1&1 AG präsentiert Halbjahreszahlen 2026: Strategiewechsel belastet Kundenbestand, steigert jedoch Gewinn

Die 1&1 AG (ISIN DE 0005545503) hat ihre Geschäftszahlen für das erste Halbjahr 2026 vorgelegt. Während die Neuausrichtung des Tarifportfolios im Mobilfunk zu einem erwarteten Rückgang der Kundenverträge führte, verzeichnete das Unternehmen beim operativen Ergebnis und dem Gewinn pro Aktie deutliche Zuwächse.

Rückgang bei Mobilfunkverträgen durch Portfolio-Anpassung

Der Gesamtkundenbestand verringerte sich im ersten Halbjahr 2026 um 140.000 Verträge auf 16,18 Millionen. Hauptursache war ein Verlust von rund 150.000 Mobilfunkverträgen – allein 100.000 davon im April. Grund hierfür war eine Neuausrichtung des Discount-Tarifportfolios zu Beginn des zweiten Quartals. Das Unternehmen stellte besonders preisgünstige Tarife ein und reduzierte die inkludierten Datenvolumina bei höherpreisigen Angeboten.

Demgegenüber entwickelte sich das Festnetzgeschäft positiv: Die Zahl der Breitband-Verträge stieg im selben Zeitraum um 10.000 auf insgesamt 3,85 Millionen.

Finanzkennzahlen: Höheres EBIT und steigendes EPS

Der Gesamtumsatz der 1&1 AG legte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 1,6 Prozent auf 2.269,7 Millionen Euro zu. Der werthaltige Service-Umsatz gab hingegen leicht um 1,1 Prozent auf 1.804,9 Millionen Euro nach.

Beim operativen Ergebnis verzeichnete der Konzern Zuwächse:

  • EBITDA: Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen stieg um 5,1 Prozent auf 382,7 Millionen Euro. Während das Segment Consumer & Small Business einen Rückgang um 5,6 Prozent auf 391,3 Millionen Euro verbuchte, verbesserte sich das Ergebnis im Segment Enterprises & Networks deutlich von -50,3 Millionen Euro auf -8,6 Millionen Euro.
  • EBIT: Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern legte um 61,1 Prozent auf 111,3 Millionen Euro zu. Neben dem höheren EBITDA trugen vor allem geringere PPA-Abschreibungen zu diesem Anstieg bei.
  • Ergebnis je Aktie (EPS): Der Gewinn pro Aktie erhöhte sich von 0,04 Euro im Vorjahreszeitraum auf 0,17 Euro.
  • Investitionen (Cash-CAPEX): Die Sach- und immateriellen Investitionen sanken von 266,9 Millionen Euro auf 220,0 Millionen Euro.

Übersicht der Finanzkennzahlen (IFRS-Vergleich)

Kennzahl (in Mio. EUR)H1 2025*H1 2026Veränderung
Umsatz2.233,72.269,7+1,6 %
Service-Umsatz1.824,31.804,9-1,1 %
EBITDA364,2382,7+5,1 %
– Segment Consumer & Small Business414,5391,3-5,6 %
– Segment Enterprises & Networks-50,3-8,6
EBIT69,1111,3+61,1 %
Ergebnis je Aktie (EPS in EUR)0,040,17
Kundenverträge (in Mio.)16,3316,18-0,9 %

*H1 2025 auf vergleichbarer Basis inklusive 1&1 Versatel

Ausblick auf 2026 und Folgejahre

Für das Gesamtjahr 2026 rechnet die 1&1 AG mit einem Service-Umsatz auf Vorjahresniveau (3.661,8 Millionen Euro). Das EBITDA soll auf etwa 800 Millionen Euro steigen (2025: 689 Millionen Euro). Die geplanten Investitionen (Cash-CAPEX) liegen zwischen 500 und 550 Millionen Euro.

Für die Geschäftsjahre 2027 und 2028 prognostiziert das Unternehmen ein zweistelliges organisches Wachstum beim EBITDA von jährlich rund 100 Millionen Euro. Das Investitionsvolumen soll in diesen Jahren stabil auf dem Niveau von 2026 verbleiben.


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