengang sieht sich der KI-Vorreiter OpenAI mit massiven behördlichen Ermittlungen konfrontiert. Mehrere US-Bundesstaaten fordern weitreichende Einblicke in die Geschäftspraktiken des ChatGPT-Entwicklers.
Wie aus informierten Kreisen bekannt wurde, haben mehrere US-Bundesstaaten eine umfassende Untersuchung gegen OpenAI eingeleitet. Demnach wurde dem Unternehmen am vergangenen Freitag eine offizielle Anordnung zur Herausgabe vertraulicher Unterlagen zugestellt. Die Federführung in diesem Verfahren liegt bei der Generalstaatsanwaltschaft von New York.
Inhaltsverzeichnis
Fokus auf Verbraucherschutz und KI-Risiken
Das Schreiben umfasst ein breites Spektrum an Geschäftsaktivitäten, die nun einer genaueren behördlichen Prüfung unterzogen werden. Im Zentrum stehen dabei die Auswirkungen der KI-Angebote auf die Nutzer. Die Behörden verlangen unter anderem Aufschluss über folgende Bereiche:
- Marketing und Nutzerbindung: Praktiken im Bereich der Werbung sowie Methoden zur Steigerung der Nutzerbindung.
- Datenschutz: Der Umgang mit sensiblen Verbraucher- und Gesundheitsdaten.
- Zielgruppenspezifische Folgen: Auswirkungen der Technologie auf besonders schutzbedürftige Gruppen wie Minderjährige und Senioren.
- Technische Transparenz: Detaillierte Informationen zu den eingesetzten Deep-Learning-Modellen sowie zu den internen Richtlinien des Unternehmens.
Zuerst hatte das „Wall Street Journal“ über die Ermittlungen berichtet.
OpenAI zeigt sich kooperativ
OpenAI reagierte auf die Anfrage mit einer Stellungnahme und betonte, die Bedenken der Generalstaatsanwaltschaften ernst zu nehmen. Man sei bestrebt, konstruktiv mit den zuständigen Behörden zusammenzuarbeiten. „Künstliche Intelligenz ist eine neue und leistungsstarke Technologie, und wir arbeiten täglich daran, den Menschen ihre Vorteile sicher und verantwortungsvoll zugänglich zu machen“, ließ das Unternehmen verlauten.
Börsengang im Wert von einer Billion Dollar im Blick
Die Untersuchung trifft OpenAI zu einem entscheidenden Zeitpunkt. Erst am vergangenen Montag gab das Unternehmen bekannt, vertrauliche Unterlagen für einen Börsengang in den USA eingereicht zu haben. Marktbeobachter gehen davon aus, dass der Börsengang bereits im September über die Bühne gehen könnte – mit einer angestrebten Bewertung des Unternehmens von bis zu einer Billion US-Dollar.
Strukturwandel und rechtliche Hürden
Der Weg an die Börse war zuletzt von internen und externen Turbulenzen geprägt. OpenAI, 2015 als reine Forschungsorganisation gegründet, rief 2019 einen gewinnorientierten Zweig ins Leben, um die immensen Entwicklungskosten der KI-Forschung zu stemmen. Nach chaotischen Wochen Ende 2023 und der kurzzeitigen Absetzung von CEO Sam Altman leitete das Unternehmen im Dezember 2024 den Umbau zu einer sogenannten „Public Benefit Corporation“ (gemeinwohlorientierte Gesellschaft) ein.
Dieses Vorhaben stieß insbesondere bei Elon Musk, einem der frühen Unterstützer von OpenAI, auf scharfe Kritik. Der Milliardär reichte Klage ein, um die strategische Neuausrichtung zu stoppen. Eine US-Geschworenenjury wies die Klage jedoch im Mai zurück. Analysten bewerten diesen Richterspruch als einen wesentlichen Schritt, der ein zentrales rechtliches Hindernis auf dem Weg zur Wall Street aus dem Weg räumte. Ob die neuen behördlichen Untersuchungen den Zeitplan für den Börsengang gefährden könnten, bleibt abzuwarten.
Mobilfunk-Newsletter: Einmal pro Woche die neusten Informationen rund um Handy, Smartphones und Deals!
Unser kostenloser Newsletter informiert Sie regelmäßig per E-Mail über Produktneuheiten und Sonderaktionen. Ihre hier eingegebenen Daten werden lediglich zur Personalisierung des Newsletters verwendet und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können sich jederzeit aus dem Newsletter heraus abmelden. Durch Absenden der von Ihnen eingegebenen Daten willigen Sie in die Datenverarbeitung ein und bestätigen unsere Datenschutzerklärung.
Immer die aktuellsten Nachrichten direkt im Smartphone.
Unsere Kanäle gibt es kostenlos hier:
Telegram: Appdated Telegram Channel
Facebook: Appdated Facebook Seite
Twitter: Appdated Twitter Channel

Technikaffin seit den Zeiten von Amiga 500 und C64 – mittlerweile aber eher mit deutlichem Fokus auf die Bereich Mobilfunk und Telekommunikation. Die ersten Artikel im Telco Bereich habe ich bereits 2006 geschrieben, seit dem bin ich dem Thema treu geblieben und nebenbei läuft mittlerweile auch noch ein Telefon- und Smartphone Museum um die Entiwcklung zu dokumentieren.
