Unabhängigkeit von OpenAI: Microsoft plant eigenes KI-Modell und buhlt um Start-up „Inception

Der Softwaregigant Microsoft bereitet offenbar den Befreiungsschlag aus der engen technologischen Abhängigkeit von seinem Partner OpenAI vor. Wie Insider berichten, treibt der Konzern die Entwicklung eines eigenen, hochmodernen KI-Modells massiv voran und befindet sich dafür auf einer globalen Jagd nach Talenten und Akquisitionen.

Der Kampf um das Erbe von Stanford: Inception im Visier

Im Zentrum der aktuellen Bemühungen steht laut Kreisen das Start-up Inception. Das Unternehmen, das erst Mitte 2024 von einem Team der Stanford University gegründet wurde, gilt als eines der vielversprechendsten Talentschmieden im Bereich der Basismodelle.

Doch Microsoft ist nicht allein im Bieterstreit:

  • Der Gegenspieler: Auch Elon Musks Raumfahrtunternehmen SpaceX hat ein Auge auf Inception geworfen. Musk, der bereits im Februar sein KI-Unternehmen xAI mit SpaceX verschmolz, positioniert sich zunehmend als aggressiver Käufer im KI-Sektor.
  • Der Preis: Insidern zufolge strebt Inception eine Bewertung von über einer Milliarde US-Dollar an. Ob Microsoft bereit ist, diesen Preis zu zahlen oder ob kartellrechtliche Hürden den Deal verhindern, bleibt abzuwarten. Beide Unternehmen lehnten offizielle Stellungnahmen ab.

Strategische Neuausrichtung nach „Cursor“-Absage

Es ist nicht der erste Versuch Microsofts, sich extern zu verstärken. Bereits im Frühjahr stand eine Übernahme des Start-ups Cursor im Raum. Microsoft nahm jedoch im letzten Moment Abstand von dem Deal – mutmaßlich aus Sorge vor den Kartellbehörden, da eine Integration in den hauseigenen Programmier-Assistenten GitHub Copilot eine zu dominante Marktstellung bedeutet hätte. Den Zuschlag erhielt schließlich SpaceX, was die Rivalität zwischen Redmond und den Musk-Unternehmen weiter anheizte.

Das 100-Milliarden-Dollar-Bündnis bekommt Risse

Die Notwendigkeit für eine interne Entwicklung wird durch die enormen Kosten der Partnerschaft mit OpenAI deutlich. Microsoft-Manager Michael Wetter gab am Mittwoch vor Gericht Einblicke in die finanziellen Dimensionen:

  • Direktinvestitionen: Rund 13 Milliarden Dollar flossen seit 2019 an OpenAI.
  • Gesamtkosten: Inklusive der Bereitstellung der massiven Cloud-Infrastruktur belaufen sich die Ausgaben auf über 100 Milliarden Dollar.

Trotz dieser Rekordwerte ist das Verhältnis angespannt. Ursprünglich war es Microsoft untersagt, eigene Basismodelle zu entwickeln, die in direkter Konkurrenz zu den GPT-Modellen von OpenAI stehen.

Neue Verträge: Der Weg frei zur eigenen AGI

Ein Wendepunkt markieren die Vertragsanpassungen von Ende 2025 und April dieses Jahres. Die Partner haben ihre exklusiven Fesseln gelockert:

  1. Microsofts Freiheit: Der Konzern darf nun offiziell an einer eigenen Allgemeinen Künstlichen Intelligenz (AGI) arbeiten, die darauf ausgelegt ist, komplexe Aufgaben auf menschlichem Niveau oder darüber hinaus zu lösen. Ziel ist die Fertigstellung eines eigenen Modells bis 2027.
  2. OpenAIs Öffnung: Im Gegenzug darf OpenAI seine Technologien nun auch Microsoft-Rivalen wie Amazon [AMZN.O] anbieten, um die eigene Finanzierung zu verbreitern.

Fazit: Der KI-Markt tritt in eine neue Phase ein. Während die erste Welle von Kooperationen geprägt war, rüsten sich die Schwergewichte nun für einen direkten Wettbewerb der Architekturen. Für Microsoft geht es dabei um nichts Geringeres als die technologische Souveränität im wichtigsten Wachstumsmarkt des Jahrzehnts.


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