Kampf um Schlüsseltechnologien: USA verhängen Importstopp für chinesische Roboter und Wechselrichter

Die US-Regierung greift im technologischen Konflikt mit Peking weiter durch: Die Kommunikationsaufsichtsbehörde FCC hat mit sofortiger Wirkung ein Einfuhrverbot für neue humanoide und vierbeinige Roboter sowie vernetzte Wechselrichter aus China verhängt. Wie die Behörde am Dienstag mitteilte, soll die Maßnahme die nationale Infrastruktur für Künstliche Intelligenz (KI) vor Sicherheitsrisiken wie Datendiebstahl und Cyberangriffen schützen und gleichzeitig die Heimischmachung strategischer Schlüsseltechnologien vorantreiben.

Nach Angaben der FCC könnten die betroffenen Geräte kritische Schwachstellen in globalen Lieferketten verursachen, die sowohl die wirtschaftliche als auch die nationale Sicherheit der USA bedrohen. Das Verbot trat unmittelbar mit seiner Veröffentlichung in Kraft und gilt für sämtliche Modellreihen, die bislang noch nicht auf dem US-Markt zugelassen sind. Die chinesische Botschaft in Washington ließ eine Anfrage zur Stellungnahme zunächst unbeantwortet.

Schlag gegen Branchenführer wie Unitree, Sungrow und Huawei

Humanoide und vierbeinige Roboter, die von modernen KI-Systemen gesteuert werden, stehen nach Einschätzung von Branchenexperten unmittelbar vor dem kommerziellen Durchbruch im Industrie- und Verbrauchersektor. Der Beschluss der US-Behörden trifft dabei insbesondere den chinesischen Herstellerspezialisten Unitree. Nach Daten des Marktforschungsinstituts Counterpoint Research hält das Unternehmen knapp ein Fünftel des weltweiten Marktes für Laufroboter. Unitree hatte erst kürzlich eine Partnerschaft mit dem US-Halbleiterkonzern Nvidia bekannt gegeben, wurde jedoch unlängst vom US-Verteidigungsministerium auf die Liste mutmaßlich vom chinesischen Militär unterstützter Unternehmen gesetzt.

Ebenfalls stark betroffen ist die Solar- und Energiebranche: Bei Wechselrichtern, die als Schnittstelle zur Einbindung erneuerbarer Energien und großer Rechenzentren in das Stromnetz unverzichtbar sind, ist China der dominierende Weltmarktführer. Führende Akteure wie Sungrow Power Supply und der Technologiekonzern Huawei stehen hier im Fokus. Weder Unitree noch Sungrow oder Huawei waren für eine unmittelbare Stellungnahme zu erreichen.

Befürchtung von Spionage, Sabotage und Erpressbarkeit

Mit dem Importstopp verfolgt Washington das Ziel, eine strategische Abhängigkeit von China zu verhindern, wie sie derzeit etwa im Bereich der Seltenen Erden existiert – einem Rohstoffsektor, den Peking in der Vergangenheit bereits als geopolitisches Druckmittel genutzt hat.

Gleichzeitig warnen US-Sicherheitsexperten vor konkreten Bedrohungsszenarien: KI-gestützte Roboter könnten im Alltagsbetrieb sensible Sensordaten sammeln und für Spionagezwecke missbraucht oder aus der Ferne manipuliert werden, so die FCC. Bei vernetzten Wechselrichtern befürchtet die Regierung gezielte Hackerangriffe auf das amerikanische Stromnetz. Als Warnsignal gilt dabei die 2023 aufgedeckte Cyberspionage-Kampagne „Volt Typhoon“, bei der staatlich gestützte chinesische Hacker tief in die kritische Infrastruktur der USA eingedrungen waren.

Aus Verhandlungskreisen hieß es, dass die FCC voraussichtlich zahlreiche nicht-chinesische Zulieferer von den neuen Restriktionen ausnehmen wird, um bestehende Lieferketten westlicher Hersteller nicht unnötig zu belasten.


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