Obwohl sich LG bereits vor Jahren aus dem Smartphone-Geschäft zurückgezogen hat, sorgt nun ein Prototyp für Schlagzeilen, der beinahe das Licht der Welt erblickt hätte. Der bekannte Technik-Reviewer Marques Brownlee (MKBHD) konnte sich ein funktionsfähiges Exemplar des LG Rollable sichern – ein Gerät, das zeigt, wie weit fortgeschritten die Entwicklung zum Zeitpunkt des Marktaustritts bereits war.
Faszinierende Technik: Vom Smartphone zum Mini-Tablet
Das Kernstück des LG Rollable ist sein innovatives Display. Im geschlossenen Zustand ähnelt es einem herkömmlichen 6,7-Zoll-Smartphone. Durch eine einfache Drei-Finger-Wischgeste setzt sich jedoch ein motorisierter Mechanismus in Gang, der das Display auf eine Größe von 7,4 Zoll ausrollt.
- Display-Mechanik: Das zusätzliche Bildschirmsegment ist im kompakten Modus um die rechte Gehäuseseite gewickelt und auf der Rückseite sichtbar.
- Keine Falte: Im Gegensatz zu faltbaren Smartphones (Foldables) gibt es beim Rollable keine scharfe Knickkante. Dennoch ist bei genauem Hinsehen eine leichte Wellenbildung durch den Rollmechanismus erkennbar.
- Software-Anpassung: LG hatte die Software bereits detailliert angepasst. So erweitern sich Menüs (wie die Einstellungen) beim Ausrollen dynamisch um eine zweite Spalte.
Herausforderungen in der Konstruktion
Der Blick hinter die Kulissen offenbart die enorme technische Komplexität. Um das Display stabil zu bewegen, nutzt LG im Inneren zwei Motoren und drei federgelagerte Arme.
- Motorisierung: Die Motoren sind überraschend kräftig und können sogar Widerstände wegdrücken, bieten aber auch Schutzmechanismen bei zu starkem Druck.
- Haltbarkeit: Ein großer Schwachpunkt wäre vermutlich die Widerstandsfähigkeit gewesen. Da das flexible Display ständig offen liegt und der Mechanismus sichtbare Zahnräder und Luftspalte aufweist, war das Gerät weder wasser- noch staubdicht.
- Tarnung: Um das Geräusch der Elektromotoren zu überdecken, spielt das Handy beim Öffnen und Schließen verschiedene Soundeffekte ab.
Ein Erbe der Innovation
Das LG Rollable folgt auf andere experimentelle Geräte wie das LG Wing (mit Schwenkdisplay) oder das LG G8X (mit Dual-Screen-Case). Es markiert den Endpunkt einer Ära, in der LG als einer der mutigsten Innovatoren auf dem Mobilfunkmarkt galt.
Obwohl das Gerät nie offiziell in den Verkauf ging, zeigen die funktionierende Hardware und die ausgereifte Software, dass LG kurz vor dem finalen Release stand. Während LG Geschichte ist, gibt es bereits Gerüchte, dass Konkurrenten wie Samsung an ähnlichen rollbaren Konzepten für die Zukunft arbeiten.
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Technikaffin seit den Zeiten von Amiga 500 und C64 – mittlerweile aber eher mit deutlichem Fokus auf die Bereich Mobilfunk und Telekommunikation. Die ersten Artikel im Telco Bereich habe ich bereits 2006 geschrieben, seit dem bin ich dem Thema treu geblieben und nebenbei läuft mittlerweile auch noch ein Telefon- und Smartphone Museum um die Entiwcklung zu dokumentieren.

