Im Ringen um die Umsetzung des Digital Markets Act (DMA) verschärft sich der Ton zwischen Google und der EU-Kommission. Der Tech-Gigant warnt eindringlich, dass die geplanten Datenteilungs-Vorgaben ein massives Sicherheitsrisiko für die Privatsphäre der Bürger darstellen könnten.
Der US-Konzern Alphabet (Google) schlägt Alarm: Die von der EU-Kommission vorgeschlagenen Verfahren zur Anonymisierung von Suchmaschinendaten seien unzureichend. In einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur Reuters erklärte der Google-Forscher Sergei Vassilvitskii, dass die Privatsphäre der Europäer durch die aktuellen Pläne akut gefährdet sei.
Die Schwachstelle: Re-Identifizierung in Rekordzeit
Um die Wirksamkeit der vorgeschlagenen Schutzmaßnahmen zu testen, führte Google interne Simulationen durch – mit besorgniserregendem Ergebnis. Laut Vassilvitskii gelang es Mitarbeitern des Unternehmens, Nutzer innerhalb der anonymisierten Datensätze in weniger als zwei Stunden erneut zu identifizieren.
Das Problem bei Suchdaten ist deren Einzigartigkeit: Kombinationen aus spezifischen Suchbegriffen, Klickpfaden und Zeitstempeln wirken oft wie ein digitaler Fingerabdruck. Vassilvitskii wird sich am heutigen Mittwoch mit den EU-Wettbewerbshütern treffen, um technisch strengere Schutzmaßnahmen einzufordern und auf die Risiken der sogenannten „Re-Identifizierung“ hinzuweisen.
Hintergrund: Der DMA und der Zwang zur Öffnung
Die Brüsseler Behörde verfolgt mit dem Gesetz über digitale Märkte (DMA) das Ziel, die Vormachtstellung der sogenannten „Gatekeeper“ zu brechen. Vor rund einem Monat wurden konkrete Pläne vorgestellt, die Google dazu verpflichten, wertvolle Suchdaten an Konkurrenten – darunter auch KI-Unternehmen wie OpenAI – weiterzugeben.
Die betroffenen Datenpunkte umfassen:
- Detaillierte Ranking-Informationen
- Konkrete Suchanfragen der Nutzer
- Klick- und Aufrufdaten (User-Interaktionen)
Die EU verspricht sich davon fairere Wettbewerbsbedingungen, da kleinere Anbieter und neue Player auf dem Markt für KI-Suche bisher kaum Zugang zu solch umfangreichen Trainingsdaten haben.
Es steht viel auf dem Spiel
Die Regulierungsbehörden stehen unter Zeitdruck: Bis zum 27. Juli soll die Entscheidung über die genauen technischen Maßnahmen fallen, die Google implementieren muss. Für den Konzern geht es dabei nicht nur um den Schutz seines Geschäftsgeheimnisses, sondern auch um massive finanzielle Risiken.
Sollte Google die Vorgaben des DMA nicht ordnungsgemäß umsetzen oder gegen Datenschutzauflagen verstoßen, drohen drakonische Strafen. Das Gesetz sieht Sanktionen von bis zu zehn Prozent des weltweiten Jahresumsatzes vor – im Falle von Alphabet ein zweistelliger Milliardenbetrag.
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Technikaffin seit den Zeiten von Amiga 500 und C64 – mittlerweile aber eher mit deutlichem Fokus auf die Bereich Mobilfunk und Telekommunikation. Die ersten Artikel im Telco Bereich habe ich bereits 2006 geschrieben, seit dem bin ich dem Thema treu geblieben und nebenbei läuft mittlerweile auch noch ein Telefon- und Smartphone Museum um die Entiwcklung zu dokumentieren.
