Die globale Jagd nach KI-Infrastruktur zwingt die Tech-Giganten zu neuen Wegen in der Halbleiter-Lieferkette. Wie aus einem Bericht von The Information hervorgeht, befindet sich Google in Gesprächen mit Samsung Electronics. Der südkoreanische Konzern soll eine Rolle bei der Produktion einer Komponente eines zukünftigen Tensor Processing Unit (TPU)-Chips mit dem Codenamen „Icefish“ übernehmen. Dieser Schritt signalisiert ein Umdenken bei Google, um angesichts drohender Kapazitätsengpässe flexibler zu agieren.
Inhaltsverzeichnis
Der Plan: Eine geteilte Fertigungsstrategie
Google plant keineswegs, sich komplett von seinem bisherigen Hauptfertiger TSMC (Taiwan Semiconductor Manufacturing Co.) zu trennen. Stattdessen wird ein differenzierter Ansatz verfolgt:
- Hauptprozessor (Logic Die): Der Kern des Chips, der die Hauptrechenarbeit leistet, soll weiterhin von TSMC gefertigt werden.
- Verbindungskomponente (I/O-Die): Samsung könnte den Zuschlag erhalten, um ein separates Bauteil in seiner hochmodernen 2-Nanometer-Technologie zu fertigen. Dieses Modul ist dafür zuständig, den Prozessor effizient mit dem schnellen Hauptspeicher (High-Bandwidth Memory) zu verbinden.
Moderne KI-Beschleuniger bestehen zunehmend aus mehreren Chip-Teilen (Chiplets). Da KI-Modelle immer größer werden, entwickelt sich die Verbindung zwischen Speicher und Logik zu einem zentralen Nadelöhr für die Gesamtperformance.
Eine große Chance für Samsung
Für Samsungs Auftragsfertigung (Foundry-Sparte) kommen diese Gespräche wie gerufen. Das Unternehmen versucht seit langem, im Bereich der Spitzen-Halbleiter wieder Boden gegenüber dem Marktführer TSMC gutzumachen.
Selbst wenn Samsung vorerst nur eine Zulieferer- oder Verbindungskomponente fertigt, ist der symbolische Wert enorm: Es beweist, dass Hyperscaler wie Google Samsung als verlässlichen Partner für fortschrittlichste KI-Komponenten in Betracht ziehen. Zudem besitzt Samsung einen strategischen Vorteil: Der Konzern bietet Speicherproduktion, Chipfertigung und fortschrittliches Packaging aus einer Hand an.
Der Kapazitätsengpass wird zum strategischen Risiko
Der Vorstoß von Google verdeutlicht ein fundamentales Problem der Tech-Branche. Unternehmen wie Google, Microsoft, Amazon und Meta investieren zwar massiv in eigene Chip-Designs, um die Abhängigkeit von Nvidia zu verringern – am Ende landen sie jedoch alle bei denselben wenigen Auftragsfertigern.
Das strategische Nadelöhr: Im KI-Zeitalter ist nicht mehr nur das Chip-Design entscheidend. Der limitierende Faktor ist die physische Verfügbarkeit von Fabrikationsplätzen (Wafer-Kapazitäten), High-Bandwidth Memory und hochentwickelten Verpackungstechnologien (Advanced Packaging).
Da der „Icefish“-Chip sich noch in der Designphase befindet und voraussichtlich erst 2028 in die Massenproduktion gehen wird, handelt es sich hierbei um eine langfristige Absicherung. Google kann es sich schlicht nicht leisten, erst bei Produktionsstart festzustellen, dass keine Kapazitäten frei sind. Eine verzögerte Hardware-Auslieferung würde direkt das Wachstum von Cloud-Diensten und KI-Modellen wie Gemini ausbremsen.
Fazit: Auf dem Weg zu einer verteilten Lieferkette
Die Gespräche zwischen Google und Samsung reihen sich in ein größeres Muster ein. Es gibt bereits Berichte, dass Tech-Konzerne auch Intel als Backup-Partner prüfen.
Der Trend geht weg vom klassischen „Alles aus einer Hand“-Modell hin zu einer verteilten KI-Lieferkette: Der Logik-Chip kommt vom Anbieter A, das Verbindungsmodul von Anbieter B, der Speicher von Anbieter C und das finale Packaging übernimmt Anbieter D. Für Google ist diese Diversifikation ein notwendiger Schritt, um die eigene KI-Zukunft abzusichern und im Wettlauf um die Rechenleistung nicht ins Hintertreffen zu geraten.
Mobilfunk-Newsletter: Einmal pro Woche die neusten Informationen rund um Handy, Smartphones und Deals!
Unser kostenloser Newsletter informiert Sie regelmäßig per E-Mail über Produktneuheiten und Sonderaktionen. Ihre hier eingegebenen Daten werden lediglich zur Personalisierung des Newsletters verwendet und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können sich jederzeit aus dem Newsletter heraus abmelden. Durch Absenden der von Ihnen eingegebenen Daten willigen Sie in die Datenverarbeitung ein und bestätigen unsere Datenschutzerklärung.
Immer die aktuellsten Nachrichten direkt im Smartphone.
Unsere Kanäle gibt es kostenlos hier:
Telegram: Appdated Telegram Channel
Facebook: Appdated Facebook Seite
Twitter: Appdated Twitter Channel

Technikaffin seit den Zeiten von Amiga 500 und C64 – mittlerweile aber eher mit deutlichem Fokus auf die Bereich Mobilfunk und Telekommunikation. Die ersten Artikel im Telco Bereich habe ich bereits 2006 geschrieben, seit dem bin ich dem Thema treu geblieben und nebenbei läuft mittlerweile auch noch ein Telefon- und Smartphone Museum um die Entiwcklung zu dokumentieren.
