Die drei führenden Hersteller von Arbeitsspeicher – Samsung, SK Hynix und Micron – stehen erneut im Zentrum einer juristischen Auseinandersetzung in den USA. Am 25. Juni 2026 wurde vor einem Bundesgericht in Kalifornien eine neue Sammelklage eingereicht, die den drei Technologiegiganten illegale Preisabsprachen und eine künstliche Verknappung des DRAM-Marktes vorwirft.
Die Vorwürfe: „RAMpocalypse“ durch künstliche Verknappung
Die Klägerseite, zu der sowohl Privatpersonen als auch Unternehmen gehören, behauptet, dass die sogenannten „Großen Drei“ ihre dominante Marktposition genutzt haben, um die Versorgung mit herkömmlichem DRAM (Dynamic Random Access Memory) gezielt zu drosseln.
- Der Vorwurf: Die Unternehmen sollen ihre Kapazitäten koordiniert auf die Produktion von HBM (High-Bandwidth Memory) für KI-Anwendungen verlagert haben. Laut Klageschrift diente dieser „Pivot“ in erster Linie als Vorwand, um die Produktion von Commodity-DRAM-Chips niedrig zu halten.
- Die Folgen: Durch das resultierende, künstlich erzeugte Angebotstal haben sich die Preise für Arbeitsspeicher in den letzten vier Jahren laut Klageschrift um rund 700 % erhöht. Die Kläger bezeichnen diesen Zustand bereits als „RAMpocalypse“.
- Reaktion: Als ein konkretes Beispiel für die Auswirkungen werden die massiven Preiserhöhungen bei Apple-Produkten wie iPads und Macs angeführt.
Hintergründe und historische Vorbelastung
Dass die Speicherhersteller in den Fokus der Justiz rücken, ist nicht neu. Die Branche ist für ihre starke Konzentration und Volatilität bekannt. In der Vergangenheit gab es bereits mehrfach ähnliche Verfahren:
- Historische Schuldeingeständnisse: In den 2000er Jahren zahlten Samsung und SK Hynix bereits hohe Strafen (insgesamt über 700 Millionen US-Dollar) und sahen sich mit Haftstrafen für Führungskräfte konfrontiert, nachdem sie sich in den USA wegen illegaler Preisabsprachen schuldig bekannt hatten.
- Gescheiterte Klagen: Es gab in den letzten Jahren (z. B. 2018–2022) weitere Versuche, die „Großen Drei“ wegen Preisabsprachen zu verklagen. Diese wurden jedoch von Gerichten – wie dem Ninth Circuit Court of Appeals – abgewiesen, da die Kläger keine ausreichenden Beweise für eine explizite illegale Koordination vorlegen konnten. Die Gerichte werteten die parallelen Marktbewegungen damals eher als wettbewerbskonformes, wenn auch konzentriertes Marktverhalten.
Ausblick: „New Normal“ bei Speicherpreisen?
Die aktuelle Klage trifft auf einen Markt, in dem Branchengrößen wie Lenovo bereits vor einem „New Normal“ bei den Speicherpreisen warnen. Analysten von Finanzinstituten wie Jefferies prognostizieren zudem für das dritte und vierte Quartal 2026 weitere signifikante Preissteigerungen von 30 % bis 50 %.
Wichtiger Hinweis: Bei den genannten Vorwürfen handelt es sich derzeit um Behauptungen innerhalb einer eingereichten Sammelklage. Die Anschuldigungen müssen erst noch im weiteren Verlauf des Gerichtsverfahrens bewiesen werden. Es steht noch aus, wie das Gericht auf die Argumentation der Kläger reagieren wird, insbesondere vor dem Hintergrund der gescheiterten Klagen der Vergangenheit.
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Technikaffin seit den Zeiten von Amiga 500 und C64 – mittlerweile aber eher mit deutlichem Fokus auf die Bereich Mobilfunk und Telekommunikation. Die ersten Artikel im Telco Bereich habe ich bereits 2006 geschrieben, seit dem bin ich dem Thema treu geblieben und nebenbei läuft mittlerweile auch noch ein Telefon- und Smartphone Museum um die Entiwcklung zu dokumentieren.
